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Germaringer Gemeindeblatt
Ausgabe 8/2019
Amtliche Nachrichten
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Freinacht vom 30. April auf 01. Mai

Schäden aus der Freinach vermeiden! Wir bitten auch die Eltern eindringlich mit ihren Kindern über diese Freinacht zu sprechen.

"Verziehen" ist erlaubt, Zerstören nicht

Es ist ein guter Brauch, dass im Dorf in der Nacht zum 1. Mai die Jugend kleinere Streiche spielt und vor allem Gegenstände von ihrem angestammten Platz „verziehen“, damit sich der Betrogene am nächsten Tag ein wenig ärgert und die Mühe machen muss, sie wieder zusammen zu sammeln.

Räumen Sie „bewegliche“ Gegenstände in der Nacht vom 30. April auf 01. Mai ins Haus

In der Freinacht zum ersten Mai wird traditionell Schabernack betrieben. Doch Vorsicht: Nicht alle Streiche und Scherze sorgen für ein Lachen. Es winken Strafanzeigen, wenn der Schabernack zu weit getrieben wird.

Doch was ist in der Freinacht erlaubt? In der Freinacht ist es erlaubt, aus Gärten mit offenem Tor Gegenstände zu entwenden und sie an einem anderen Ort wieder abzustellen. Ist die Gartentür aber geschlossen, ist das Betreten verboten. Außerdem müssen die Sachen wieder auffindbar und unbeschädigt sein. Nur so kann das Eigentumsrecht gewahrt werden.

Das Stehlen und Aufstellen von Maibäumen ist als gelebtes Brauchtum nach wie vor erlaubt. Auch wenn Kinder Gegenstände "verziehen" ist dies geduldet - wenn die Besitzer ihre Sachen einfach wiederfinden. Aber die Grenze zwischen Spaß und Straftat ist manchmal fließend.

Sachbeschädigung könne auch schon das Bespritzen mit Zahnpasta von Autos sein, da möglicherweise Lackschäden zurückbleiben. Auch das Aushängen von Gartentüren, das Herausheben von Gullideckeln und das Ausleeren von Mülltonnen ist untersagt.

Gefährliche Scherze

Gefährlich kann es auch werden, wenn Baustellenabsicherungen und Verkehrsschilder umgestellt oder beschädigt werden. Sachbeschädigung ist auch ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und kann zu schweren Unfällen führen.

Aktionen, die Verkehrsteilnehmer gefährden, haben mit dem Brauch nichts zu tun. Auch das Anzünden von Mülltonnen oder Briefkästen gilt als Straftat und wird zur Anzeige gebracht.

Zum Problem in der Freinacht wird der übermäßige Alkoholkonsum der herumziehenden Jugendlichen. Dadurch ist es in der Vergangenheit zu Körperverletzungsdelikten gekommen.

Scherze können zur Straftat werden - Rechtliche Konsequenzen

Auch Kinder sind nicht vor Strafen gefeit. Unter 14-Jährige sind zwar noch nicht strafmündig, das heißt aber nicht, dass sie keine Konsequenzen zu erwarten haben. In vielen Fällen wird das Jugendamt benachrichtigt - und für den verursachten Schaden müssen die Eltern aufkommen.

Hat man das 14. Lebensjahr schon erreicht, ist man bedingt strafmündig. Man bekommt eine Anzeige und vom Gericht auferlegte Dienstleistungen wie Sozialarbeit. Geldstrafen sind nicht auszuschließen. Das Jugendstrafrecht kann bis zum Alter von 21 Jahren angewendet werden.

Zusätzlich ist man schadensersatzpflichtig. Wenn man Gegenstände aus einem Garten entfernt, muss man damit rechnen, dass etwas kaputt geht. Deshalb ist ein dadurch entstandener Schaden als vorsätzlich anzusehen und wird normalerweise nicht von der Versicherung übernommen.

Wir bitten die Jugend der Gemeinde dringend, bei ihren Streichen zu überlegen, was sie tun. Sprecht miteinander und haltet eventuell andere von Taten ab, die sie nicht mehr verantworten können. Achtet auch darauf, dass nicht jeder den Brauch kennt und sich durch eure Taten ängstigen kann. Unterlasst jegliches „Klingelputzen“.

Wir bitten auch die Eltern eindringlich mit ihren Kindern über diese Freinacht zu sprechen. Machen Sie ihnen klar, was ein lustiger Streich ist und wo Grenzen liegen. Denken Sie dran, dass im Ernstfall Sie mit verantwortlich für entstandene Schäden sind.

Gemeinde Germaringen