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Mitteilungsblatt der VG Gemünden a Main
Ausgabe 15/2024
Amtliche Bekanntmachungen
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Neuer Wettbewerb „Unser Dorf – PreisgeGrünt“ - Preisträger ermittelt

Gruppenbild von der Siegerehrung vom Kreisverband Main Spessart

v.l.n.r.: Frau Weissenberger 2. Vorsitzende Kreisverband Main-Spessart, Heinrich Heim 1. Vorstand OGV Weyersfeld, Martin Göbel Bürgermeister Gemeinde Karsbach

Seit dem Jahr 2023 gibt es in Main-Spessart einen neuen Wettbewerb. „Unser Dorf – PreisgeGrünt“. Dieser wurde gemeinsam von der Vorstandschaft und Geschäftsführung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege und der Kreisfachberatung am Landratsamt eigens für den Landkreis entwickelt. Vergleichbare Wettbewerbe gibt es in anderen unterfränkischen Landkreisen bislang nicht. Eine Bewertungskommission hat nun die ersten Preisträger ermittelt.

Der neue Wettbewerb ersetzt dabei den bisherigen „Blumenschmuck-Wettbewerb“, der als nicht mehr zeitgemäß angesehen wurde. Denn dabei standen vor allem die einjährigen Beet- und Balkonpflanzen im Fokus. „Unser Dorf – PreisgeGrünt“ zielt nun auf die Gesamtheit des Grüns in den Ortschaften ab. So werden vor allem die Leistungen von Bauhöfen und örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen bewertet, die beispielsweise naturnahe Beete und Spielplätze pflegen, Klimabäume pflanzen und für Natur und Nachhaltigkeit sensibilisieren. Damit wird nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Durchgrünung und Attraktivität der Orte geleistet, sondern auch aufgezeigt, wie die Folgen des Klimawandels abgeschwächt werden können. Denn eine begrünte Wand heizt sich durch Sonneneinstrahlung deutlich weniger stark auf, und Bäume kühlen die Umgebungstemperatur und spenden Schatten.

„Wir hoffen mit dem Wettbewerb auf Kreisebene auch mehr Ortschaften aus Main-Spessart für den Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zu gewinnen. Denn leider ist unser Landkreis dort in der Regel nicht allzu gut vertreten“, erläutert Kreisfachberater Maximilian Markert.

Beim ersten Durchgang des neuen Wettbewerbs meldeten sich 19 Obst- und Gartenbauvereine, die die Bewertungskommission - bestehend aus Fachleuten aus der Gartenbranche, Mitgliedern der Gartenbauvereine und Mitarbeiterinnen des Regionalmanagements - durch ihren Ort führten. „Wir waren bei den Rundgängen begeistert, was hier vor Ort vor allem auch ehrenamtlich geleistet wird“, so Markert rückblickend.

Folgende Ortschaften wurden ausgezeichnet:

1.

Plätze: Büchold, Halsbach, Weyersfeld

2.

Plätze: Altbessingen, Karsbach, Massenbuch, Mittelsinn, Obersfeld, Schonderfeld, Schwebenried, Stetten, Weickersgrüben

3.

Plätze: Gräfendorf, Heßlar, Höllrich, Hundsbach, Reuchelheim, Wiesenfeld, Wolfsmünster

Aus der Gemeinde Karsbach haben 3 Ortschaften bei dem Wettbewerb teilgenommen. Die jeweiligen Berichte von der Bewertungskommission lauteten wie folgt:

Höllrich:

Der 1. Vorsitzende Axel Höfler und Herr Bgm. Göbel begrüßten die Bewertungskommission am Dorfplatz an der Hauptstraße. Der Platz ist eingerahmt von mehreren großkronigen Bäumen. Die viel befahrene Bundesstraße wurde teilweise durch Fassadenbegrünung und anderes private Grün aufgewertet.

Im Siedlungsbereich wurden bewusst Grünstreifen mit Bäumen integriert. Privates Grün wertet auch hier den Straßenbereich auf.

Der Altort konnte vor allem um die Pfarrkirche und in den Bereichen um den Bach punkten. Im Kirchenumfeld gab es trockenheitstolerante Staudenflächen, die durch den OGV gepflegt werden. Eine alte Hofstelle wurde durch die Gemeinde in einen Dorfplatz für Feste umgewandelt, die Fassaden wurden dort mit verschiedenen Kletterpflanzen vorbildlich begrünt. Die Pflanzbeete könnten noch etwas mit insektenfreundlichen Arten nachgearbeitet werden. Am örtlichen Spielplatz würden noch ein paar schattenspendende Bäume guttun.

Das Thema Wasser wird am Bach, der den Ort in zwei Teile trennt, erlebbar. Besonders hervorzuheben ist ein naturnaher, kleiner Teich der in Eigenregie durch den OGV angelegt wurde. Ein geplantes Tretbecken konnte bisher aufgrund Widerstands der Behörden nicht umgesetzt werden.

Der Eingang des Friedhofs wird von zwei Kugelahornen mit Unterpflanzung gesäumt. Neben der Leichenhalle stehen einige Sträucher und markante Bäume, bei denen auch eine Baumbestattung möglich ist.

Die offenen Grabstellen sind mit Wiese bewachsen. Eine Abgrenzung durch Hecken fehlt. Hier könnten mit Stauden- oder Strauchpflanzungen verschiedene Strukturen geschaffen werden. Der Friedhof wird zum Ortsausgang von einem Streuobstgürtel umringt.

Vielen Dank für Eure Teilnahme!

Die Bewertungskommission vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege
Main-Spessart e. V.

Karsbach:

Die Bewertungskommission traf sich mit Herrn Bürgermeister Martin Göbel und Frau Kerstin Bock vom OGV Karsbach in der Dorfmitte.

Gleich im Umgriff vor der Kirche wurde deutlich, dass die Gemeinde und der Ort Karsbach großen Wert auf eine Aufwertung der Ortsmitte durch Grünstrukturen legt. Großbäume wurden neben der Kirche und auf einem Grüngürtel unterhalb der Kirche angepflanzt. An den Fassaden der Häuser oder Nebengebäude findet man vertikales Grün in Form von Kletterrosen. Die in einer Seitenstraße besonders hohe Kirchenmauer wurde ebenfalls mit Kletterpflanzen begrünt, um der Muschelkalkkmauer die Wuchtigkeit zu nehmen. Das sehr gut mit Großbäumen und Strauchgruppen begrünte öffentliche Grundstück unterhalb der Kirche lädt mit beschatteten Sitzgruppen als Treffpunkt für die Dorfbevölkerung ein. Auch an der Element Wasser wurde in Form eines Brunnens mit kleinem Wasserlauf gedacht. Der alte Pfarrhof (?) mit seinem wunderbaren Innenhof dient im Dorfzentrum ebenfalls als Platz für gemeinsame Feste im Ort.

Karsbach ist im nordöstlichen Bereich durch die Flächen des Lagers Hammelburg mit einem steilen Trockenhang abgegrenzt. Weithin sichtbar führt hier an der Hangkante des ökologischen wertvollen Areals der Kreuzweg des Ortes entlang. Im unteren Teil trägt der Kuhbach den Grüngürtel in den Ort herein, trennt die Neubaugebiete im Süden vom Altort und bietet hier aber auch ein verbindendes Element mit dem Grabenland und dem Spielplatz im Kuhbachbereich. An einigen Stellen besteht die Möglichkeit, über Treppen den Bach zu erreichen. Eine wunderbare Bereicherung für den Ort. Die Neubaugebiete grenzen im Süden an und sind durch zum Teil steile Hanglagen gekennzeichnet. Hier wirkt das Grün der Vorgärten mit in den Straßenraum hinein.

Für die Gestaltung des Friedhofs hat die Gemeinde viel Geld in die Hand genommen. Die Wege sind gepflastert. Hier wäre eine zurückhaltendere Erschließung wünschenswert gewesen. Bäume sind in den Randbereichen gepflanzt. Auch in Karsbach fällt ins Auge, dass Grabstellen aufgegeben werden und dadurch viele Lücken entstehen. Diese könnte man für die Pflanzung von kleinkronigen Bäumen verwenden, oder die Flächen durch insektenfreundliche Staudenpflanzungen aufwerten. Besonders zu erwähnen ist auch die sehr hochwertig angelegte Urnenbestattungsfläche. Es würde der umgebenden Muschelkalkmauer des Friedhofs guttun, wenn man hier mit einer Wandbegrünung den einen oder anderen Bereich aufwerten würde.

Fazit: Karsbach ist auf einem guten Weg! Bei zukünftigen Maßnahmen sollte man immer das ländliche Umfeld im Auge behalten und von Übererschließungen und Versiegelungen Abstand nehmen.

Vielen Dank für Eure Teilnahme!

Die Bewertungskommission vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege
Main-Spessart e. V.
Weyersfeld

Übergabe der Urkunde und Siegerplakette an den OGV Weyersfeld

Ich freue mich sehr über die großartigen Bewertungsergebnisse.

Weyersfeld:

Der 1. Vorsitzende Heinrich Heim und Herr Bgm. Göbel begrüßten die Bewertungskommission am Ortsende an der Hauptstraße. Weyersfeld ist ein echtes fränkisches Straßendorf, das vor wenigen Jahrzehnten noch als typisches Bauerndorf bezeichnet werden konnte. Auch heute noch wird der Ort von Feld, Viehzucht und Obstbau geprägt, das dem Dorf einen gewissen Charme verleiht. Die auf 255 m ü. NHN liegende Ortschaft fügt sich aufgrund der zahlreichen Streuobst- und Gehölzbestände harmonisch in das von Feldern geprägte Landschaftsbild ein.

Der nordwestlich am Dorfrand von Streuobstbäumen umrahmt liegende Friedhof wurde 1812 angelegt und ist über ein durch 2 Linden gesäumtes, historischen Eingangsportal erlebbar. Der Friedhof wirkt sehr gepflegt und bietet durch mehrere Bäume schattige Plätze zum Verweilen an. Die Gräber sind traditionell bepflanzt und Gräber mit großen Grabplatten bzw. Schotterbedeckung sucht man vergebens. Auch neueren Bestattungsformen wie z. B. Urnengräber werden durch die Bereitstellung von Cortenstehlen bzw. Platten Rechnung getragen. Die rasenartigen Grünflächen könnten durch eine Anhebung der Mahdhöhe auf 10 cm und durch Belassen von ungemähten Randflächen eine ökologische Aufwertung erfahren.

An der Hauptstraße ist ein überdachter historischer Brunnen erlebbar. Im Wiesgarten befinden sich noch zahlreiche intensiv bewirtschaftete Gemüsegärten, die zur Eigenversorgung der Dorfbewohner beitragen. Gemüseanbau in dieser Intensität ist leider selten geworden und ist in unserer Region als einzigartig zu bezeichnen. An der Bude sind mehrere Forellenbecken, die aus einem in den dreißiger Jahren erbauten Freibad entstanden sind. Als ökologisch herausragend sind die südlich von Weyersfeld befindlichen Feuchtwiesen zu erwähnen, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Im Flur befindet sich die Arche Noah in Form eines Bildstockes, der als Symbol für den Schutz der Schöpfung im Jahr 2000 errichtet wurde.

Gepflegt wird dieser Ort durch den ortseigenen Gartenbauverein. Diese bewirtschaften die wiesenartige Fläche nachhaltig in Form von ökologischer Mahd und einem Insektenhotel. Darüber hinaus lädt eine Wellenliege zum Verweilen ein. Die in den siebziger Jahren erbaute, sich noch entwickelnde Neubausiedlung wird stark durch gepflegtes privates Grün geprägt.

Der historische Ortskern mit Kirche und altem Schulhaus ist mit einer ansprechenden Begrünung aufgewertet. Darüber hinaus punktet die Hauptstraße mit ortsüblicher Fassadenbegrünung wie z. B. Spalierobst und durch einen intensiven Blumenschmuck an den Fenstern.

Fazit: Ein lebens- und liebenswerter Ort, der aufgrund seiner bäuerlichen Prägung Potential hat, an weiterführenden Wettbewerben wie z. B. Unser Dorf hat Zukunft, teil zu nehmen!

Vielen Dank für Eure Teilnahme!

Die Bewertungskommission vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Main-Spessart e.V.

Ich freue mich über die durchwegs positiven Bewertungen vom Kreisverband Main-Spessart. Diese bestätigen, dass in unseren Ortsteilen viel für die Natur und das Landschaftsbild getan wird.

Vielen Dank an alle, die dazu beitragen und mithelfen.

Gemeinde Karsbach
Martin Göbel
1. Bürgermeiser