Im festlich geschmückten Sportheim Weyersfeld hat die Gemeinde Karsbach ihren langjährigen Bürgermeister Martin Göbel verabschiedet. In einer persönlichen und detailreichen Laudatio würdigte Rainer Kunkel die „30 Jahre voller Verantwortung, Herzblut und Durchhaltevermögen“, in denen Göbel die Gemeinde mit ihren vier Ortsteilen prägte.
Besonders sichtbar ist sein Wirken in Weyersfeld: Der Dorfplatz wurde erneuert, Gemeindehaus und Sportheim modernisiert, Feuerwehrhaus und Musikproberaum ausgebaut und ein neues Baugebiet erschlossen. Mit dem Ankauf des ehemaligen Raiffeisenlagers schuf Göbel die Grundlage für einen heutigen, gut ausgestatteten Bauhof; Straßen und Wege befinden sich hier wie in den übrigen Ortsteilen in gutem Zustand. In Höllrich führt ein neuer Fahrradweg in den Ort, zahlreiche Straßen sind saniert, der Friedhof wurde erneuert. Das alte Schulhaus fand eine neue Nutzung, das Steinanwesen ging in Gemeindebesitz über, und ein modernes Feuerwehrhaus mit Lager- und Übungsflächen stärkt den Brandschutz. Auch Heßdorf profitierte von der Ära Göbel: Das Gewerbegebiet wurde erweitert, neue Baugebiete mit schmucken Häusern erschlossen, das Gemeindehaus saniert und zur vielseitigen Begegnungsstätte umgestaltet; parallel modernisierte die Gemeinde die Wasserversorgung umfassend. In Karsbach selbst erinnert der Uhlberg als unter Naturschutz stehendes Wahrzeichen an Göbels Einsatz für Umwelt- und Landschaftsschutz. Kindergarten und Gemeindehaus wurden ausgebaut und erneuert, der Friedhof neugestaltet, und dank Fördermitteln sowie starker Vereinsarbeit konnte ein hochmodernes Feuerwehrfahrzeug beschafft werden.
Kunkel zeichnete das Bild eines Amts, das „fast immer Dienst“ bedeutet: zuhören, vermitteln, Konflikte lösen – vom Landratsamt über die Wasserwirtschaft bis zu alltäglichen Bürgeranliegen. Göbel habe Gesetze umgesetzt, Ideen vorangetrieben und auch bei Gegenwind Kurs gehalten. Ein Herzensanliegen war ihm die Stärkung der Vereine – von Feuerwehr und Sport bis zu Musik- und Kirchenchören –, die über viele Jahre verlässlich Unterstützung erhielten. Zu den großen Linien seiner Amtszeit zählen die Sicherung der Wasserversorgung mit Brunnen und Hochbehältern, die kostspielige Fremdwasserbeseitigung in den Kanälen sowie die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Gleichzeitig erschloss Karsbach den Zugang zu schnellem Internet und Glasfaser und zählt heute zu den ländlichen Gemeinden mit guter digitaler Infrastruktur. Ein Dauerthema war die Kläranlage: Nach Jahrzehnten der Diskussion erhielt der Neubau schließlich grünes Licht; der künftige Bürgermeister wird das Projekt zur Vollendung führen.
Nicht alles lief konfliktfrei. Naturschutzrechtliche Beanstandungen beim Pflegen des Stationsweges oder mühselige Verfahren mit Behörden gehörten dazu. „Es gibt auch Tage, da ist das Amt eines Bürgermeisters wirklich nicht vergnügungssteuerpflichtig“, so Kunkel. Überwogen hätten jedoch die positiven Seiten: das sichtbare Vorankommen in allen Ortsteilen und der enge Schulterschluss mit Bürgerschaft, Verwaltung und Vereinen. Ein besonderer Dank galt Ehefrau Beate, die ihren Mann über drei Jahrzehnte „liebevoll begleitet und getragen“ habe.
Über die Gemeindegrenzen hinaus prägte Göbel als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Gemünden die Zusammenarbeit und setzte sich im Schulverband für eine gut ausgestattete Grundschule in Gössenheim ein. Freundlicher Umgang, Kollegialität und ein verlässlicher Verwaltungsapparat seien ihm stets wichtig gewesen. Die Bilanz seiner Amtszeit liest sich eindrucksvoll: Rund 450 Gemeinderatssitzungen, etwa 100 Bürgerversammlungen, unzählige Ortstermine und Sprechstunden, dazu Gespräche mit Behörden, Vereinen, Schulen und Kindergärten. Viele Maßnahmen – von Baugebieten und Dorferneuerungen über Straßen- und Kanalbau bis hin zu Feuerwehr- und Vereinsinfrastruktur – tragen seine Handschrift und haben die vier Ortsteile enger zusammengeführt.
Zum Abschied bedankten sich zahlreiche Ortsvereine mit Präsenten und kurzen Laudationes für die langjährige Unterstützung. Auch die Förster würdigten die gute Zusammenarbeit in Wald- und Naturschutzfragen, der Gemeinderat und die Verwaltungsgemeinschaft (VG) hoben Göbels verlässliche Führungsarbeit hervor. Der neue Bürgermeister Lorenz Höfler dankte seinem Vorgänger für die geordnete Übergabe und kündigte an, die begonnenen Projekte – allen voran den Neubau der Kläranlage – konsequent fortzuführen.
Martin Göbel verabschiedet sich nach drei Jahrzehnten aus dem Amt – „stolz auf das Erreichte“ und mit dem Dank der Gemeinde für Engagement, Verlässlichkeit und die Förderung des Miteinanders. „Du hast dich um unsere Gemeinde Karsbach verdient gemacht“, schloss Kunkel und wünschte dem Altbürgermeister und seiner Familie Gesundheit, Zeit und Freude für den neuen Lebensabschnitt.