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Mitteilungsblatt für die VG Dormitz
Ausgabe 13/2020
Sonstige Mitteilungen
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Sonderausstellung im Fränkische Schweiz Museum

„Blickwinkel - Die Fränkische Schweiz vor der Fotografie“

Katastrophendokumentation

Es fällt auf, dass gerade die frühen Grafiken einen erklärenden quasi inventarisierenden Charakter haben. So sind beispielsweise bei Stadtansichten Bauwerke mit Buchstaben gekennzeichnet, die in einer Legende genauer erklärt werden. Einige Grafiken dokumentieren Naturkatastrophen und ihre Folgen wie den Felssturz bei Gasseldorf 1625 oder den gewaltigen Hagelsturm über Gräfenberg im Jahr 1778.

Glückliche Landbewohner bei der Arbeit - aus Sicht der Städter!

Die meisten Grafiken der Ausstellung stammen selbstverständlich aus dem 19. Jahrhundert und sind romantisch geprägt: Burgen thronen über den teils stark überzeichneten Hügeln, Hirten und Landwirte gehen glücklich ihrer Arbeit nach und in der Mitte der Grafik plätschert ein Fluss. Die Bildmotive passen zu der typisch romantischen Vorstellung der glücklichen und zufriedenen Landbevölkerung, die die unendliche Freiheit der freien Natur immerfort genießen kann. Freilich ist das durch die Brille der Städter. Es ist doch sehr fraglich, ob sich der Landwirt bei der schweren Arbeit auf dem Feld wirklich so frei und glücklich schätzte. Manche Grafikvorlage wurde dabei übrigens immer wieder genutzt. Lediglich die Figuren, die so genannte Staffage, wurde ausgewechselt.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt eine touristische Absicht in den Bildern deutlich zum Vorschein. Die Motive und die Art der Zusammenstellung verändern sich. Jetzt kommen Sammelbilder in Mode, um dem staunenden Betrachter all die Vorzüge der Region vor Augen zu führen.

Ausstellung mit EasterEgg

Das Museumsteam entdeckte während der Vorbereitung zur Sonderausstellung eine spannende Grafik im Museumsinventar. Diese zeigt eine Burg, die sich nicht in der Fränkischen Schweiz befindet. Allerdings gibt es bei uns eine Burg gleichen Namens. Die Museumsmacher entschieden sich, diese Grafik, aus einer englischen Publikation des 19. Jahrhunderts, als sogenanntes Easter Egg in die Ausstellung zu integrieren.

Die Ausstellung ist bis zum 11. Oktober 2020 zu sehen.