Der BUND Naturschutz Vorstand Ostallgäu-Kaufbeuren an der Gedenktafel zur Gründung der Werner Josef Hebel-Stiftung im Germaringer Biotop
Am 18.04.2001 gründete Dipl.Ing.Werner Josef Hebel die gleichnamige Stiftung mit besonderem Blickpunkt auf sein Biotop in Germaringen. Dieses Datum nahm die Vorstandschaft der Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren im BUND Naturschutz nun zum Anlass, die monatliche Sitzung dort abzuhalten. Vorsitzender Josef Kreuzer, der seit vielen Jahren Besucher durch dieses beeindruckende und vielfältige Stück Natur führt, erläuterte seinen Vereinskollegen bei einem Rundgang die spannende Entstehungsgeschichte ab 1939 und die derzeitigen Pflegekonzepte, aber auch eine mögliche räumliche Entwicklung auf den noch aktuellen Abbauflächen der Firma Dachser.
Die Steine des Germaringer Kieswerks dienten Tausenden von Geflüchteten aus der Region Gablonz nach dem Krieg dazu, das zu errichten, was wir heute als Neugablonz kennen und was ihnen zur neuen Heimat wurde.Ursprünglich war das Werk 1939/40 erschlossen worden, um in Kriegszeiten Betonkieslieferungen zu gewährleisten, darunter auch für die später zerstörte Sprengstofffabrik „im Hart“.
Auf Initiative des Firmengründers Werner Josef Hebel, der schon 1950 das Kieswerk übernahm, wurden die bereits abgebauten Gruben nicht verfüllt, sondern stattdessen der Schaffenskraft der Natur übergeben. Dadurch entstand seit 1963 ein wertvolles Biotop, das heute ca. acht Hektar umfasst und strukturreiche Lebensräume bietet.
Dank der 2001 gegründeten Stiftung, welche heute die Flächen durch die Beweidung mit Galloway- Rindern vor der Verbuschung bewahrt und den früheren Pflegemaßnahmen der Firma Hegerma wird es künftig möglich sein, dieses Biotop in seiner Vielfalt von Flora und Fauna zu erhalten. Mit weiteren der Natur überlassenen Flächen der Firma Dachser entsteht so ein einmaliger Naturschatz, der auch auf Wunsch und mit Unterstützung von BUND Naturschutz und dem Landschaftspflegeverband Ostallgäu dauerhaft bestehen bleiben soll.