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Mitteilungsblatt der VG Gemünden a Main
Ausgabe 5/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Gräfendorf - Grundsteinlegung zum Bauvorhaben "Neue Mitte/Saaletaler Höfe"

Der Grundstein für die Saaletaler Höfe wurde am Samstag feierlich mit einer Zeitkapsel versehen und zubetoniert. Damit beginnt nun der Aufbau des rund sechs Millionen teuren Bauprojektes „Neue Mitte“. Davon trägt der Bund etwa drei Millionen Euro, der Freistaat Bayern rund eine Million und die Gemeinde hatte in den vergangenen Jahren rund zwei Millionen Euro zurückgelegt.

Zur Grundsteinlegung konnte Bürgermeister Johannes Wagenpfahl einige Gemeinderäte, MdL Thorsten Schwab, Landrätin Sabine Sitter, Direktor Jürgen Eisentraut vom ALE Würzburg und die Sieger des Architektenwettbewerbes von der Georg-Scheel-Wetzel Architekten GmbH, Berlin, vertreten durch Lisa Herwagen aus Düsseldorf, die maßgeblich an der Planung beteiligt war und Simon Wetzel, begrüßen. Der Plan zeigt drei Giebelgebäude zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Zwei Giebelhäuser sind zurückgesetzt und beherbergen den Bürgersaal, daneben das Gebäude mit den Sozialeinrichtungen und im Obergeschoß den Ärztebereich, erreichbar über eine Treppe und einen Aufzug. Zur evangelischen Kirche hin erstreckt sich der neue Dorfladen im dritten Gebäude, relativ nahe an der Straße. Vor dem Bürgersaal entsteht ein neuer Dorfplatz und hinter dem Gebäude soll der Freiraum für die Außenfläche eines Cafés entstehen.

Die Gebäude sollen mit heimischen Baustoffen errichtet und auch das Dach mit heimischen Schindeln gedeckt werden. Der gedankliche Grundstein erfolgte im August 2020 durch die Möglichkeit sich um eine Förderung im Investitionsprogramm Nationale Projekte des Städtebaus zu bewerben. Bürgermeister Johannes Wagenpfahl schlug diesen futuristischen Weg ein und fand viele Anhänger in der Gemeinde und im Gemeinderat. „Es gab durchaus Zweifel, ob ein kleiner Ort wie Gräfendorf diese Kriterien erfüllen kann. Wir waren jedoch überzeugt: Gerade im ländlichen Raum brauchen wir mutige, beispielhafte Projekte!“ berichtet Bürgermeister Wagenpfahl über die Anfangszeit. Das Ortsoberhaupt ging in seiner Ansprache auf die Vorteile der „Neuen Mitte“ ein. Die medizinische Versorgung durch die Ärztin Maria Rösser und Dr. Bernhard Radon sind dabei enorm wichtig. Die beiden Ärzte ziehen in die neuen Praxisräume ein. Das ist ein entscheidender Schritt für eine langfristige Sicherung der medizinischen Versorgung, gerade für ältere Menschen, Familien und weniger mobile Bürger. Zweitens stärkt der neue technisch verbesserte Dorfladen die Nahversorgung durch erweiterte Angebote. Das ist ein zentraler Baustein einer funktionalen Dorfinfrastruktur.

Ein moderner Infopoint mit öffentlicher WC-Anlage ist der dritte Vorteil des Bauprojekts. Ein weiterer Vorteil ist die Förderung des sozialen und kulturellen Lebens durch einen großen Bürgersaal für Feiern, Kulturveranstaltungen und Vereinsarbeit mit Dorfplatz und rückwärtigem Biergarten. Ein weiterer Pluspunkt sieht der Bürgermeister in der Belebung der Ortsmitte durch die Konzentration aller wichtigen Einrichtungen an einem Ort und er lobte die Nachhaltigkeit und Zukunftssicherung des neuen zertifizierten Gebäudes aus Holzbauweise. „Der Grundstein, den wir heute legen, ist daher mehr als Beton und Zeitkapsel. Er ist Ausdruck einer bewussten, langfristig angelegten Gemeindeentwicklung. Er steht für Optimismus, für Mut und für Vertrauen, dass auch ein kleiner Ort Großes gestalten kann.“ sagte der Zukunftsvisionär, der schon vor zwanzig Jahren die katholische Kirche energetisch sanieren ließ. Großes Lob spendeten MdL Thorsten Schwab, Landrätin Sabine Sitter und Jürgen Eisentraut in ihren Grußworten für den mutigen Bau dieses zentralen Projekts im ländlichen Raum. Den Festakt umrahmte musikalisch der Musikverein unter der Leitung von Thomas Fürst.

Text und Bild: Wolfgang Schelbert