Im Pfarrheim in Horgau gab es einen interessanten Vortrag über den Boden. Nicht nur für Landwirte und Hobbygärtner war es ein Gewinn, einen Einblick in die Arbeitsweise und die Überzeugung vom Bioland-Bauer Sepp Braun zu hören. Braun mit seiner Familie aus Freising ist nicht nur ein Vorbild für den Aufbau fruchtbarer Böden. Er will auch den Ökolandbau weiterentwickeln, um das Potenzial von Sonne, Pflanze und Boden besser nutzbar zu machen. Seine Erfahrungen gibt er gerne weiter und zeigt ein optimistisches Bild für die Landwirtschaft auf. Es kann kein „Weiter so“ mehr geben. Der nötige Wandel in der Ernährung, der Umwelt und Verschwendung ist notwendig und muss Gesellschaft, Politik und Wirtschaft tragen, so Braun. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, damit alle auf der Erde gut leben können. Dass das nicht nur eine Spinnerei sei, zeigen viele Versuche und Berechnungen. Auf seinem Hof hat Sepp Braun die Felder mit 17 % Hecken begrünt. Diese dienen zur Beschattung seiner Tiere und auch für die Energiegewinnung im Holzkraftwerk. Durch eine vertikale Nutzung der Böden wird die Effektivität genutzt und die Bodenbearbeitung verringert. Neue Produkte entstehen in der Landwirtschaft, die im Handel und der Industrie ihren Absatz finden können. Naturbasierte Baustoffe oder Holzöl und Holzteer für die chemische Industrie sind dafür nur ein Beispiel. Weitere Aspekte sieht Braun in der Bodenverdichtung. Durch die Verringerung der Achslast und die schonende Bearbeitung der Böden, hätten die Naturorganismen eine Chance. Die Leistung von einem gesunden Boden mit guter Humusbildung und reichlich Regenwürmern ist neben fruchtbar auch wasserdurchlässig. Ein Umbau der Böden zu einer „Lebendigen Erde“ kann innerhalb 20 Jahren gelingen. Dann wären keine weiteren Düngemittelverordnungen, riesige Investitionen in landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte und Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig, meint Braun. Die Bioland Stiftung bemüht sich um Aufklärung und ist aktiv an Gesprächen mit Politik und Wirtschaft interessiert. Im Internet gibt es noch viele interessante Einblicke über dieses Thema und den „Bodenbaron“ Sepp Braun. Nach einem Austausch mit den Gästen, bedankte sich Bruno Müller von der Vorstandschaft bei Sepp für diesen informativen und hoffnungsvollen Abend.