Am Ostermontag hat die Pfarrei St. Georg Effeltrich mit dem Georgi-Ritt um die Kirchenburg und die 1000-jährige Linde ihren Kirchen-Patron gefeiert. Bei sonnigem Frühlingswetter säumten Hunderte Schaulustige die Straßen und Plätze des Dorfes. Die Beteiligung war erneut etwas mehr als in den letzten Jahren. 95 Reiter mit Pferden und zwei Ochsen erhielten eine Plakette als Souvenir.
Der Frauenkreis übernimmt seit Errichtung des Pfarrhofs 2003 die Bewirtung mit Küchla, die von Inge Huppmann und ihrem Team gebacken werden.
Johannes Lee, Pfarrer der koreanischen Gemeinde in München kam wie letztes Jahr um zu konzelebrieren.
In seiner Predigt ging Pfarrvikar Tobias Fehn auf das Evangelium der Emmaus-Jünger (Lk 24, 13-35) ein. Er fragte, wie oft wir müde und ohne Hoffnung durch den Alltag gehen, ohne Ziel und Perspektive wie die Emmaus-Jünger. Gott kommt ihnen entgegen, mitten in ihre Enttäuschung, dort wo sie gerade stehen. Jesus geht mit und langsam bewegt sich etwas in ihren Herzen, das sie erst spüren, nachdem er für sie das Brot bricht.
Enttäuschungen kennen wir auch, die Hoffnung auf Frieden, dass es im Leben oft anders kommt als wir wünschen. Gott handelt nicht nach unseren Erwartungen, nicht spektakulär, sondern Schritt für Schritt. Nach einem Gespräch, das gut tut, wenn ein Mensch zur rechten Zeit da ist, könnten wir später spüren: da war Gott am Werk. Auch heute kennen wir Drachen, die Angst vor der Zukunft, vor Konflikten, Zweifel und andere Lasten. Ostern heißt, der größte Drache ist besiegt. Der Tod hat nicht das letzte Wort, Vertrauen ist stärker, wir könnten wie die Emmaus-Jünger in den Mut des Glaubens hinein wachsen. Sie sind nicht mehr dieselben wie vorher. Auch wir gehen nicht allein, Jesus geht auch mit uns mit und aus Müdigkeit wird Kraft, aus Angst wird Mut, der befähigt so mutig zu leben wie der heilige Georg - nicht weil er keine Angst kennt, sondern weil er auf Gott vertraut.
Wie die letzten Jahre nahm Fehn auf dem gutmütigen Pferd Kira von Josef und Johannes Schirner Platz. Dabei trug er ein Reliquiar des Heiligen Georg. Die historische Georgs-Figur konnte dieses Mal nicht mitgeführt werden, da sie derzeit restauriert wird.
Fehn stellte die Pferde, die früher unverzichtbar waren für die Feldarbeit, unter den Segen Gottes. Der Georgi-Ritt sei mehr als Brauchtum, sondern ein lebendiges Glaubenszeugnis wie zur Zeit der Einführung des Georgi-Ritts 1936 unter der Nazi-Herrschaft durch Pfarrer Georg Jung.
Ausstellung: Ikonen von Hans Zenk
Nach dem Georgi-Ritt wurde wie gewohnt eine Kunst-Ausstellung im Pfarrsaal angeboten. Hans Zenk, Gemeindereferent in Effeltrich und Poxdorf von 1993 bis 2006 hat Ikonen ausgestellt, die er seit 10 Jahren malt bzw. schreibt.
Die ausdrucksstarken Ikonen waren thematisch sortiert von Christus als Pantokrator bis zur Auferstehung und einer Ikone des heiligen Georg.
Zenk hat fast 40 Jahre als Religionspädagoge für das Erzbistum Bamberg gearbeitet, ist seit fünf Jahren im Ruhestand und wohnt in Hirschaid.
im Urlaub auf Rhodos ist der Wunsch entstanden, einmal eine Ikone zu malen. Von seiner Frau bekam er einen Malkurs im Kloster Niederaltaich geschenkt. Seitdem zieht er sich jedes Jahr dort eine Woche für eine neue Ikone zurück.
Bürgermeister Peter Lepper, der auch an dem Ritt teilnahm, bedankte sich bei allen Beteiligten, dem Trachten- und dem Musikverein, der Feuerwehr und dem Bauhof und hat alle Beteiligten und die Zuschauer aus Nah und Fern eingeladen, nächstes Jahr wieder zu kommen.
Am Nachmittag rundete eine Festandacht mit Sakraments-Prozession in Effeltricher Tracht und mit den örtlichen Vereinen den Festtag ab.