Nach sehr kurzem Gastspiel im Vorjahr ist „Der Neue“ zurückgekehrt, denn der mit 120 Tonnen Gesamtgewicht überschwere PESA LINK-Triebwagen VT633 stand im Verdacht, den Oberbau der Strecke nach Pfronten zu ruinieren. Nach diversen Untersuchungen welche bis in den Spät-Herbst hinein andauerten, scheint dem jedoch nicht so zu sein.
Der Neue: VT633 PESA LINK, nein, keine Antenne auf dem Dach, das ist unsere Kirchturmspitze.
Ganz sicherlich werden Sie „den Neuen“ bereits gehört haben, denn das Pfeifsignal unterscheidet sich aufgrund einer seit 2015 gültigen EU-Verordnung sehr deutlich vom bisher hier verkehrenden Alt-Fahrzeug, dem nur 70 Tonnen schweren Siemens VT642 Desiro, nachfolgend im Bilde:
Die EU-Verordnung aus 2015 schreibt für neu zugelassene Bahnfahrzeuge vor, dass selbst in 25m Abstand noch ein Schalldruckpegel zwischen 101 und 109 dB erreicht werden muss! Der Lärmschutz für Anwohner ist dabei leider nicht geregelt worden und so dürften die neuen Fahrzeuge viele Anwohner unangenehm überraschen. Weshalb jetzt nach Pfronten ein deutlich längeres und schwereres Fahrzeug zum Einsatz kommt, ist eine Frage wert? Dies liegt in einer Forderung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft begründet, welche die Züge von Ulm nach Pfronten als auch von Augsburg nach Pfronten ohne in Kempten umsteigen zu müssen, durchbinden wollte und dazu braucht es auf den nachfragestarken Hauptstrecken schnelle und lange Fahrzeuge. Nun aber machten die eisenbahntechnischen und fahrplantechnischen Zwänge diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung und so verkehren jetzt zwischen Kempten und Pfronten Alt-Fahrzeuge und Neu-Fahrzeuge in einem losen Mischbetrieb. Tönt das Pfeifsignal eher in hohen Tönen, verkehrt das Alt-Fahrzeug, dröhnt es in tiefer Tonlage, verkehrt der Neue.
Platz hat es immer, eine Fahrt bis Sulzberg-Ried oder Bodelsberg ist gut bezahlbar und eine Wanderung zurück vergnügungssteuerfrei.
Fahrgastverband Pro Bahn e.V. / www.pro-bahn.de - Alle Angaben ohne Gewähr.