Frank Fischer berichtet über den Haustürwahlkampf, Teil 1 – Bürgerfragen
In den vergangenen Monaten war ich im gesamten Gemeindegebiet – in Durach, Weidach und Bodelsberg – persönlich an den Haustüren unterwegs. Dabei sind viele Gespräche entstanden. Einige Fragen wurden mir besonders häufig gestellt – auf diese möchte ich hier gerne eingehen.
Sie sind bereits Bürgermeister – warum treten Sie nicht erneut in Obermaiselstein an?
Ich bin der erste hauptamtliche Bürgermeister in Obermaiselstein, was zu Beginn auch Diskussionen und Neiddebatten auslöste. In den ersten Jahren war der Umgang nicht immer einfach – auch die besondere Situation während der Corona-Pandemie hat vieles zusätzlich erschwert. Es gab Diskussionen und vereinzelt auch persönliche Anfeindungen. Erst nach dem Austritt einiger Gemeinderäte im Jahr 2023 wurde der Umgang im Rat deutlich konstruktiver. Seither arbeiten wir gut zusammen, organisieren Workshops und gemeinsame Aktivitäten. Ein sichtbares Zeichen dieser Zusammenarbeit ist die Sanierung der „Alten Schmiede“, ein Projekt mit rund zwei Millionen Euro Investitionsvolumen.
Mir ist wichtig: Im Gemeinderat darf und soll sachlich diskutiert werden – aber der Umgangston muss respektvoll bleiben.
Gleichzeitig sehe ich strukturelle Hürden, die eine notwendige Ortsentwicklung auch in der kommenden Legislatur deutlich einschränken werden. Es fehlt an Baugrund und an einer kommunalen Wasserversorgung. Gerade für junge Familien ist Bauen dadurch kaum möglich. Nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Perspektiven habe ich im Februar 2025 gemeinsam mit meiner Familie entschieden, keine zweite Amtszeit anzustreben. Ich möchte meine Energie dort einsetzen, wo gemeinsame Entwicklung möglich ist und die Lebensqualität für viele – nicht nur für einzelne – weiter verbessert werden kann.
In zahlreichen Gesprächen habe ich erfahren, dass die Projekte und Veränderungen der vergangenen Jahre vor Ort wahrgenommen und geschätzt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mir gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass sie meinen Weggang bedauern und mir für meinen weiteren Weg in Durach viel Erfolg wünschen.
Was reizt Sie an diesem Beruf?
Das Bürgermeisteramt ist vielseitig, anspruchsvoll und unglaublich abwechslungsreich. Mit guter Teamarbeit kann man viel bewegen – für alle Generationen. Ich verstehe mich als Entwickler und Optimierer. Seit 26 Jahren darf ich Personal führen, fördern und motivieren. Das ist für mich keine Pflicht, sondern Überzeugung. Gerade in einem großen Team braucht es Erfahrung in Führung und Organisation. Der Abschied von meinem aktuellen Team im April 2026 wird mir nicht leicht fallen, denn die Zusammenarbeit ist sehr gut.
Wie kam es zu Ihrer Kandidatur in Durach?
Auslöser war ein Zeitungsbericht im März 2025 über das Ende der Amtszeit von Gerhard Hock. Meine Lebensgefährtin machte mich darauf aufmerksam. Da meine Tochter die Grundschule in Durach besucht hat, war mein Interesse sofort geweckt. Es folgten Gespräche mit Vertretern der CSU/Freie Wählerschaft sowie von Bündnis 90/Die Grünen – und schließlich eine sehr starke Nominierung durch beide Fraktionen.
Mein erster Eindruck war klar: Durach kann was – und ich habe große Lust darauf, hier gemeinsam Zukunft zu gestalten. Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl, wenn man weiß, am richtigen Fleck zu sein.
Im nächsten Wochenblatt gehe ich auf die konkreten Anliegen ein, die mir unabhängig von den Haustürgesprächen über die verteilten Ideenkarten am häufigsten genannt wurden – von der Schulwegsicherheit bis zum Hochwasserschutz.