Im Offizierskasino der Schweppermann-Kaserne wurde Oberstleutnant d.R. Norbert Bücherl (Mitte) für seine treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen während seiner fast 47-jährigen Dienstzeit als aktiver Soldat und Reservist in der Bundeswehr von Oberstleutnant Rene Urbach (rechts), Kommandeur Logistikbataillon 472, und in Anwesenheit seines „alten“ Kameraden, langjährigen Wegbegleiters und auch Antragsstellers, Oberstleutnant Norbert Kopf (links), mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet.
Kümmersbruck / Freihung - Oberstleutnant der Reserve (d.R.) Norbert Bücherl trägt seit kurzem eine besondere Bandschnalle in Schwarz-Rot-Gold mit goldfarbenem Kreuz an seiner Uniform. Es handelt sich um das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, eine der höchsten Auszeichnungen, die die Bundeswehr vergibt.
Das Ehrenkreuz wurde Bücherl bei einer kleinen Feierstunde des Offizierskorps des Logistikbataillons 472 in der Kümmersbrucker Schweppermann-Kaserne durch den Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Rene Urbach, verliehen. In seiner Laudatio blickte der Kommandeur auf die gesamte Dienstzeit des Geehrten von 46 Jahre und 10 Monate in der Bundeswehr zurück. Vom 1. Januar 1979 bis 31. Dezember 1993 diente Bücherl 15 Jahre als Zeitsoldat, zuerst beim Panzerbataillon 364 in Külsheim/ Baden-Württemberg) zur Grundausbildung, danach über dreizehn Jahre in der Schweppermann-Kaserne in Kümmersbruck bei den drei vormals dort stationierten Panzerbataillone 123, 124 und 121 als Panzermann auf dem US-Kampfpanzer M 48 und später auf dem Leopard 2. Seine dienstliche Laufbahn begann er als Unteroffizier und setzte diese nach dem Aufstieg 1983 als Truppenoffizier fort. 1992 wechselte Bücherl als Sicherheitsoffizier (S2-Offizier) in den Brigadestab der damals noch aktiven Panzergrenadierbrigade 10 in die Ostmark-Kaserne nach Weiden und führte kurz vor seinem Ausscheiden im September 1993 den Auflösungsappell der Brigade vor dem Alten Rathaus mit durch. Danach war er in verschiedenen Führungsfunktionen als beorderter Reservist bei der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ in Amberg bis zu deren Verlegung 2018 nach Cham aktiv. Höhepunkt hierbei war die NATO-Übung „Cobra `97“ in Spanien im Raum Saragossa. Ab Januar 2021 wirkte Bücherl beim Regionalstab Territoriale Aufgaben Nord im Standort Roth unter der Führung seines langjährigen Kameraden, Oberstleutnant Norbert Kopf, als Stabs- und Projektoffizier für Sondervorhaben und politische Bildung. Hierbei kamen ihm seine zivilen wie politischen Kontakte als ehemaliger Bürgermeister des Marktes Freihung und sein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) besonders zugute. Für seine umfassenden, Jahrzehnte langen partnerschaftlichen Verbindungen zu den beiden US-Partnerschaftsverbände 18th Combat Sustainment Support Battalion (18th CSSB) und zur 702nd Explosive Ordnance Disposal Company (702nd EOD), beide auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert, wurde Bücherl als Erster und bisher einziger Oberpfälzer 2012 in Kaiserslautern zum „Honorary Colonel“ (Ehrenoberst) der 21st Theater Sustainment Command (21. U.S. Transportdivision) ernannt. Beim Bayerischen Soldatenbund 1874 e.V. bekleidete Bücherl mehrere Führungsfunktionen auf Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsebene wie zuletzt als Verbandsreservistenbeauftragter von 2022 bis 2025 und derzeit erneut als Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, Beisitzer in der Bezirksvorstandschaft und Vorsitzender der SRK Freihung.
Oberstleutnant Urbach bescheinigte zum Ende seiner Laudatio dem Ausgezeichneten „fortwährende, weit überdurchschnittliche Einsatz- und Leistungsbereitschaft sowie Souveränität und Professionalität bei Planung, Vorbereitung und Durchführung von Sondervorhaben bei hervorragender internationaler wie auch zivil-militärischer Vernetzung. Oberstleutnant Bücherl ist in Haltung und Pflichterfüllung absolut beispielgebend für alle Soldaten. Die Verleihung durch den Bundesminister der Verteidigung erfolgt als sichtbare Anerkennung für treue Dienste und in Würdigung beispielhafter soldatischer Pflichterfüllung“, schloss der Bataillonskommandeur seine Ansprache und heftete dem Stabsoffizier das goldene Ehrenkreuz an die Uniform. (Text: Rene Urbach, Norbert Kopf, Norbert Bücherl)
Geschichte des Ehrenzeichens der Bundeswehr
„Das Ehrenzeichen der Bundeswehr ist der Dank der Demokratie an Demokraten, an Staatsbürger, die durch besonderen Einsatz für unser Land mehr getan haben als ihre Pflicht.“ Mit diesen Worten händigte der Bundesminister der Verteidigung, Hans Apel, am 12. November 1980 die ersten 34 Ehrenzeichen an Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr aus. Der 12. November 1980 ist der 225. Geburtstag des preußischen Militärreformers Gerhard David von Scharnhorst.
Diese Erstauszeichnung stand am Ende einer langen Entstehungsgeschichte. Seit dem „Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen“ von 1957 wurde erstmals versucht, ein Treuedienst-Ehrenzeichen – zunächst nicht nur für Soldaten, sondern für alle Angehörigen des öffentlichen Dienstes -, eine Dienstauszeichnung oder eine Wehrdienstmedaille zu schaffen.
Anfang 1980 signalisierte das Bundespräsidialamt, dass der Bundespräsident die Stiftung eines Bundeswehr-Ehrenzeichens billigen würde. Dabei wurde auf die Parallelen zu Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerkes hingewiesen. Es wurde festgelegt, dass ein Bundeswehr-Ehrenzeichen auch einen verdienstwürdigen Charakter haben sollte. Mit der Auszeichnung sollte einerseits die bundeswehrspezifischen Verdienste und die über die Norm hinausgehende Pflichterfüllung gewürdigt werden. Die Verdienste sollten also über solchen Leistungen liegen, die nach der Wehrdisziplinarordnung mit einer Förmlichen Anerkennung gewürdigt werden können. Anderseits sollten sie hinter den Anforderungen zurückbleiben, die bei einer Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zu stellen sind.
Nach dem Ja des Bundespräsidenten Karl Carstens schlug der damalige Generalinspekteur, General Jürgen Brandt, am 14. April 1980 dem Verteidigungsminister vor, ein Ehrenzeichen zu stiften. Bundeskanzler Helmut Schmidt stimmte der Idee zu, so dass das Bundeskabinett auf seine Sitzung vom 20. August 1980 über die Stiftung des Ehrenkreuzes unterrichtet werden konnte.
Mit Erlass vom 6. November 1980 stiftete Minister Apel dann das Ehrenkreuz anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Bundeswehr. „Mit Einführung des Ehrenzeichens wird nach meiner Auffassung ein nicht zu unterschätzender Motivationseffekt erzielt. Nicht zuletzt wird dem jungen Staatsbürger gezeigt, dass sein Eintreten für den Staat ernst genommen und anerkannt wird“, wird der damalige Minister Apel zitiert. (Text: Geschichte Ehrenkreuz der Bundeswehr – Uwe Brammer, BMVg)