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Über den Zaun
Ausgabe 17/2020
Ustersbach
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AK Dorfleben Geschichten des Corona-Alltags

Auf Abstand zusammenstehen – Zusammenstehen auf Abstand

Wie man es dreht und wendet: Corona hat uns längst erreicht und vieles im Umgang und Zusammensein mit unseren Mitmenschen verändert.

Neue gesetzliche Maßnahmen schreiben uns plötzlich vor, was wir tun und lassen sollen, um uns und andere vor Ansteckung zu bewahren. Und dies gilt auch fürs Einkaufen bei uns in der Naturoase, dem Dorfladen, hier in Ustersbach.

Nach Bekanntgabe der staatlich verordneten Einschränkungen wurden unsere Mitglieder, die direkt im Laden mitarbeiten, sofort über die neuen Vorschriften und deren strenge Einhaltung informiert, z.B. dass nur so viele Kunden in den Laden können, dass der geforderte Abstand gewährleistet ist. Das hat nicht nur deren Arbeitsweise beeinflusst, auch die Organisation hinter den Kulissen ist viel aufwändiger und komplizierter geworden. Ein nunmehr täglich mehrfacher Kontakt zu unseren Zulieferern ist unumgänglich. Die Waren wurden anfangs viel zu lange an den Grenzen aufgehalten, um sie rechtzeitig in die Regale zu bekommen, vor allem Gemüse und Obst. So manche Bestellung muss nun unsererseits in der Nacht losgeschickt werden, da auch unsere Lieferanten aus dem Homeoffice arbeiten und Dienstpläne wegen Arbeitsausfällen, bedingt durch die nun notwendige Kinderbetreuung, zeitlich neu organisiert werden.

Zum Glück sehen unsere Kunden die momentanen Einschränkungen nicht als Eingriff in ihre Freiheit und warten auch mal geduldig vor der Ladentüre, um die geforderten Abstandsregeln einzuhalten, wenn sich schon zu viele Personen beim Einkaufen im Laden befinden. Da kommt man ins Gespräch und erzählt sich, wie man die derzeitige Situation empfindet oder was man alles machen wird, wenn die Normalität wieder Einzug hält. Man möchte fast meinen, dass der eine oder andere froh ist über eine Pause im sonst so hektischen Alltag. Und dies alles in angemessenem Abstand!

Natürlich kann das Warten auch einmal länger dauern, da viele im Rahmen der Nachbarschaftshilfe für Ältere, Hilfsbedürftige, Nachbarn, Eltern und Verwandte miteinkaufen.

Wir können uns nur freuen über unsere verständnisvollen Kunden, die alle auf ihre Art mitarbeiten, um weiterhin ganz entspannt auf die nahe Zukunft zu blicken und viel Positives aus dieser Krise zu lernen!

Barbara Satzinger

Wenn auch Sie gerne Ihre Erfahrungen teilen möchten, wie sich Ihr Alltag in Zeiten von Corona verändert hat, was Ihnen Sorge und auch was ihnen Mut macht, würden wir uns sehr freuen. Sie können uns Ihre Geschichte als Datei (ca. eine halbe Seite) unter luise.behringer@t-online.de zuschicken. Wenn Sie lieber mit der Hand schreiben oder erzählen, können Sie auch anrufen unter 0163-6286785 und wir holen Ihre Geschichte ab oder schreiben sie auf.

Für den AK Dorfleben
Luise Behringer