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Forchheimer Stadtanzeiger
Ausgabe 6/2026
Bauen & Wohnen
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Forschungsarbeit bestätigt Nutzen der Forchheimer Wässerwiesen

Wassermanagerin Julia Schrade (Stadt Forchheim/IZTB) und Prof. Dr. Patrick Keilholz (TH OHM)

Zum Internationalen Tag des Wassers wurde beim Tag der Hydrologie vom 04. bis 06.03.26 an der Universität Kassel eine Forschungsarbeit der TH OHM Nürnberg vorgestellt, die in Kooperation mit den Stadtwerken und der Stadt Forchheim erstellt wurde.

Prof. Dr. Patrick Keilholz (TH OHM) und Wassermanagerin Julia Schrade (Stadt Forchheim/IZTB) präsentierten Ergebnisse zur traditionellen Wiesenbewässerung in den Forchheimer Wässerwiesen und deren Bedeutung für den regionalen Wasserhaushalt.

Steigende Trockenheit und Starkregen stellen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft zunehmend vor Herausforderungen. Die historischen Wässerwiesen in Forchheim bieten dabei ein großes Potenzial, denn über ein seit Jahrhunderten genutztes Grabensystem wird Wasser gezielt auf die Flächen geleitet. Dieses Wissen zählt zum UNESCO Immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die Bewässerung erhöht die Bodenfeuchte, stabilisiert die Vegetation und fördert die Grundwasserneubildung.

In einem 32,5 ha großen Messgebiet wurden in den Wässerwiesen Wasserstände, Bodenfeuchten und Grundwasserentwicklungen erfasst und mit einem Wasserhaushaltsmodell ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Wässerung pro Überflutung bis zu 300 mm zusätzlich ins Grundwasser gelangen, während ungewässerte Flächen im Sommer kaum Neubildung aufweisen. Zudem steigt die Bodenfeuchte, die Biomasseproduktion nimmt zu, und der Grundwasserstand liegt in der Wässersaison rund 2,5 m höher.

Die Untersuchung bestätigt die Wässerwiesen als wirkungsvolle „Schwammlandschaft“, sie speichern Wasser dezentral, puffern Trockenperioden ab, mindern die Auswirkungen von Starkregen, fördern die Biodiversität und unterstützen die regionale Trinkwasserversorgung. Damit erweisen sich traditionelle Bewässerungssysteme als wertvolles Instrument der Klimaanpassung und verbinden historisches Wissen mit moderner Hydrologie.