Mit Erinnerungen an den Garten seiner Großmutter eröffnete Leonhard Kremer das Literarische Frühstück zum Thema „Garten – Last und Lust“. In diesem Garten gab es nicht nur Obst, Gemüse und Kartoffeln, sondern auch große Bäume, auf denen man klettern lernen konnte und das Beste: Eine Schaukel – für Kinder eines der beliebtesten Geräte. Dort gab es sicher auch einen Apfelbaum, von dem Traudl Leitner erzählte. Unter diesem Apfelbaum machte der Gartenbesitzer eine Ruhepause und träumte vom Himmel. Der Herrgott begrüßte ihn folgendermaßen: „Komm her mein lieber Schwabensohn, ganz nahe an den Himmelsthron, die Menschen aus dem Stamm der Schwaben will ich ganz nahe um mich haben, weil sie trotz ihrem sturen Grind mir immer noch die liebschten sind.“ Nach einem Disput zwischen Herrgott und Gärtner entschloss dieser sich, doch wieder in seinen Garten zurückzukehren und Gott meinte dazu: „Ich kann dich ja so gut verstehn, aus Schwaben würd ich auch nicht gehen. Das Ländle ist mir gut gelungen, drum wird es auch so viel besungen!“ – Mit einem Schrebergarten verglich Günter Doriat das ganze Europa und der Verfasser Udo Spitz stellte fest: „Johrhundert lang hand se bloß gstritta, hand neaba sich koin andra glitta. Bis ma dann endlich eigseha hot, dass mitanander besser goht.“ Nach diesem Ausflug in die weite Welt kehrte man zur Gartenarbeit zurück. Wie schwierig es ist, kleine Salatpflanzen im Frühbeet hochzuziehen erfuhren wir von Gretel Welz-Winkler im Gedicht von Senzi Weizenegger. Die ersten Pflänzle verlor sie durch Schnee und Sturm, die zweite Anpflanzung fällt einem Hagel mit „Kitzebolla“ zum Opfer und als der dritte Pflanzversuch durch Schnecken verwüstet wird jammert sie: „Vor Zorn hätt i am liebschte bläret, ho alls mitnander untergschäret. Gründüngung heißts im Fachjargon und i de Gartenfruscht ietz ho.“ - Kummer mit Schnecken kannte wohl auch Wilhelm Busch, wie Udo Horeth berichtete: „Schleimig, säumig, aber stetig, immer auf dem nächsten Pfad, finden sie die Gartenbeete mit dem schönen Kopfsalat!“ Den gleichen Kummer mit Schnecken beschrieb Dr. Peter Schneider: „Sie freßat zäma da Salat, d‘ Erdbeer und was ma sonst so hat. Dutzendweis hau i sie gsucht, hau’s verwonscha und verflucht. Es hört it auf, allweil no mehr, wo kommet bloß die Schnecka her?“ (Verfasser Martin Egg). - Aber es gibt auch viel Freuden beim Anblick von Blumen. Elfriede Menz lobte die Tulpen, die in der Tatarensteppe im Osmanischen Reich ihre Heimat haben sollen: „Seht, so seht die Tulpenstengel, diese frechen Ketzerlein heben ihre bunten Becher und begehren Trunk und Wein.“ Weniger beliebt ist das Läusekraut, Anne Degendorfer zitierte K. H. Waggerl: „Das Läusekraut ist so verlaust, dass nur ihm selbst nicht vor ihm graust. Weil aber, was die Welt verdammt, doch auch aus Gottes Händen stammt, lebt es, von Mensch und Tier gemieden, in Frieden!“ Auch der Löwenzahn erfreut sich keiner besonderen Wertschätzung. Heidi Böhn hatte dazu einen Ausweg entdeckt: „Lerne den Löwenzahn zu lieben!“ - Natürlich wachsen auf den Feldern auch viele Pflanzen, die vom Bauern als Unkraut bezeichnet werden. Doch ein Bauernsohn belehrte seinen Vater: „Mit bunten Blüten reich beladen, im Felde hat er sie gepflückt, Kornblumen sind es, Mohn und Raden – er jauchzt hochbeglückt: Sieh, Vater, nur die Pracht! Die hat der liebe Gott gemacht!“ (Vortrag Anna Beermann).
All diese Vorträge wurden bereichert durch den „Memhölzer Dreigesang“. Die drei Damen hatten sogar weiße Rosen aus Athen und den kleinen grünen Kaktus und andere passende Melodien mitgebracht, die sie stimmgewaltig vortrugen. Begleitet wurden sie von Udo Horeth am Klavier, die Moderation hatte Helmut Weber (s. Foto). – Am Frühstücksbufett, das vom Team des Seniorenzentrums angeboten wurde, gab es Kuchen und andere Köstlichkeiten. - Im Mai wollen wir mit dem Thema „Zwei Herzen im Mai“ unseren Gästen Freude bereiten und laden Sie herzlich ein, am 29. Mai 2026 um 9.30 Uhr wieder dabei zu sein! J. Brettschneider