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Hardbergbote - Mitteilungsblatt der Gemeinde Abtsteinach
Ausgabe 26/2026
Vereine und Verbände
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Informationsveranstaltung für Bewohner des Betreuten Wohnen von VdK und Caritas zum Thema „Barrierefreies Wohnen und Wohnraumberatung“ Auch mit Mobilitäts-Einschränkungen ein gutes Leben führen. Rosenplatz, Abtsteinach Moderiert durch Marion Traub, Vd

Gestern noch OK, heute ein unüberwindliches Hinderniss, wie beispielsweise eine Treppe.

 

Betreutes Wohnen Abtsteinach

In einer Info-Veranstaltung zeigen Vdk und Caritas Wege zu barrierefreiem Wohnen und geben praxisnahe Tipps für mehr Lebensqualität im Alter. Durch die Veranstaltung führten Marion Traub, ausgebildete Wohnraumberaterin des VdK und Angelika Lerch, VdK-Wohnberaterin in Ausbildung mit vielen Beispielen in Form einer Präsentation.

Ziel der Veranstaltung war es, praxisnahes Wissen und Hilfestellungen zu geben, wie sich Wohnräume an die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen anpassen lassen. Im Mittelpunkt standen dabei alltagsnahe Lösungen, um lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können.

 

 

Warum sollte man sich frühzeitig mit barrierefreiem Wohnen beschäftigen?

Viele Betroffene kümmern sich erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Dabei kann es jeden von heute auf morgen treffen, beispielsweise durch einen Knochenbruch bei Osteoporose und oder Unfall, fortgeschrittene Arthrose, einen Bandscheibenvorfall, Schlaganfall, Herzinfarkt, eingeschränkte Mobilität, Seh- Hörschwäche, Demenz ...

Solche Ereignisse können innerhalb kürzester Zeit zu massiven Einschränkungen im täglichen Leben führen. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit möglichen Anpassungen und Hilfsmitteln zu befassen, statt erst im Notfall zu reagieren:

„Statt Panik frühzeitig kümmern", so der VdK.

Welche Hilfsmittel gibt es, um trotz Einschränkungen gut leben zu können?

Die gute Nachricht ist, dass es heute viele Möglichkeiten gibt, den Alltag auch mit Einschränkungen angenehm und sicher zu gestalten. Dazu zählen bauliche Anpassungen wie Rampen, Treppenlifte, Fahrstuhl, barrierefreie Bäder und Küchen. Begradigung von Absätzen, barrierefreies Umbauen von Bad, Dusche, Küche, Fußböden, Türen (so sollte eine Badtür, Toilettentür sich nach außen öffnen lassen. Sowie technische Hilfen wie Notrufsysteme oder automatisch abschaltende Herde, Feuerschutztüren, Notausgänge. Sie alle tragen dazu bei, die Selbstständigkeit zu bewahren und die Lebensqualität zu erhalten.

Warum dauert es oft so lange, bis Hilfsmittel zur Verfügung stehen?

Das liegt an den bürokratischen Abläufen. Wenn kostenintensive Hilfsmittel oder Umbauten nötig sind, muss zunächst ein Kostenvoranschlag erstellt werden, beispielsweise für einen Rollstuhl, eine Treppenrampe, eine Armbanduhr mit Notknopf. Erst danach kann ein Zuschuss beantragt werden. Voraussetzung ist ein Pflegegrad und/oder eine

Schwerbehinderung von mindestens fünfzig Prozent. Bis der medizinische Dienst den Antrag prüft, den Mobilitätsgrad vor Ort beurteilt und der Pflegegrad zugeteilt wird, vergehen oft Wochen oder sogar Monate: „Das kann dauern", meinen auch die Referentinnen.

Welche finanziellen Unterstützungen gibt es?

Zuschüsse gibt es bei der Pflegekasse mit bis zu 4.800 Euro oder bei der WiBank mit bis zu 6.500 Euro. In der Summe sind, je nach Pflege- oder Behinderungsgrad, bis zu 15.000 Euro an Fördergeldern möglich. Außerdem lassen sich Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen anteilig von der Steuer absetzen. Zusätzlich kann ein KfW-Kredit für altersgerechtes oder behindertengerechtes Umbauen beantragt werden. Wichtig ist, dass ein Zuschuss nur dann gewährt wird, wenn ein Angebot vorliegt und mit der Maßnahme noch nicht begonnen wurde.

Was ist zu beachten, wenn man zur Miete wohnt?

Bei baulichen Veränderungen ist das Einverständnis des Vermieters erforderlich. Wird dieses verweigert, bleibt oft nur der Umzug in eine andere, geeignete Wohnung oder in betreutes Wohnen beziehungsweise in ein Pflegeheim.

Welche baulichen Voraussetzungen sind für ein barrierefreies Zuhause wichtig?

Für Rollstuhlfahrer müssen bestimmte Mindestgrößen eingehalten werden. Das Bad sollte mindestens 1,5 mal 1,5 Meter groß sein, die Dusche 1,2 mal 1,2 Meter. Türen müssen mindestens 90 Zentimeter breit sein, und es sollte genug Platz zum Wenden vorhanden sein. Küchenmöbel, Waschbecken und Schränke sollten unterfahrbar und leicht erreichbar sein. Auch Griffe sind entscheidend für die Sicherheit.

Sie müssen in der richtigen Höhe und mit passendem Abstand angebracht werden. Griffe mit Saugnäpfen sind möglich, jedoch sollte die Montage grundsätzlich durch einen Fachbetrieb erfolgen, um Stürze zu vermeiden. Generell gilt bei Hilfsmitteln dieser Art, besser einen Fachbetrieb beauftragen als vermeintlich viel Geld sparen und im Nachhinein die falsche Wahl getroffen haben (im Online-Handel erfolgt in der Regel keine fachliche Beratung).

Gibt es auch Unterstützung für Menschen mit Seh- Hörschwäche, Demenz?

Ja, „auch hier gibt es mittlerweile große Fortschritte", ist ein Ergebnis der Veranstaltung. So gibt es Herde, die sich nach kurzer Zeit selbst abschalten, wenn keine Bewegung mehr festgestellt wird. Für sehbehinderte Menschen existieren Systeme, die per Sprachausgabe gesteuert werden und zum Beispiel ansagen, welche Herdplatte in Betrieb ist.

An wen kann man sich wenden, wenn man Hilfe bei der Planung braucht?

Angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten fühlen sich viele überfordert. Deshalb gibt es professionelle Unterstützung durch gemeinnützige Vereine oder Facheinrichtungen.

Diese beraten, helfen bei der Antragstellung und begleiten bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

NFO

Der VdK-Ortsverband Abtsteinach, www.vdk.de/ov-abtsteinach, und/oder die Caritas-Sozialstation Mörlenbach teilen bei Bedarf die Kontaktadressen mit, zum Beispiel zu PauLa, Pflegestützpunkt Kreis Bergstraße, Behindertenbeauftragter Heppenheim, VdK-Beratungsstation Heppenheim ...

Fragerunde

Nach der Info-Veranstaltung gab es noch viele Fragen und Anregungen durch die Mitbewohner des betreuten Wohnens. So wurde u.a. berichtet, dass Türen und Gänge zu schmal für Krankenbetten sind, die Brandschutztüren nicht korrekt funktionieren (beispielsweise schließen manche nicht mehr automatisch,

Vielen Dank an die Referentinnen, Frau Traub und Frau Lerch, sowie die Sozialstation Caritas.