Die Teilnehmerinnen des Frauenwaldbegangs
Teilnehmerin Kathrin Kölbl schätzte vor allem den offenen Austausch beim Frauenwaldbegang: „Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, von Frau zu Frau.“
Wertach – Noch frische Temperaturen, sonniger Himmel und das Knirschen der Wanderstiefel auf dem Waldweg: Rund 50 Frauen machten sich auf den Weg durch den Großen Wald bei Wertach. Schnell wurde deutlich, dass es bei diesem besonderen Waldbegang um weit mehr ging als nur um Bäume und Forsttechnik. Es ging um Austausch und darum, Frauen im Wald eine Stimme zu geben.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Försterinnen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten (AELF), der Waldbesitzervereinigung Kempten (WBV) sowie der Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu (FBG). Anna Notz, Försterin am AELF Kempten begrüßte die Teilnehmerinnen und erklärte die Idee hinter dem Frauenwaldbegang: Waldbesitzerinnen und interessierte Frauen sollten die Möglichkeit bekommen, sich in ungezwungener Atmosphäre mit dem Thema Wald auseinanderzusetzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
An vier Stationen erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in die Themen Waldumbau, Jungbestandspflege, Zukunftsbäume und Verkehrssicherung. Direkt im Wald erklärten die Fachfrauen, wie ein stabiler Mischwald aufgebaut wird und worauf es bei der Pflege junger Bestände ankommt. Dabei wurde deutlich, dass viele Waldbesitzerinnen ihren Wald oft schon seit Jahren mitbetreuen, sich fachlich aber mehr Austausch wünschen.
Großes Interesse gab es auch beim Thema Zukunftsbäume. Hier erfuhren die Teilnehmerinnen, warum einzelne Bäume gezielt gefördert werden, damit sie genügend Licht und Platz zum Wachsen bekommen. Eine kurze Vorführung zeigte zudem, wie eine sichere Baumfällung durchgeführt wird. An der Station zur Verkehrssicherung ging es schließlich um die Verantwortung von Waldbesitzern entlang von Wegen und Straßen. Gleichzeitig wurde erklärt, warum abgestorbene Bäume und Totholz im Wald oft wichtige Lebensräume für Tiere und Insekten darstellen. „Wald darf auch mal wild sein“, erklärte Julia Agramonte von der Waldbesitzervereinigung Kempten.
Wertachs Bürgermeisterin Gertrud Knoll begleitete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung des Waldes für die Gemeinde: „Der Wald ist für den Luftkurort Wertach enorm wichtig.“
Beim anschließenden Austausch mit Brotzeit wurde noch lange weitergeredet. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. „Es war eine sehr angenehme Atmosphäre, von Frau zu Frau“, sagte Teilnehmerin Kathrin Kölbl.
Wer Unterstützung bei Fragen rund um den Privatwald, Waldumbau oder Pflege benötigt, kann sich an das AELF Kempten, die Waldbesitzervereinigung Kempten oder die Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu wenden.
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