Titel Logo
Böhener Bote
Ausgabe 2/2026
Titelseite
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Titelseite

zur zweiten Ausgabe unseres Böhener Boten im Jahr 2026 darf ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Nun, nach meinen 12 Jahren als Ihr Bürgermeister, möchte ich mich für Ihr Entgegenkommen und Ihr Vertrauen besonders bedanken.

Unserem neuen Bürgermeister wünsche ich alles Gute für die neuen Aufgaben!

Bald ist Ostern. So kam mir dieses Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, der mich literarisch schon sehr lange begleitet, in den Sinn:

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,

Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;

Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur

Ohnmächtige Schauer körnigen Eises

In Streifen über die grünende Flur;

Aber die Sonne duldet kein Weißes,

Überall regt sich Bildung und Streben,

Alles will sie mit Farben beleben;

Doch an Blumen fehlt’s im Revier,

Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen.

Aus dem hohlen finstern Tor

Dring ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feiern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden,

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,

Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,

Aus Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht

Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur sieh! Wie behend sich die Menge

Durch die Gärten und Felder zerschlägt,

Wie der Fluss, in Breit’ und Länge,

So manchen lustigen Nachen bewegt,

Und, bis zum Sinken überladen

Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden

Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,

Hier ist des Volkes wahrer Himmel,

Zufrieden jauchzet gross und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

Der folgende Auszug aus Johann Wolfgang von Goethes „Dauer im Wechsel“ passt zu meinem Aufgabenwechsel vom Gemeindediener zum freien Weltenbürger:

Gleich mit jedem Regengusse

Ändert sich dein holdes Tal,

Ach, und in demselben Flusse

Schwimmst du nicht zum Zweitenmal.

Vielen Dank

und einen schönen Gruß aus dem Rathaus

Andreas Meer