Wenn „Zwei Herzen im Mai“ sich treffen, führt das meist auch zu einem Kuss. Heidi Böhm beschrieb dies wie folgt: „Ein Liebeshochgenuss ist ohne Zweifel wohl der Kuss! Er ist beliebt, er macht vergnügt - ob man ihn gibt - ob man ihn kriegt. Er kostet nichts, ist unverbindlich, denn er vollzieht sich immer mündlich!“ Ein Kuss kann allerdings lt. J. Ringelnatz auch danebengehen: „Er wollte sie wiederküssen, da hat er verreisen müssen. So liebte er vergebens. Das ist die Tragik des Lebens!“ (Vortrag Anne Degen). Ein echter Allgäuer aber nimmt sein Dirndl und sagt ihr „I mog Di“ oder „I ko die guat leidn!“ erzählte Brigitte Rauh (Verfasser H. Sollader). Wie sowas klingt, wenn es ernst wird, zeigten uns Traudl Leitner und Mathilde Wöll. Nach einer längeren Diskussion zwischen ihm und ihr wird er zornig: „Ja verschtosch denn du des jetzt it? Muisch denn du, daß i mi zum Deppe mach? Was isch jetzt? Magsch mi oder magsch mi it? I dat di hiere vom Blatz weg!“ Sie sagt freudig ja und erzählt später ihren Freundinnen: „A Zeitlang hon i scho Angscht ghet, er kut mer mit deam depperde Ich liebe Dich!“ - Eine harmonischere Liebeserklärung zitierte Günter Doriat, sie kritisiert ihn „Ihr Herz ist ein Ziegelstein“ und seine schlagfertige Antwort lautete: „Aber es schlägt nur für Sie!“ (Verfasser H. Müller).
Nach vielen Ehejahren hält oft der Alltag beide Eheleute gefangen, das sieht dann so aus: „So wollten sie Zufriedenheit entdecken, doch Tag um Tag zog unbeirrt ins Land, die Liebe nützte sich ab, sie zeigte Flecken, die Treue einen ausgefransten Rand!“ (Vortrag Traudl Leitner, Verfasser W. Oppler). - Leonhard Kremer vermutete, dass ganz sensible Lauscher im Mai sogar die Maiglöckchen läuten und das Gras wachsen hören und an einer Straße mit Kastanienbäumen „werden uns auch noch die Kerzen aufgesteckt!“ (Verfasser H. Schneider). Dass der Mai viele verschiedene Namen hat, erklärte er so: „Manchmal heißt er Wonnemonat Mai oder Karl Mai oder Reinhard Mai; beim Militär heißt er Mai-jor, in der Brauerei brauen sie den Mai-Bock und in Amerika gibt’s Mai fair Lady!“ - Vom Fliederduft im Mai schwärmte Anne Degen: „Er schmeckte honigsüß wie im Paradies. So fühlt ich mich, ich sag es frank und frei an diesem Tag im Monat Mai!“ - Christine Doll schilderte einfühlsam eine Hochzeit im Mai: „In einem wunderschönen weißen Kleid schritt sie am Arm ihres Vaters langsam auf mich zu und lächelte ihn an. Seine Braut, die nun gleich seine Frau werden würde! Er war der glücklichste Mensch auf Erden an diesem schönsten Tag in seinem Leben!“
Für die musikalische Umrahmung sorgte im Mai die Sulzberger Zithermusik, die mit einem Hochzeitslandler, einem Sachranger Menuett und anderen Weisen die Gäste erfreute. Die Moderation besorgte Gitti Ernhofer, die ihre Aufgabe gekonnt erledigte (siehe Foto). Auch das gewohnte Frühstücksbuffet durfte nicht fehlen.
Im Juni wird der Literaturkreis das Thema „Es lebe der Sport“ beleuchten und wir laden Sie herzlich ein, am 26. Juni 2026 um 9.30 Uhr im Seniorenzentrum wieder ein unterhaltsames Literarisches Frühstück zu erleben!