Waren beim fachübergreifenden Workshop im Digitallabor mit dabei: Klaus Gottschalk (netCad Service, Dienstleister), Sabrina Schmeißer (Auszubildende Geomatik, Stadt Forchheim & Stadtwerke Forchheim), René Franz (Leitung Stadtbauamt, Stadt Forchheim), Sophia Ramer (Klimaschutzmanagement, Stadt Forchheim), Matthias Hoffmann (Geodatenverwaltung, Stadt Forchheim)
Die Stadt Forchheim arbeitet derzeit an der Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung. Grundlage hierfür sind die Vorgaben des Freistaats Bayern sowie das Wärmeplanungsgesetz.
Unter der Federführung des städtischen Klimaschutzmanagements entsteht ein strategischer Fahrplan, der aufzeigt, wie die Wärmeversorgung in Forchheim künftig klimaneutral, sicher und bezahlbar gestaltet werden kann. Dabei werden die örtlichen Gegebenheiten ebenso berücksichtigt wie technische, wirtschaftliche und ökologische Rahmenbedingungen.
Die kommunale Wärmeplanung
für Forchheim
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument. Sie zeigt auf, wie die Wärmeversorgung einer Kommune langfristig auf erneuerbare Energien und andere klimafreundliche Wärmequellen umgestellt werden kann. Gleichzeitig schafft sie eine Grundlage für zukünftige Entscheidungen von Stadtverwaltung, Stadtwerken, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern.
Wichtig dabei ist, dass die kommunale Wärmeplanung keine verbindlichen Entscheidungen für einzelne Gebäude oder Grundstücke vorgibt. Sie verpflichtet weder zum Einbau einer bestimmten Heizungsanlage noch zum Anschluss an ein Wärmenetz. Vielmehr dient sie als fachlich fundierte Orientierung für die zukünftige Entwicklung der Wärmeversorgung Forchheims.
Inhalt und Grundlagen der
Wärmeplanung
Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wird zunächst die bestehende Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet analysiert. Darauf aufbauend werden der zukünftige Wärmebedarf sowie Potenziale zur Energieeinsparung ermittelt. Darüber hinaus wird untersucht, welche erneuerbaren Energien und unvermeidbaren Abwärmequellen künftig zur Wärmeversorgung beitragen können.
Die Ergebnisse dieser Analyse fließen in ein gemeinsames Zukunftsbild für die klimaneutrale Wärmeversorgung der Stadt Forchheim ein.
Der Weg zur kommunalen
Wärmeplanung
Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten:
| 1. | Einteilung des Stadtgebiets in Unterbereiche und Quartiere |
| 2. | Analyse der bestehenden Wärmeversorgung |
| 3. | Ermittlung von Potenzialen für erneuerbare Energien, unvermeidbare Abwärme und Energieeinsparungen |
| 4. | Entwicklung eines Zielszenarios für eine klimaneutrale Wärmeversorgung |
| 5. | Erarbeitung erster Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung |
Alle Untersuchungsschritte werden an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und berücksichtigen die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Stadtgebiets.
Beteiligung und Zusammenarbeit
Die kommunale Wärmeplanung entsteht in enger Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche der Stadtverwaltung sowie der Stadtwerke. Ziel ist es, vorhandenes Fachwissen frühzeitig
zusammenzuführen und bestehende Planungen aufeinander abzustimmen.
Hierbei war ein wichtiger Meilenstein der fachbereichsübergreifende Workshop am 2. Juli im Digitallabor der Stadt Forchheim. Das Digitallabor bot als moderner Innovationsraum ideale Voraussetzungen für den gemeinsamen Austausch. Dabei wurden bestehende Planungen vorgestellt, aktuelle Entwicklungen berücksichtigt, erste fachliche Einschätzungen diskutiert und zusammengeführt.
Noch im Juli ist ein weiterer Workshop mit den Fachbereichen der Stadtwerke vorgesehen. Darüber hinaus sollen auch Gewerbetreibende in den Planungsprozess eingebunden werden. Das Klimaschutzmanagement wird hierzu gezielt auf die jeweiligen Akteure zugehen.
Auch die Öffentlichkeit soll in den weiteren Prozess einbezogen werden. Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger sind in Planung. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Zukunft der Wärmeversorgung
in Forchheim
Ein zentrales Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, für die einzelnen Stadt- und Ortsteile die jeweils sinnvollste Form der zukünftigen Wärmeversorgung zu identifizieren. Dabei werden sowohl zentrale also auch dezentrale Lösungen betrachtet.
Untersucht werden unter anderem
die technischen Voraussetzungen für Nah- und Fernwärmenetze, die wirtschaftlichen Möglichkeiten zum Ausbau bestehender Wärmenetze, die Nutzung regionaler erneuerbarer Energiequellen, die Einbindung unvermeidbarer Abwärme sowie Bereiche, in denen individuelle Heizungslösungen langfristig die sinnvollere Alternative darstellen.
Orientierung für
Bürgerinnen und Bürger
Die kommunale Wärmeplanung schafft eine wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen rund um die Wärmeversorgung von Gebäuden. Sie bietet Orientierung, ersetzt jedoch keine individuelle Energieberatung oder konkrete Planung für einzelne Gebäude.
Nach Abschluss der Wärmeplanung erhalten Bürgerinnen und Bürger einen Überblick darüber, ob ihr Gebäude in einem Gebiet mit Potenzial für ein Wärmenetz liegt, welche Formen der Wärmeversorgung langfristig zur Verfügung stehen könnte und welche Entwicklungen in ihrem Stadt- oder Ortsteil zu erwarten sind.
Der Wärmeplan schafft dabei Transparenz und Planungssicherheit für zukünftige Investitionen in die eigene Heizungs- und Energieversorgung.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand zeichnet sich bereits ab, dass in den Ortsteilen Burk, Buckenhofen und Reuth kurzfristig nicht mit einem Ausbau von Wärmenetzen zu rechnen ist. Die weiteren Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung werden diese Einschätzung konkretisieren.
Beratungsangebote rund um
Energie und Sanierung
Steigende Energiekosten sowie die Umstellung auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung werfen bei vielen Eigentümerinnen und Eigentümern Fragen auf. Bereits heute stehen Beratungsangebote in Forchheim zur Verfügung.
Eine erste Anlaufstelle ist der Fachbereich Klima und Energie des Landratsamts. Dort erhalten Interessierte eine unverbindliche Erstberatung zu den Themen Energieeinsparung, energetische Sanierung, erneuerbare Energien und deren Fördermöglichkeiten.
Reicht diese Erstberatung nicht aus, können kostenlose Vor-Ort-Energiechecks* für Bestandsgebäude in Anspruch genommen werden. Qualifizierte Expertinnen und -Experten analysieren die individuelle Situation direkt am Gebäude und beraten unter anderem zu
Strom- und Wärmeverbrauch, Heizungserneuerung und Heizungsoptimierung,
Solarthermie und Photovoltaik, energetische Verbesserungen an der Gebäudehülle sowieweitere Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz.
Der Vor-Ort-Energiecheck eignet sich insbesondere als Entscheidungshilfe für einzelne Sanierungsmaßnahmen, bei denen ein Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)** durch einen Energieberater (KfW-, BAFA-zertifiziert) nicht unbedingt benötigt wird.
Ergänzend dazu bietet die Volkshochschule Forchheim im Rahmen der „Info-Offensive Klimaschutz“ des Landkreises regelmäßig kostenlose Online-Vorträge an. Die Themen reichen von Fördermöglichkeiten, Heizungssanierung, Solarenergie und energetische Gebäudesanierung bis hin zur Elektromobilität.
Ansprechpartner
Bei Fragen zur kommunalen Wärmeplanung, zu den Beteiligungsmöglichkeiten, den Beratungsangeboten sowie Fördermöglichkeiten steht das Klimaschutzmanagement der Stadt Forchheim gerne zur Verfügung.
Die Stadtverwaltung wird über den weiteren Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung sowie über Beteiligungsangebote und Informationsveranstaltungen regelmäßig informieren.
Weitere Infos und ausführliche Beschreibungen zum Kommunalen Wärmeplanung finden Sie auch auf der städtischen Website. Zu finden hinter dem QR-Code oder im Link:
https://www.forchheim.de/leben-wohnen/natur-klima/klima-energie/kommunale-waermeplanung
Stadt Forchheim
Klimaschutzmanagement
Leitung Frau Ramer
Tel. 09191/714-423
E-Mail: klimaschutz@forchheim.de
*Der kostenlose Vor-Ort-Energiecheck für Bestandsgebäude kann nach einer telefonischen Erstberatung beim Landratsamt Forchheim vereinbart werden (Frau Galster, Tel. 09191/86-1092). Er ist Bestandteil des Klimafonds des Landkreises Forchheim, der Maßnahmen zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung fördert. Das Angebot steht somit auch Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Forchheim offen.
**Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein energetisches Sanierungskonzept für Bestandsgebäude. Er basiert auf einer umfangreichen energetischen Analyse des Gebäudes bei der unter anderem der Energieverbrauch, das Baujahr, die Gebäudehülle (z.B. Dach, Außenwände, Fenster und Kellerdecke), die Heizungsanlage sowie weitere energetisch relevante Faktoren bewertet werden. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt, der aufeinander abgestimmte Maßnahmen zur schrittweisen Verbesserung der Energieeffizienz aufzeigt. Der iSFP dient als Orientierung für eine langfristige Sanierungsstrategie und kann, je nach Förderbedingungen, zusätzliche Fördermöglichkeiten für bestimmte Einzelmaßnahmen eröffnen.