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Duracher Wochenblatt
Ausgabe 36/2026
Sonstige Mitteilungen
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Sonstige Mitteilungen

Unser Helferteam vor dem beladenen LKW – der 70. Hilfstransport in die Ukraine.

 

70. Hilfstransport – Ein Jubiläum, das das Herz schwer macht

Eigentlich sind Jubiläen ein Grund zum Feiern. Dieses ist keines. Ende September machte sich der 70. Hilfstransport auf den langen Weg in die Ukraine

70 Mal. Wenn man das in Kilometer umrechnet, dann sind die LKWs fünf Mal um die ganze Erde gefahren. Fünf Mal um die Welt, um zu helfen, wo Hilfe so dringend gebraucht wird. Jeder einzelne Kilometer steht für Hoffnung, aber auch für die traurige Tatsache, dass dieser furchtbare russische Angriffskrieg auf die Ukraine einfach kein Ende nehmen will.

Auch diesmal ist der LKW wieder randvoll. Fast 14 Tonnen sind an Bord: Drei ausrangierte, aber voll funktionsfähige Krankenhausbetten, die in einem Krankenhaus bei Kiew wieder Leben retten können. Dazu Rollatoren und Krücken für die vielen Verletzten, Kartons voller Verbandsmaterial, Werkzeuge, um das Zerstörte wieder aufzubauen, Haushaltswaren, Lebensmittel, Tierfutter für die Tiere in Tierheimen und – und das berührt immer am meisten – auch Kinderspielzeug. Damit Kinder trotz Bombenalarm für einen Moment wieder Kinder sein dürfen.

Empfängerin ist wie immer unsere Olga in Kiew von unserer ukrainischen Partnerorganisation „be free“. Olga ist seit Jahren unsere feste Anlaufstelle. Sie ist diejenige, die mit ihrem kleinen Team die Hilfe dorthin bringt, wo wirklich niemand sonst hinkommt. In kleine Dörfer, in überfüllte Notunterkünfte, zu alten Menschen, die alles verloren haben.

Und Olga hat vor wenigen Tagen ein paar persönliche Worte geschickt, die wir nicht vorenthalten wollen: "Meine lieben Freunde im Allgäu, ich weine oft, wenn euer LKW ankommt. Vor Freude. Vor Dankbarkeit. Wenn ich die Krankenhausbetten sehe, weiß ich, dass morgen wieder ein Verwundeter besser schlafen kann. Wenn ich das Spielzeug sehe, sehe ich die Augen eines Kindes leuchten. Ihr seid so weit weg, und doch seid ihr jeden Tag bei uns. Ihr gebt uns das Gefühl, nicht vergessen zu sein. Ihr gebt uns Kraft zum Durchhalten. Danke, dass ihr unsere Familie seid. Eure Olga."

Solche Worte gehen unter die Haut. Und sie sind nur möglich wegen euch.

Wegen der unglaublich großzügigen Spenderinnen und Spender aus dem ganzen Allgäu, die uns seit über vier Jahren die Treue halten – und die auch die enorm gestiegenen Transportkosten immer wieder mittragen.

Wegen der Marktgemeinde Sulzberg, die uns seit März 2020 die Lagerhalle in Sulzberg-Ried kostenlos zur Verfügung stellt.

Wegen Holzbau Jörg in Sulzberg, der uns an jedem Verladetag selbstverständlich und gratis seinen Gabelstapler leiht.

Und wegen unseres großartigen, unermüdlichen ehrenamtlichen Helferteams. Männer und Frauen, die ihre Samstage opfern, Hilfsgüter sortieren, wiegen, in Kartons packen und auf Paletten stapeln – bei Wind und Wetter. Und ganz besonders freuen wir uns, dass regelmäßig auch Ukrainerinnen und Ukrainer mithelfen, die hier bei uns im Allgäu ein neues Zuhause gefunden haben und ihren eigenen Landsleuten helfen wollen.

70 Fahrten. Wir wünschten, wir müssten nicht mehr fahren. Aber solange wir gebraucht werden, fahren wir weiter. Danke von Herzen. Danke.

Die Not in der Ukraine ist groß. Lebensmittel, Hygieneartikel, Sach- und Geldspenden werden weiter dringend benötigt.

Sammelstelle Sulzberg: Samstags 9 – 12 Uhr, Ried 8.

Info: www.unser-allgaeu-hilft.com oder ab 15 Uhr: 0171/9510445.

Geldspenden: BRK Kempten, IBAN DE57 7335 0000 0310 4000 31, Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe. Spendenquittungen werden ab 300 € vom BRK ausgestellt bei Angabe von Name & Adresse. Spenden bis 300 € (Beleg gilt als Spendenquittung beim Finanzamt.): Raiba Allgäuer Land, IBAN DE37 7336 9264 0107 1732 37, Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe. Über PayPal: stand-with-ukraine@gmx.net

 

Foto: Petra Schulte-Ritter / Text: Sabine Zeeh