Es wird festgestellt, dass der Gemeinderat Karsbach ordnungsgemäß geladen wurde und beschlussfähig ist. Der öffentliche Teil der Niederschriften Nr. 7/2023 wurde dem Gemeinderat Karsbach zugeschickt. Zur Niederschrift gibt es keine Einwände, die Niederschrift gilt somit als genehmigt.
I. ÖFFENTLICHE SITZUNG
I.1. Lagebericht zum derzeitigen Waldzustand im Gemeindewald der Gemeinde Karsbach
Bürgermeister Göbel begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt die beiden Förster der Stadt Gemünden, Herrn Johannes Pietron und Herrn Meinolf Arndt, die beide seit zwei Jahren mit der Betriebsleitung und -ausführung des Gemeindewaldes Karsbach beauftragt sind. Des Weiteren begrüßt er Herrn Robert Kaufmann, der seit 1. Juli 2023 als Förster bei der FBG Gemünden a. Main und Umgebung angestellt ist. In dieser Funktion wird er je zur Hälfte für die 600 ha Gemeindewald Karsbach und mit ca. der gleichen Größenordnung bei der Stadt Gemünden a. Main eingesetzt. Die Abwicklung wird mit einem Waldpflegevertrag geregelt.
Herr Robert Kaufmann stellt sich dem Gremium kurz vor. Er ist 28 Jahre alt und hat nach seiner Ausbildung zum Forstwirt sein Fachabitur erworben und im Anschluss sein Forststudium erfolgreich abgeschlossen. Nachdem er sein Praktikumssemester in der hiesigen Region durchgeführt hat, hat er die Gegend kennen gelernt und mit großem Interesse sich dann für die ausgeschriebene Stelle der Forstbetriebsgemeinschaft Gemünden beworben. Er freut sich, dass er die Stelle bekommen hat und ist hochmotiviert, die Aufgaben in den beiden kommunalen Wäldern anzugehen.
Im Anschluss trägt Herr Pietron einen Bericht über die derzeitige Situation im Gemeindewald Karsbach vor.
Der planmäßige Holzeinschlag für dieses Forstwirtschaftsjahr beträgt 1.197 Fm. Aufgrund von extremen Kalamitäten (Käferholz und Trockenschäden) sind bisher weitere 1.586 Fm, sogenanntes Schadholz, aufgearbeitet worden. Der Gesamteinschlag für das Forstwirtschaftsjahr 2023 liegt bisher bei 2.783 Fm. Hierbei sind die Rechtholzmengen aus den verschiedenen Gemeindeteilen, das anfallende Holz aus der Jugendpflege und weiteres NH-Holz (Nadelholz) noch nicht enthalten.
Die bisherigen Einnahmen auf der Haushaltsstelle für „Verkauf von forstlichen Produkten“ belaufen sich auf knapp 170.000 €. Noch zu erwartende Einnahmen durch offene Rechnungen belaufen sich auf rund 55.000 €. Weitere Einnahmen sind noch aus dem Verkauf des Käferholzes zu erwarten, welches noch abgerechnet werden, bzw. eingeschlagen werden muss.
Über die Verteilung der Hiebsmengen auf die Baumarten informiert Herr Kaufmann.
Insgesamt wurden 56 % Fichte, 23 % Eiche, 9 % Buche und 9 % weitere Baumarten eingeschlagen. Allerdings ist festzustellen, dass 38 % des Erlöses aus dem Verkauf der Eiche, 10 % aus der Buche und 36 % aus der Fichte stammen.
Bezüglich der Situation zum Holzmarkt informiert im Anschluss wieder der Forstleiter Herr Pietron, dass weiterer zwangsbedingter Holzeinschlag im Nadelholz notwendig sein wird. Dies ist dem ausbleibenden Regen und der Massenvermehrung der Borkenkäfer geschuldet. Die Höhe des Holzeinschlages ist derzeit nicht abschätzbar. Zur Zeit sind die Preise für Fichten- und Kieferholz rückläufig und die bisherigen Erwartungen an die kommende Hiebsaison bei der Vermarktung von Laubholz sind ebenfalls rückläufig. Dies ist dem schwierigen Export geschuldet. Anhand einer Karte werden die Schwerpunkte des Borkenkäferbefalls aufgezeigt. In der Buchleite, Gemarkung Weyersfeld, sind ca. 450 Fm, in der Langerain, Gemarkung Karsbach, 750 Fm, in der Heeg in Karsbach 210 Fm, und am Riedberg, Gemarkung Seifriedsburg, ca. 100 Fm Schadholz angefallen. Aufgrund der großen Schadholzmengen, die deutschlandweit derzeit aufkommen, ist der Markt total überlastet. Deshalb wurde am ehemaligen Holzplatz der Firma Kretz in Weyersfeld (Richtung Sodenberg) ein Zwischenlager errichtet. Für diesen zusätzlichen Aufwand gibt es vom Freistaat Bayern eine Förderung. Zum Stand 30.06.2023 wurden von der Gemeinde Karsbach und der Stadt Gemünden zusammen rund 1.400 Fm Holz auf das Zwischenlager verbracht. Die bisherig lagernden Holzmengen sind bereits verkauft und werden in den nächsten Wochen und Monaten abgefahren. Die weiter anfallenden Holzmengen werden weiterhin zwischengelagert und auf dem Markt angeboten.
Des Weiteren informiert Förster Pietron, dass die Schadenssituation bei der Buche aufgrund der Trockenheit extrem zugenommen hat. Gerade bei älteren Buchen ist festzustellen, dass die Baumkronen absterben. Eine extreme Schadenssituation ist auf dem Jahrberg in Weyersfeld auf der gesamten Fläche von 26 ha festzustellen. Der Standort liegt auf mäßig frischer Kalkverwitterungslehme. Der Bestand ist im Hauptteil Buche und Kiefer. Nach 1900 wurde die Gesamtfläche mit reinen Kiefern angepflanzt. Über die letzten 50 Jahre hat sich der Bestand aufgrund Durchforstungsmaßnahmen und den folgenden Naturverjüngungen zu einem überwiegenden Buchenbestand entwickelt. In dieser Naturverjüngung haben sich auch Kirsche, diverse Ahorne, Esche, Mehlbeere, sonstiges Laubholz und vereinzelt Nadelholz angesiedelt. Allerdings ist auch massiver Wildverbiss festzustellen.
Anhand von Bestandsbildern und Drohnenaufnahmen wird die derzeitige Situation aufgezeigt. Herr Pietron verweist darauf, dass unter den jetzigen Gegebenheiten eine manuelle Aufarbeitung durch Gemeindearbeiter und/oder Holzrechtler aufgrund von Unfallgefahren nicht zugelassen werden kann.
Bürgermeister Göbel schlägt vor, dass in wenigen Wochen diese Waldsituation nochmals bei einer Ortsbesichtigung mit dem Gemeinderat und den Holzrechtlern vorgestellt werden soll. Auf Nachfrage vom Gemeinderat, ob bereits jetzt eine Verkehrssicherungspflicht für die Gemeinde besteht, verständigt man sich darauf, dass die Förster in Absprache mit der Gemeinde an bestehenden Stellen Hinweisschilder aufstellen werden.
Im Gremium werden verschiedene Nachfragen zu den vorgetragenen Punkten gestellt und von den Förstern beantwortet. Zum Abschluss bedankt sich Bürgermeister Göbel für die Ausführungen und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den zurückliegenden zwei Jahren bei Herrn Pietron und Herrn Arndt. Des Weiteren bedankt er sich ebenfalls bei Herrn Kaufmann für seine Ausführungen und zeigt sich zuversichtlich für eine äußerst positive Zusammenarbeit für die nächsten Jahre im Gemeindewald Karsbach.
I.2. Beschwerde über den Standort für die neue Trafostation von Bayernwerk AG in der Ortsmitte von Heßdorf
Im Rahmen des Glasfaserausbaus in allen vier Ortsteilen der Gemeinde Karsbach hat sich der Netzbetreiber für die Stromversorgung, die Bayernwerk AG, dazu entschieden, die restlichen noch nicht erdverkabelten Grundstücksanschlüsse mit zu verlegen. Dadurch entfallen nach Abschluss der Bauarbeiten alle Oberleitungen und die noch vorhandenen Dachständer können in den jeweiligen Anwesen zurück gebaut werden. Des Weiteren hat der Gemeinderat beschlossen, noch Straßenbeleuchtungsanlagen auf LED umzustellen und teilweise Standorte der Beleuchtungsanlagen anzupassen.
Für den Ortsteil Heßdorf ist eine weitere Trafostation erforderlich. Deswegen hat sich der Gemeinderat Karsbach im Rahmen einer Ortsbesichtigung wegen der Straßenbeleuchtung und Ortsnetzverkabelung sich darauf verständigt, eine neue Trafostation bei dem Anwesen Höllricher Straße 19 zu platzieren, um die Anforderungen für das Stromnetz innerhalb der Ortschaften für die zukünftigen Bedürfnisse aufzurüsten, wie z.B. die Nutzung von erneuerbaren Energien, Stromspeicher usw..
Dieses Anwesen wurde letztes Jahr von der Gemeinde Karsbach gekauft und soll nach der Beendigung der Erschließungsarbeiten abgerissen werden. Eine Teilfläche wird voraussichtlich dem Nachbaranwesen verkauft und die restliche Fläche soll in den Dorfplatz integriert werden.
In den letzten Wochen wurden aus der Nachbarschaft verschiedene Beschwerden hinsichtlich des festgelegten Standorts der Trafostation vorgetragen. Am 29.06.2023 fand deshalb ein Vororttermin mit Anwohnern und weiteren Personen statt. Hierbei waren noch zweiter Bürgermeister Hautsch, Gemeinderat Höfler sowie die beiden örtlichen Gemeinderätinnen Brandt und Wirthmann anwesend. In dieser Aussprache wurden gesundheitliche Bedenken sowie die negativen Auswirkungen für die Dorfplatzgestaltung moniert. Allerdings wurde in der Diskussion immer wieder dargelegt, dass die Stationen die Auflagen hinsichtlich den Immissionsschutzrichtlinien und sonstigen gesundheitlichen Bedenken deutlich einhalten. Nachdem die Station im hinteren Bereich des Anwesens platziert werden soll, sind nur geringe gestalterische Einschränkungen bei der Dorfplatzgestaltung zu erwarten. In der weiteren Beratung wird die Email von einer Familie vom 30.06.2023 vorgetragen.
Zum Abschluss des Vororttermins wurde auch darauf hingewiesen, dass bei einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemündener Straße eine größere Photovoltaikanlage geplant ist und der Eigentümer einen Standort für eine Trafostation zur Verfügung stellen würde. Dieses Thema wurde mit dem Landwirt besprochen und die Aussagen auch bestätigt. Ein Antrag auf die Errichtung einer PV-Anlage wurde von ihm noch nicht gestellt. Daraufhin wurde Bayernwerk gebeten, diesen neuen Sachverhalt zu prüfen. Mit einer Email vom 07.07.2023 wurde hierzu eine Stellungnahme an die Gemeinde Karsbach mit folgender Aussage:
Die von uns neu geplante Trafostation dient dem Netzausbau (Netzverbesserung und Verstärkung) des Niederspannungsnetzes in der gesamten Ortschaft Heßdorf. Durch den Bau der Trafostation werden zusätzliche Kapazitäten für Bezugs- und Einspeiseleistungen im Stromnetz von Heßdorf geschaffen, um diese den Verbrauchern zur Verfügung stellen zu können. Nur hierdurch können wir gewährleisten, dass wir den zukünftigen Ansprüchen und Anforderungen der Verbraucher durch die Energiewende (erneuerbare Energien, dezentrale Energieerzeugung, Elektromobilität usw.) gerecht werden. Des Weiteren soll diese Station zukünftig als Ersatz für die bestehende Turmstation „Heßdorf 01“ im Hofstattweg dienen, da diese den zukünftigen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden kann und abgebaut werden soll.
Das Niederspannungsnetz wird bereits im Zuge der aktuell ausgeführten Ortsnetzverkabelung in der Höllricher Straße ausgebaut und entsprechend dimensioniert, damit eine effiziente und sichere Verteilung der elektrischen Energie sichergestellt werden kann. Um den Bürgerinnen und Bürgern von Heßdorf das bestmögliche Versorgungsnetz bieten zu können, ist eine Trafostation in diesem Bereich unerlässlich.
Insgesamt ist der Bau der Trafostation notwendig, um den Anforderungen der Energiewende und damit dem steigenden Bedarf an Strom aus erneuerbaren Energien, dezentrale Energieerzeugung und Elektromobilität gerecht zu werden und eine zuverlässige Stromversorgung sicherzustellen.
Im Anschluss werden von Bürgermeister Göbel anhand von Bildern zwei bestehende Trafostationen innerhalb der Gemeinde Karsbach und ein Bild von einer Station aus dem Landkreis Main-Spessart, das ebenfalls in einer Grünanlage installiert wurde, dem Gremium und den Anwesenden vorgestellt.
In der weiteren Beratung wird verschiedenen anwesenden Zuhörern die Möglichkeit zu Diskussionsbeiträgen gegeben. Grundsätzlich werden hauptsächlich negative Auswirkungen an der Dorfplatzgestaltung befürchtet. Zum Ende der Diskussion wird auch nochmals darum gebeten, eventuelle andere Standorte prüfen zu lassen.
Innerhalb des Gemeinderates Karsbach werden die Befürchtungen nicht mitgetragen. Es gibt mittlerweile viele Trafostationen in allen Ortsteilen. Gesundheitliche Bedenken scheiden aus. Aufgrund der zukünftigen Bedürfnisse sind die Stromnetze umfangreich, auch innerhalb der Ortschaften, auszubauen. Bei der Dorfplatzgestaltung hat man genügend Möglichkeiten die Station zu integrieren.
Nach einer intensiv geführten Diskussion stellt Bürgermeister Göbel nochmals die Festlegung des Standorts der Trafostation für den Bereich der Höllricher Straße 19, zur Abstimmung.
Der Gemeinderat Karsbach verständigt sich weiterhin darauf, die Trafostation auf dem Anwesen Höllricher Straße 19, von Bayernwerk installieren zu lassen.
13 : 0
I.3. Benennung der Wahlhelfer für die Landtags- und Bezirkswahlen am 08.10.2023
Folgende Wahlhelfer werden für die Landtags- und Bezirkswahlen am 8.10.2023 benannt:
Landtags- und Bezirkswahl am 08.10.2023
| Stimmlokal: | Karsbach |
|
| Funktion: | Name | Vorname |
| Wahlvorstand (WV) | Hautsch | Berthold |
| Stellv. Wahlvorstand (SWV) | Mennig | Bernhard |
| Schriftführer (SF) | Albert | Thomas |
| Stellv. Schriftführer (SSF) | Strohmenger | Martin |
| Beisitzer (B) | Schäfer | Gerda |
| B | Kolar | Alexander |
| B | Keupp | Sebastian |
| B | Blum | Josef |
| B | Bock | Michael |
| B | Mennig | Rainer |
| B | Brandenstein | Ingeborg |
| B | Bock | Ingeborg |
| Landtags- und Bezirkswahl am 08.10.2023 | ||
| Stimmlokal: | Heßdorf |
|
| Funktion: | Name | Vorname |
| WV | Nabernik | Konrad |
| SWV | Liebler | Thomas |
| SF | Wirthmann | Anna |
| SSF | Mähler | Frank |
| B | Brandt | Brigitta |
| B | Ruoff | Christian |
| B | Lochmann | Werner |
| B | Fischer | Alexander |
| B | Schwarz | Moritz |
| B | Spahn | Benjamin |
| B | Fürsch | Andreas |
| B | Strohmenger | Steffen |
| Landtags- und Bezirkswahl am 08.10.2023 | ||
| Stimmlokal: | Höllrich |
|
| Funktion: | Name | Vorname |
| WV | Höfler | Axel |
| SWV | Finger | Jürgen |
| SF | Lippert | Robert |
| SSF | Weis | Anke |
| B | Försch | Daniela |
| B | Weidling | Christian |
| B | Bregenzer | Walter |
| B | Strauß | Matthias |
| B | Blum | Werner |
| B | Keßler | Tobias |
| B | Höfler | Lorenz |
| B | Keßler | Gerhard |
Landtags- und Bezirkswahl am 08.10.2023
| Stimmlokal: | Weyersfeld |
|
| Funktion: | Name | Vorname |
| WV | Försch | Stefanie |
| SWV | Meder | Harald |
| SF | Hofmann | Sylvia |
| SSF | Lengler | Daniela |
| B | Fella | Thomas |
| B | Göbel | Jonas |
| B | Hebig | Christian |
| B | Heim | Johannes |
| B | Schubert | Ralf |
| B | Heim | Klaus |
| B | Fella | Sebastian |
| B | Holzinger | Daniel |
Der Gemeinderat Karsbach stimmt der Benennung der oben genannten Wahlhelfer für die Landtags- und Bezirkswahl am 08.10.2023 zu.
13 : 0
I.4. Verschiedenes
I.4.1. Information zu Pflasterarbeiten im Friedhof Karsbach
Die Pflasterarbeiten im Friedhof in Karsbach konnten soweit abgeschlossen werden. Anhand von verschiedenen Fotos wird dem Gemeinderat das Ergebnis vorgestellt. Auf der rechten Seite des Haupteingangs wurde die Grünfläche erweitert und eine Teilfläche mit Platten ausgelegt, auf die eine weitere Bank gestellt werden soll. Im Herbst soll in der Fläche noch ein Baum eingepflanzt werden. Das Eingangstor wird derzeit noch neu gestrichen.
Den Bauhofmitarbeitern wird ein großes Lob für die großartig ausgeführten Arbeiten ausgesprochen. Während der Arbeiten im Friedhof wurde auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern die Umsetzung der Arbeiten für sehr gut wahrgenommen.
Zur Information des Gemeinderats.
Ende der öffentlichen Sitzung: 21 Uhr