Vor Beginn der Sommerübungspause führt die Freiwillige Feuerwehr Langweid jährlich eine groß angelegte Hauptübung durch. Ziel der Übung war es, unter realitätsnahen Bedingungen die örtlichen Gegebenheiten besser kennenzulernen, die Wasserversorgung zu testen und den Ausbildungsstand auf die Probe zu stellen.
Insgesamt rückten 43 Einsatzkräfte auf das Betriebsgelände der Firma Anreu GmbH im Langweider Ortsteil Foret aus, einem Unternehmen, das auf Holzpaletten-Recycling spezialisiert ist. Nach dem Eintreffen der Einsatzfahrzeuge erkundete Kommandant und Einsatzleiter Christian Steiner die Lage und bekam von einer Mitarbeiterin die Information, dass in der Produktionshalle ein elektrisch betriebener Gabelstapler in Brand geraten ist und zudem noch zwei Personen als vermisst galten. Das Feuer hatte bereits auf den angrenzenden Lackierbereich übergegriffen, dichter Rauch füllte die Halle, und Flammen schlugen bereits durch das Dach. Zudem drohte Funkenflug die im Außenbereich gelagerten Paletten zu entzünden.
Nachdem die Einsatzbefehle an die Fahrzeugführer erteilt wurden, begannen die Atemschutztrupps unverzüglich, in der Produktionshalle nach den beiden vermissten Personen zu suchen und die Brandbekämpfung im Innenangriff vorzunehmen. Wenige Minuten später wurde eine erste Mitarbeiterin gefunden, die mit Lösungsmittel kontaminiert war und die Halle nicht mehr selbstständig verlassen konnte. Sie wurde ins Freie gebracht, wo ein Dekontaminationsplatz eingerichtet wurde. Hier simulierte man die Reinigung der dekontaminierten Kleidung und der Haut der geretteten Person sowie des betroffenen Atemschutztrupps realitätsnah. Parallel dazu bauten weitere Kräfte eine lange Schlauchstrecke auf und sicherten den Verkehr. Die Drehleiter kam mit ihrem Wasserwerfer im Außenangriff zum Einsatz, um die Brandbekämpfung des Daches vorzunehmen und ein Ausbreiten der Flammen auf die gelagerten Paletten zu verhindern. Um Wasser zu sparen, wurde dies während der Übung nur beschränkt eingesetzt – das Leitungsnetz konnte dennoch umfassend getestet werden. Ein Überdrucklüfter sorgte zudem für eine zügige Entrauchung der Halle. Auch die Jugendgruppe war aktiv eingebunden und brachte Strahlrohre in Stellung.
Rund 45 Minuten nach Eintreffen an der Einsatzstelle wurde die Übung offiziell beendet. Die beide vermissten Personen wurden gerettet bzw. dekontaminiert und der Brand erfolgreich gelöscht. Bei der Nachbesprechung lobten Kommandant Christian Steiner und Bürgermeister Dominik Jahn die hohe Einsatzbereitschaft, den reibungslosen Ablauf sowie den starken Ausbildungsstand der teilnehmenden Ehrenamtlichen.