Wassereisen zum Grabeneinstau
Am 29. Mai trafen sich die UNESCO-Trägerschaften der traditionellen Bewässerung in Europa zu einem internationalen Beiratstreffen nahe Enschede in den Niederlanden. Die Vorbereitung und Organisation erfolgte maßgeblich durch die EU-Dependance des Internationalen Zentrums für Traditionelle Bewässerung in Europa (IZTB) mit Sitz in Forchheim. Wassermanagerin Julia Schrade (Stadt Forchheim) begleitete die Veranstaltung federführend und koordinierte den fachlichen Austausch der europäischen Partner. Fachlich vertreten wurde Forchheim zudem durch Dr. Barbara Vollmer von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Als Bildungsbeauftragte der Wässerwiesen vermittelt sie das Wissen um die traditionelle Bewässerung an Schulen in der Region. Ihr Projekt „SchützEN – Schüler*innen tradieren zentrale Erfahrungen in den Wässerwiesen“ wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie der Oberfrankenstiftung gefördert.
Im Mittelpunkt des Treffens standen der europäische Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie aktuelle Entwicklungen rund um den Erhalt und die Weitergabe traditioneller Bewässerungstechniken. Dabei zeigte sich erneut, welche internationale Strahlkraft die Forchheimer Wässerwiesen als UNESCO-Kulturerbe entfalten. Die Bewirtschaftungsformen und Erfahrungen aus Franken dienen vielerorts als Vorbild für den Erhalt historischer Bewässerungssysteme und deren Weiterentwicklung im Zeichen des Klimawandels. Besondere Aufmerksamkeit erhielten aktuelle Forschungsergebnisse zu den Forchheimer Wässerwiesen. Untersuchungen im europäischen Vergleich der Technischen Universität Delft (NL) belegen ein ausgeprägtes Bodenleben sowie hohe organische Bodenvorräte in den aktiv bewässerten Flächen. Gleichzeitig weisen die wechselfeuchten Wiesen ein bemerkenswertes Potenzial zur Bindung klimarelevanter Gase wie Methan und Lachgas auf.
Mit dem Engagement des IZTB, dem wissenschaftlichen Netzwerk und den aktiven Wässernden vor Ort entwickelt sich Forchheim zunehmend zu einem europäischen Kompetenzzentrum für traditionelle Bewässerung. Die Wässerwiesen zeigen damit, wie historisches Wissen Lösungen für aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Naturschutz und nachhaltige Landnutzung bieten kann.
Link zum Projekt „Schüler*innen tradieren zentrale Erfahrungen im Naturerbe Wässerwiesen“
https://t1p.de/rspqk
Stadt Forchheim
Wassermanangement