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Mitteilungsblatt der VG Gemünden a Main
Ausgabe 13/2024
Amtliche Bekanntmachungen
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Gemeinde Gräfendorf

Geschichten und Geschichte

Ortsgeschichte Mitte des 20. Jahrhunderts

Der katholische Kirchenchor in den 40er und 50er-Jahren

Das Archivteam gibt die Erzählung des 98-jährigen Thomas Münzel aus Bad Kissingen weiter. Aufgeschrieben hat sie sein Neffe Bernhard Münzel aus Karlstadt und Johannes Sitter per E-Mail überlassen. Wir veröffentlichen die Geschichte wörtlich. Bernhard Münzel schreibt:

Hallo Johannes,

was den früheren Kirchenchor von Gräfendorf betrifft, habe ich mich bei den noch lebenden Zeitzeugen in meiner Verwandtschaft erkundigt. Die Datierung der Bilder auf das Jahr 1953 ist höchstwahrscheinlich zutreffend. Auf dem 1. Foto ist rechts mein Vater Ambrosius Münzel (Jahrgang 1926, verstorben 2018) zu erkennen, links (mit Mantel über dem Arm) Nikolaus („Niko“) Münzel (Jahrgang 1927, verstorben 2003), gerade hinter Niko meine Mutter Hermine Münzel (geb. Kraft, Jahrgang 1927, verstorben 2016). Der Kirchenchor muss bereits in den 1940er-Jahren existiert haben. Denn als meine Großmutter väterlicherseits Hermine Münzel (Jahrgang 1894, verstorben 1970) im Jahr 1943 (oder 44) mit ihren beiden jüngsten Kindern Thomas (Jahrgang 1931) und Konrad (Jahrgang 1934) von Berlin (wegen der dortigen Bombardierung) nach Gräfendorf kam, ist sie mit ihrem Sohn Thomas sofort in den Kirchenchor eingetreten. Nach Kriegsende 1945 haben auch noch seine älteren Geschwister Irmgard Münzel (Jahrgang 1920, verstorben 2005), Ruth Nachreiner (Jahrgang 1925), sowie Ambrosius, Niko und der junge Konrad den Kirchenchor verstärkt, jeweils bis zu ihrem Wegzug aus Gräfendorf.

(Oma) Hermine Münzel ist mit ihrem Mann, der auch Ambros hieß (Jahrgang 1892, verstorben 1987), und den Kindern Irmgard, Thomas und Konrad im Jahr 1952 nach Bad Kissingen gezogen. Ruth heiratete 1952 Hans Nachreiner und verließ ebenfalls Gräfendorf. Niko, der Klara Kraft heiratete, zog 1954 mit seiner Familie nach Karlstadt, und mein Vater Ambrosius hat Gräfendorf 1959 als letzter verlassen, um nach Gemünden zu gehen. Deshalb sind auf dem Foto von 1953 nur noch Niko, Ambros und meine Mutter Hermine zu sehen. Das haben mir Thomas, Konrad und Ruth berichtet. Besonders Thomas und Niko waren hervorragende Solo-Sänger, sodass der damalige Kirchenchor durch die Münzel-Sippe einen Aufschwung erlebte. Geleitet wurde der Chor damals hauptsächlich von Lehrer Reinfelder, zeitweise auch von Pfarrer Först. Wie lange dieser Kirchenchor später existierte, konnte ich nicht herausfinden. Dazu müsste man andere Zeitzeugen befragen oder Dokumente einsehen. Auf dem Foto habe ich außerdem Renate Wagenpfahl (geb. Pfister) erkannt, die Mutter von Bürgermeister Johannes Wagenpfahl. Auch andere Personen habe ich erkannt, allerdings kann ich sie nur anhand ihres Gesichts identifizieren. Die Kinder auf dem zweiten Foto könnten noch am Leben sein.

Schöne Grüße
Bernhard Münzel

Hinweis: Pfarrer Hans Först verließ am 7.11.1950 Gräfendorf. Sein Nachfolger, Pfarrer Hugo Konrad, kam am 18.2.1952.

© Das Foto befindet sich im Gemeindearchiv. Der Fotograf ist unbekannt. Bernhard Münzel ist ein Verwandter von Thomas, Konrad und Ruth Nachreiner, geb. Münzel. Das Archivteam sagt ihm für sein Mitwirken ein herzliches 'Vergelt's Gott'.