Die Gemeinde Hetzles lädt zu einem Vortrag aus der jüngeren Geschichte der Region um den Hetzlas ein. Der ehemalige Kulturreferent des Landkreises Forchheim Toni Eckert referiert am 27. Februar um 19:00 Uhr im Feuerwehrhaus Hetzles zum Thema: „Die Tragödie von Gaiganz“.
Am 21. Mai 1933 wurde auf dem Hetzlas, wie an vielen anderen Orten in der Fränkischen Schweiz auch, eine „Hitlerlinde“ gepflanzt. Diese Aktion war mit einem Fest, auf dem reichlich Bier floß, verbunden. Am Abend trafen die beiden Hauptakteure, der in Gaiganz arbeitende Knecht Lorenz Schriefer und der SA-Mann und Malergeselle Josef Wiesheier vor dem Kammerfenster von Schriefers Freundin aufeinander, wobei die folgende Schlägerei für Wiesheier einen tödlichen Ausgang nahm.
Nachdem Schriefer Mitglieder der Bayernwacht war, instrumentierten die Nationalsozialisten das Delikt zu einem politisch motivierten Mord. Es kam zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen der, der BVP nahestehenden Bevölkerung von Gaiganz und einigen NSDAP-Funktionären aus Kunreuth und Gräfenberg.
Ein tragisches Beispiel für politisch instrumentalisierte Ereignisse mit Folgen, die in totalitären Systemen von weiten Teilen der Bevölkerung ertragen werden mussten.