Titel Logo
Germaringer Gemeindeblatt
Ausgabe 12/2019
Vereine und Verbände
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Spargelessen der CSU im Wendelwirt in Germaringen

v.l.n.r. Landrätin Maria Rita Zinnecker, Lorenz Kreuzer, Hubert Brand, MdB Stephan Stracke und Ortsvorsitzende Elke Metschar

Mitten in der Spargelzeit fand wieder das traditionelle Spargelessen der CSU Germaringen im Wendelwirt statt. Ortsvorsitzende Elke Metschar begrüßte die Landrätin des Ostallgäus, Frau Maria Rita Zinnecker, Bürgermeister Helmut Bucher, die Ehrenbürger der Gemeinde Germaringen, Altbürgermeister Josef Kreuzer und Georg Biechele sowie alle anwesenden CSU Mitglieder. Vor dem Essen, bei dem spargelmäßig keine Wünsche offenblieben, ehrte die Landrätin auf Bitte von Elke Metschar zwei langjährige Mitglieder. Lorenz Kreuzer gehört der Partei seit 30 Jahren an und Hubert Brand ist seit 20 Jahren Mitglied der CSU.

Danach sprach Frau Zinnecker zunächst von dem großen Unglück Anfang der Woche in Rettenbach, bei dem ein Haus durch eine Gasexplosion komplett zerstört wurde. Sie drückte ihre Betroffenheit für die Familie aus, bei der Vater und Tochter ums Leben kamen und die Mutter mit schwersten Verbrennungen in Murnau um ihr Leben kämpft. Frau Zinnecker lobte die insgesamt 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Bergrettung, Rotes Kreuz und weiteren Rettungsorganisationen und die vielen Helfer vor Ort, die bei diesem außergewöhnlichen Unglück vorbildlich zusammen geholfen haben.

Nach dem Essen blickte die Landrätin auf die letzten 5 Jahre im Amt zurück. Sie sprach alle Themen an, die seit ihrem Amtsantritt 2014 auf der Tagesordnung standen.

Von den anfänglich 50 Mio Euro Schulden des Landkreises sind mittlerweile die Hälfte abgebaut. Erst ab 2016 wurden wieder Investitionen geplant und verwirklicht.

Die Landrätin referierte über die Sanierungsmaßnahmen an den Schulen des Landkreises und die Probleme, die die geplante Umstellung der Gymnasien von G8 auf G9 mit sich bringen wird. Weitere Aufgaben sind die Digitalisierung der Schulen.

Die Kreisbauhöfe müssen neugebaut oder erweitert werde. Aktuell im Bau ist der neue Bauhof in Westendorf. Der zweite Standort im Landkreis ist in Marktoberdorf Thalhofen, während der Bauhof in Roßhaupten geschlossen wird.

Ein großes Thema in ihrer bisherigen Amtszeit waren die Krankenhäuser des Landkreises. Bei ihrem Amtsantritt 2014 lag das Defizit bei ca. 16 Mio Euro zusammen mit Kaufbeuren. Inzwischen kann man fast schon von einer schwarzen Null sprechen. Das aktuelle Defizit beträgt derzeit noch 1,6 Mio Euro. Auch die Personalprobleme in den Krankenhäusern und Altenheimen des Landkreises sprach Frau Zinnecker an und dass man durch geeignete Maßnahmen wie eigene Pflegehelfer-Schulen versuche, dies Problematik in den Griff zu bekommen.

Was nicht nur den Landkreis, sondern das ganze Land völlig unvorbereitet getroffen hat, war 2015 die Flüchtlingswelle. Hier haben sich alle Kommunen des Landkreises bis auf 2 an der Unterbringung beteiligt. Hier bedankte sich die Landrätin ausdrücklich bei den Kommunen für die Unterstützung. Von der Flüchtlingswelle geblieben ist das Problem der Integration. Hier braucht es allein für Sprachkurse nicht unbeträchtliche finanzielle Mittel. Im Hinblick auf die Flüchtlinge gehört der Landkreis Ostallgäu zu den Pilotlandkreisen in Bayern.

Weiter sprach Frau Zinnecker über die zurzeit wachsende Wirtschaft und in diesem Zusammenhang auch über den Breitbandausbau, den Straßenbau und über die dringend notwendige Elektrifizierung der Bahn, damit das Allgäu nicht abgehängt wird. Darüber, dass es bei der Bahn 5 Jahre dauern soll, bis ein beschrankter Bahnübergang auf den Weg gebracht und gebaut wird, konnte auch die Landrätin nur den Kopf schütteln.

Maria Rita Zinnecker kam noch auf die Probleme der Ostallgäuer Wasserversorgungen im vergangenen heißen und trockenen Sommer zu sprechen, von dem sich die Grundwasserstände noch nicht erholt haben. Auch die zukünftig auszuweisenden Schutzgebiete werden die Wasserversorgungen noch vor einige Probleme stellen.

Am Ende ihres Rückblickes erläuterte die Landrätin noch, dass der Landkreis Ostallgäu die dritthöchste Geburtenrate in Bayern aufweise, was allerdings wieder für die Kommunen im Hinblick auf die Kindertagesstätten und Kindergärten eine große Herausforderung bedeute.

Was die Senioren angehe, so sei im Landkreis angestrebt, dass ältere Bürger durch Unterstützung möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Frau Zinnecker lobte auch die vielen Ehrenamtlichen in allen Bereichen, auf die der Landkreis sehr stolz sei. Sorge bereite ihr, dass im kommenden Jahr bei den Kommunalwahlen viele Bürgermeister aufhören und hier sei sie gespannt, wie es weitergehe.

Nach ihrem sehr interessanten Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre erhielt die Landrätin großen Applaus von den Anwesen und CSU- Ortsvorsitzende Elke Metschar bedankte sich bei Frau Zinnecker für ihre Ausführungen.

Frau Metschar wies zum Schluss noch auf die Europawahl am kommenden Sonntag hin und dass es entscheidend sei, dass jeder zur Wahl gehe nach dem Motto: Jede Stimme zählt! Elke Metschar dankte allen Anwesenden für ihr Kommen und wünschte noch einen guten Nachhauseweg.

Pia Brand