Die literarische Reise begann ganz ohne Fieber mit einer Fahrt in die nähere Umgebung, nämlich einer Wallfahrt ins Gschnaidt, verfaßt und vorgetragen von Helmut Weber. Dieser „Berg der Kreuze" im Allgäu wird gern besucht und geschätzt und „wer diese Wallfahrten miterleben durfte, braucht nicht nach La Compostella; der kommt wahrscheinlich ohne innere Besichtigung direkt ins Paradies!" - Zwar nicht ins Paradies, aber nach Australien wollten zwei Ameisen von Hamburg aus starten. „Dort, bei Altona auf der Chaussee, da taten ihnen die Beine weh, und da verzichteten sie weise dann auf den Rest der Reise!" Dieses Gedicht von Joachim Ringelnatz wurde vorgetragen von Annelie Degendorfer. - Heidi Böhm beschrieb die Reiselust mit Versen von Fred Endrikat: „Auf in die Berge oder in das Grüne. Hinein ins Meer und in den Sand der Düne. Nur fort nach irgendeinem Ruhepol. Ich mache Ferien. Asphalt, leb wohl." - Ein Reisesnob dagegen, den Günter Doriat im Gedicht von Eugen Roth beschrieb, wird’s bloß belächeln, wenn ich Zugspitz und Alpspitz nenn, „er spricht, man kann sich drauf verlassen, in Monaco von Monegassen….. Sogar im Schwarzwald, in St. Blasien, denkt er an Bäume aus Kleinasien. Und vor dem Palmenwald von Elche schwört er, er sah in Bombay welche auf seiner großen Indienfahrt – kurzum, es bleibt uns nichts erspart!" Von einem ähnlichen Fall des Besserwisssens berichtete Anna Beermann (ebenfalls von Eugen Roth): „Dem ist die Schweiz nicht kühn genug, die Steiermark nicht grün genug, das ewige Rom nicht alt genug, Spitzbergen selbst nicht kalt genug." - Traumziel deutscher Touristen ist nach wie vor Italien. Brigitte Ernhofer schilderte, wie Urlauber dort auf ihren deutschen Essgewohnheiten bestehen: „Man spricht dort deutsch, doch nicht nur das, zum Trinken gibt es Bier vom Fass aus der Heimat, frisch gebraut, auch Leberkäse, Sauerkraut, Weißwürste und Steckerlfisch und die Brez’n möglichst frisch!" Wieder zu Hause, sieht es allerdings so aus: „Nein, man geht jetzt gleich zu Nino, ins Ristorante, bestellt sich Vino und isst Spaghetti, Salat Nizza, Lasagne, Scampi und auch Pizza! Und fühlt sich wohl, ganz unumstritten – andere Länder, andere Sitten!" Man glaubt fast, der Mensch sei von der Krankheit Reiseritis" befallen, wie es Udo Horeth schilderte: „Vom Wahn getrieben eilt, naa rennt er in fremde, hoaße, ferne Länder. Zwar konn er dort koa Wort versteh, zwar tuat eahm Darm und Magen weh – und saugn Moskitos aa sei Bluat, de Hauptsach is, ma is weit fuat!" Der Schluß allerdings empörte vorwiegend die weiblichen Gäste, denn da hieß es: „De Reiseritis wirkt ois Treiber, neambt roast sovui wia oide Weiber!" (Verfasser L. Kammerer). – Wenn der Urlaub dann zu Ende ist und man die Heimreise antreten muss, fragt man sich oft, ob dort noch alles in Ordnung ist: „Das Haus steht da, ganz unversehrt, kein Brand, kein Sturm hat es zerstört. Des Nachbars Katze kommt gekrochen, genau wie vor den Urlaubswochen. Und aus dem Fenster gegenüber grüßt, wie gewohnt, der Nachbar rüber! ……. Rufst schließlich voll Behagen aus: Am schönsten ists halt doch zu Haus!" Diese Erkenntnis vermittelte uns Gretel Welz-Winkler mit dem Gedicht von Manfred Glock.
Zum Reisefieber durfte auch die passende Musik nicht fehlen. Die Gruppe „Mittelberger Duranand" entführte die Gäste von der Alpe doba über Fuschl am See nach Verona und beendete die musikalischen Ausflüge „auf der Autobahn". Dafür gab es viel Beifall, ebenso wie für den Moderator Dr. Peter Schneider, der mit Humor und Charme durch die Veranstaltung führte (s. Foto). Dazu servierte das Team des Seniorenzentrums das beliebte Frühstücksbüfett bei dem auch Muffins angeboten wurden.
Das Literarische Frühstück im April wird Episoden zum Thema „Garten – Last und Lust" vortragen und wir hoffen, Sie wieder begrüßen zu dürfen. Wir starten am 24. April 2026 um 9.30 Uhr im Seniorenzentrum und laden Sie dazu herzlich ein!