Nachkriegsgeschichte 1945–1952
Bürgerversammlung im Gasthaus König
Gründung einer Frischmilchgenossenschaft
Die „Bad Grafensteiner“ diskutierten bis spät in die Abendstunden.
Teil II Fortsetzung des Presseartikels von der Bürgerversammlung im Gasthaus König 1948
Die Eltern fragten den Bürgermeister, ob bei der Lehrmittelfreiheit die Lehrerschaft berechtigt sei, mehrmals im Jahr von den Kindern Geldbeträge für Lehrmittel zu erheben. Was jetzt schon zweimal vorgekommen sei. Da die Gemeinde an und für sich für solche Mittel aufkommen müsse und dem Bürgermeister über diese Maßnahmen nichts bekannt war, wurde der Gemeinderat beauftragt, hier eine Klärung zu schaffen und eventuell die Rückzahlung der erhobenen Beiträge zu veranlassen.
Nun wurde die Streupflicht bei Glatteisgefahr auf der Schondrabrücke besprochen. Landrat Dr. Bamberg erklärte sich bereit, eine Klärung beim Straßen- und Flussbauamt herbeizuführen.
Nach kurzer Pause wurde sodann der von dem Bauern Otto Reusch zur Diskussion gestellte Vorschlag zur Beseitigung der Hochwassergefahr behandelt. Nach seiner Ansicht nämlich, könnte der Hochwasserspiegel um mindestens 50 Zentimeter gesenkt werden, wenn die vor der Schondramündung liegenden Vorbauten auf der Schonderfelder Seite beseitigt würden.
Der Gemeinderat wurde nach längerer Diskussion beauftragt, mit der Ueberland-AG über dieses Problem zu verhandeln und auch der Landrat versprach in allernächster Zeit ein Gutachten des Flussbauamtes herbeizuführen.
Schließlich wurde allgemein darüber geklagt, daß die Bürgerversammlungen zu spät bekannt gemacht werden. Dies müsste eher geschehen, um auch die Möglichkeit zur Einreichung von entsprechenden Vorschlägen an den Diskussionsleiter zu haben. Auch kam erneut die Wassergeldablösung wieder zur Sprache, worüber als Sprecher der Abgelösten der Bauer O. Reusch hinreichende Aufklärung erteilte.
Die nächste Bürgerversammlung soll am 24. März durchgeführt werden. Als Diskussionsleiter wurde O. Reusch, als Stellvertreter Franz Michel und als Schriftführer Frau Schien einstimmig gewählt.
© Bearbeitung, Text, Scan von der Postkarte aus dem Privatarchiv Johannes Sitter, Gräfendorf