Jahr 1956: der erste Kindergarten am südlichen Dofrand
Die ersten Kindergartenkinder mit Kindergartenleitung Tante Fanny (1956)
Der Anbau im Jahre 1976
Abriss des Kindergartens im April 2015
Der Kindergarten heute
„Kinder sind wie Blumen. Man muss sich zu ihnen niederbeugen, wenn man sie erkennen will!“
(Friedrich Fröbel, 1782 – 1852, Pädagoge, gilt als Vater des Kindergartens)
Die Freude in der Gemeinde war groß, als am 05.08.1956 der neue Kindergarten St. Michael am südlichen Dorfrand eingeweiht werden konnte. Es war ein Festtag für alle Dorfbewohner. Initiator dieser Einrichtung war Pfarrer Ludwig Lutz (Ortspfarrer in Germaringen von 1952 bis 1987). Er gründete zusammen mit Kasimir Kaufmann, Micheal Kees, Cornel Schlichtherle und Johann Lutz einen Kindergartenverein. Nach einem Beschluss vom 19.10.1955 wurde mit dem Bau begonnen und schon am 5.8.1956 (!!) öffnete das neue Gebäude seine Türen für 53 Buben und Mädchen.
Die erste Leiterin, allen bekannt als Tante Fanny, erzählte beim 30-jährigen Jubiläum: „Obwohl die Gruppen sehr groß waren, war es ein angenehmes Arbeiten. Die schönen Spielsachen begeisterten die Kinder. Gespannt hörten die Kleinen den Märchenerzählungen oder dem Kasperle zu, sie waren ein dankbares Publikum. Ingrid, ein Kindergartenkind der ersten Stunde, erinnert sich heute noch gerne an das erste Weihnachtsspiel für die Eltern: „Wir waren alle so aufgeregt und ich war die Christrose auf der Bühne. Zum Glück wurde ich nach einer Windpockenerkrankung rechtzeitig wieder gesund, um mitspielen zu dürfen!“
Selbst die Kinder, die im September in die Schule kamen, konnten noch einen Monat diese neue Einrichtung besuchen. Die Eltern hatten einen Monatsbeitrag von 8 DM zu bezahlen.
Im September 1972 wurden auch die Kinder aus Untergermaringen aufgenommen, ein Jahr später kamen noch die Ketterschwanger und Schwäbishofener dazu. Die Eltern brachten ihre Sprösslinge zunächst mit dem eigenen Auto zum Kindergarten und holten sie wieder ab. Ab 1976 stellte die Gemeinde dann einen Kleinbus zur Verfügung.
Ein neues Kindergartengesetz vom Juli 1972 beschränkte die Gruppenzahl auf 25 Kinder. So musste der Kindergarten vergrößert werden. 1974 begann man mit dem Anbau, 1976 konnte er eingeweiht werden. Jetzt boten drei Gruppenräume mit Malstüble, Toilettenanlangen und Garderoben und ein Turnraum genügend Platz. Neben zwei Ganztagesgruppen wurden eine Vormittag- und eine Nachmittagsgruppe gebildet. Das Gesetz von 1972 legte ebenfalls die Wahl eines Elternbeirates fest.
Im Jahre 2015 musste der in die Jahre gekommene Bau einem Neubau weichen, um dem steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden. Seit 2006 gibt es auch eine Hortgruppe für Grundschüler und seit 2008 bietet der Kindergarten Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren an. (Krippe).
Frau Susanne Krahl, die Leiterin, meinte nach der Einweihung des Neubaus im Juni 2016: „Wir fühlen uns in unseren neuen, schönen Räumen sehr wohl.“
Unzählige Kinder mit ihren engagierten Erzieherinnen, Praktikantinnen und Kinderpflegerinnen (natürlich auch die männlichen Kollegen) erfüllten in den sieben Jahrzehnten Haus und Garten mit Leben.
„Im Kindergarten, da fangen alle mal als kleine Leute an und wenn sie groß sind, fragen sie sich irgendwann, wie nur die Zeit so schnell vergehen kann.“ (Lied von Rolf Zuckowski)
Hildegard Stellmach (siehe auch Dorfchronik S. 38-40)