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Duracher Wochenblatt
Ausgabe 12/2025
Vereine und Verbände
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Literarisches Frühstück

Dieses Motto hatten wir am letzten Faschingswochenende für unsere Veranstaltung gewählt und es wurde tatsächlich viel gelacht, gelächelt und geschmunzelt, denn „ein Sprichwort sagt mit gutem Grund, das Lachen sei so sehr gesund, sei eine unserer besten Gaben – obwohl wir nichts zu Lachen haben!“ (Vortrag von Brigitte Rauh). Dass besonders Ehemänner oft nichts zu Lachen haben, bewies Mathilde Wöll mit dem Gedicht eines Junggesellen von W. Busch: „Sitzt er abends lang beim Bier, schilt ihn nicht die Frau dafür. Darum schenkt noch einmal ein – schön ists Junggeselle sein!“ Welche Schwierigkeiten sich in einer langjährigen Ehe auftun können, berichtete Traudl Leitner. Zu seiner kranken Ehefrau ließ der Mann einen Arzt kommen, dessen Diagnose aber sehr bedenklich ausfiel. Er versprach am nächsten Tag wiederzukommem und meinte mit ernstem Gesicht: „Nein, Ihre Frau gefällt mir nicht.“ – „Ja mei“, brummt drauf der oide Wimmer, „mir gfallt de scho dreißg Jahr lang nimmer!“ (Verfasser L. Kämmerer). – Rührend war die Geschichte von einem Kater und einer Maus, die Elfriede Menz erzählte (Verfasser E. Schomberg). Der Kater verliebte sich so heftig in das Mäuslein, dass er sie nicht wie üblich auffraß, sondern sein Leben mit ihr teilte. Er hielt ihr 30 Jahre die Treue und als sie hochbetagt entschlief, brachte er sich vor Kummer in derselben Nacht um. „So gibt’s Szenarien und Dramen, die sprengen den vertrauten Rahmen. Sie sprechen der Erfahrung Hohn und trotzen jeder Konvention. Doch, ob es leicht wird oder schwer, das weiß man stets erst hinterher!!“ Von zwei Raben erzählte Anna Beermann. Diese saßen auf einem Ast und taten nichts als blöd schauen. Dazu gesellte sich erst ein Hase und dann noch ein Fuchs. Die beiden unter dem Baum wurden bald von einem Jäger entdeckt und erschossen. Darauf sagte der eine Rabe zum anderen: „Siehste, was ich immer sag, nichts tun und blöd schauen geht nur in einer höheren Position!“ - Auch Günter Doriat berichtete von einer schwierigen Ehe, weil der Ehemann zu oft tief ins Glas schaute und spät nachts betrunken heim kam. Auf wiederholte Vorhaltungen seiner Ehefrau versprach er zwar am Fastnachtsdienstag „jaz und heit, dass gwiß koin Rausch meh bei mir geit!“ Doch nach kurzem Nachdenken kamen ihm Zweifel: „Ob i des o gau halte ka? Denn Freitag goht ja es Starkbier a!!“ – Zuviel Alkohol konsumierte auch ein Jagdgehilfe von Herzog Max. Als der Herzog ihm die Leviten lesen wollte, argumentierte der Gehilfe, sein Bruder habe sein Leben lang nur Milch getrunken und sei trotzdem sehr früh verstorben. Auf die Frage des Herzogs, wie alt denn der Bruder geworden sei, antwortete er: „O mei, der - bloß vierzehn Tag!“ (Vortrag von Traudl Leitner – Verfasser O: Weber). – Brigitte Rah meinte: „Drum lach! – Jedoch der wahre Weise, der lacht nicht. Nein, er lächelt leise!“

Die „Memhölzer Singföhla“ lieferten dazu kesse, fetzige Lieder, die mit viel Beifall belohnt wurden (s. obiges Foto). Leonhard Kremer als Moderator verbreitete ebenfalls Humor und gute Laune; er hatte sogar einen seiner zahlreichen Faschingsorden umgehängt, der ihm einst vom Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs verliehen wurde.

Das nächste Literarische Frühstück findet am 28. März 2025 um 9.30 Uhr im Seniorenzentrum statt. Das Thema lautet diesmal „Es muss nicht immer Kaviar sein“. Wir sind schon gespannt, was statt Kaviar alles geboten wird. Auf jeden Fall wieder ein anregendes Frühstücksbüffet und Sie sind dazu herzlich eingeladen!

J. Brettschneider