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Grabenstätter Gemeindeanzeiger
Ausgabe 11/2026
Aus der Gemeindeverwaltung
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Aus der Gemeindeverwaltung - Einweihung Alte Schule Erlstätt

Im Beisein zahlreicher geladener Gäste wurde das aufwendig sanierte und revitalisierte alte Erlstätter Schulhaus am vergangenen Freitag bei Bilderbuchwetter offiziell eingeweiht und seinen vielfältigen Bestimmungen übergeben. Im Gebäude sind bereits das Pfarramt, einige Ortsvereine, die Jugend und die Eltern-Kind-Gruppe (EKP) untergekommen.

Pfarrverbandsleiter Pater Andrei Mirt segnete bei der feierlichen Einweihung der „Alten Schule“ in Erlstätt das Gebäude und anschließend im Beisein von Bürgermeister Gerhard Wirnshofer auch die verschiedenen Räumlichkeiten. „Erfülle dieses Haus mit Frieden, Freude und Leben und segne alle, die hier ein- und ausgehen“, so Pater Andrei bei der Segnung.

Wolfgang Lechner (rechts) vom Architekturbüro Lechner  Lechner Architekten überreichte dem Grabenstätter Bürgermeister Gerhard Wirnshofer bei der symbolischen Übergabe einen großen Schlüssel. Die Zusammenarbeit sei bestens gewesen, meinten beide.

Altes Erlstätter Schulhaus im Beisein zahlreicher Ehrengäste feierlich eingeweiht

Neue Heimat für die Pfarrei Erlstätt, einige Ortsvereine, die Jugend und die EKP-Gruppe – Auch ein neuer Dorfplatz ist entstanden – „Tag der offenen Tür“ als Besuchermagnet

Was lange währt, wird endlich gut. Nach einer umfassenden Sanierung und mit neuem Leben erfüllt, erstrahlt die denkmalgeschützte „Alte Schule“ in Erlstätt nun in neuem Glanz. Am Freitag ist das von 2023 bis 2025 aufwendig sanierte Gebäude im Beisein zahlreicher Ehrengäste offiziell eingeweiht und seinen vielfältigen Bestimmungen übergeben worden. Nachmittags folgte dann ein sehr gut besuchter „Tag der offenen Tür“, bei dem sich alle Bürger ein Bild von den schicken Räumlichkeiten und neuen Nutzungen machen konnten. „Ein Haus aus Stein wird erst dann lebendig, wenn Menschen es mit Leben füllen“, betonte Pfarrverbandsleiter Pater Andrei Mirt beim Festakt und bat Gott, „dass er unter uns wohnt und dieses Haus zu einem Ort macht, an dem Gemeinschaft wächst, Vertrauen entsteht und der Glaube gelebt wird“. Erfülle es mit Frieden, Freude und Leben und segne alle, die hier ein- und ausgehen, so der Pfarrer bei der Segnung. Zuvor hatte Wolfgang Lechner vom Architekturbüro Lechner Lechner Architekten dem Bürgermeister Gerhard Wirnshofer bei strahlendem Sonnenschein symbolisch einen großen Schlüssel überreicht. Für die passenden Klänge sorgte die Musikkapelle Grabenstätt. Der Storch klapperte in seinem Nest auf dem Dach gerne mit.

„Mit der heutigen Einweihungsfeier findet eine seit 2015 andauernde Planungs- und Bauzeit einen würdigen Abschluss“, freute sich Architekt Wolfgang Lechner in seiner Rede. Auch wenn sich das Umfeld des alten Schulhauses seit dessen Bauzeit 1909/10 immer wieder verändert habe, habe dieses „nichts“ von seiner stattlichen, ortsbildprägenden Erscheinung verloren. Der Denkmalschutz wurde während der ganzen Planungs- und Bauphase großgeschrieben. „So haben wir störende und nicht bauzeitliche Bauteile zurückgebaut oder zwischenzeitlich fehlende oder stark veränderte bauzeitliche Bauteile originalgetreu wiedereingebaut oder wiederhergestellt“, berichtete Lechner. Exemplarisch nannte er die Innenwände im westlichen Gebäudebereich und die Holzkastenfenster an der Süd- und Westfassade. Nicht nur die historischen Fenster, sondern auch die originalgetreuen Fußbodendielen im Pfarrsaal und in anderen Räumen sowie alle sonstigen bauzeitlichen Bauteile wurden denkmalgerecht instandgesetzt. Auch die ursprünglichen Farbanstriche sind nachgeahmt worden, allen voran die grüne Außenfassade. Ein Dank gelte allen, die ihren Beitrag zum Gelingen des Baus geleistet hätten, so Lechner. Ein Sonderlob verteilte er an den Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung. „Wir haben 1,7 Millionen Euro an Zuschüssen zur Verfügung gestellt“, betonte Ralph Imhof, Sachgebietsleiter für Städtebau und Bauordnung bei der Regierung von Oberbayern, und sprach von „gut angelegtem Geld“. Mit der Städtebauförderung unterstütze man Maßnahmen, die nicht Pflichtaufgaben der Gemeinden seien, sondern freiwillige Leistungen. „Das Haus ist fertig, jetzt kommt es auf euch an, was ihr daraus macht“, so Imhof.

Schon in den letzten Monaten war die Belebung des Gebäudes zügig vorangeschritten. Als erstes war im westlichen Erdgeschoss bereits im Oktober 2025 die Erlstätter Pfarrverwaltung eingezogen. Auch der östlich davon befindliche Pfarrsaal, in dem bis zu 80 Personen Platz finden, ist schon für Veranstaltungen genutzt worden. Bisher befand sich dieser im 1956 errichteten Ostflügel, der Ende 2022 abgerissen wurde. Neben dem wieder freigestellten Schülereingang an der Ostseite des alten Schulhauses gibt es einen Eingang im Norden und den Haupteingang im Süden. In das erste Obergeschoss gelangt man über die hölzerne Treppe aus der Bauzeit oder den Innenaufzug, der ein wichtiger Beitrag zur Barrierefreiheit ist. Im ersten Stock könnten, so ist es von der Gemeinde angedacht, die westlichen Räumlichkeiten zukünftig als Praxis- oder Büroräume genutzt werden. Die Eltern-Kind-Gruppe (EKP) und die Jugend sind dort im Ostteil untergebracht. Im zweiten Stock gibt es im südlichen Westteil eine kleine, aber feine Gemeindewohnung. Nördlich davon befindet sich das Lager der Ortsvereine, die gegenüber auch schon einen Aufenthaltsraum mit Teeküche und einen Sitzungsraum bezogen haben. Auch diese Räume wurden beim „Tag der offenen Tür“ mit großem Interesse besichtigt.

Auch dem Bürgermeister Gerhard Wirnshofer war die Freude ins Gesicht geschrieben, als er zu Beginn des Festakts auf die Historie des denkmalgeschützten alten Schulhauses zurückblickte. Das 1909 und 1910 errichtete Gebäude war einst eine Volksschule mit zwei Schulsälen und Räumen für Lehrer und beherbergte auch eine Dienstwohnung und das frühere Gemeindeamt von Erlstätt. In den 1940er Jahren ist die Volksschule dann um eine landwirtschaftliche Berufsschule erweitert worden, für die Mitte der 1950er Jahre an der Ostseite ein großer Anbau entstand. Ende der 1960er Jahre verließen beide Schulen das Gebäude und nach kurzem Leerstand zog Anfang der 1970er Jahre eine Waldorfschule ein. In dieser Nutzungsperiode wurden Umbaumaßnahmen vorgenommen. Mitte der 1980er Jahr ist das Gebäude schließlich an einen Antiquitätenhändler vermietet worden, der dann dort rund 30 Jahre lebte und arbeitete.

Überlegungen zur künftigen Nutzung des alten Schulhauses hat es schon in den 2000er Jahren gegeben, doch konkreter wurden die Planungen erst 2014, als der Gemeinderat die Teilnahme an einem Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept beschloss, das die Zugangsvoraussetzungen für die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm ermöglichte. „2015 sind dann die ersten Vorplanungen an das Büro Lechner Lechner Architekten GmbH gegangen“, erinnerte Rathauschef Wirnshofer, der die komplette Planungsphase schon als Gemeinderat unter seinem Amtsvorgänger Georg Schützinger begleitet hatte. Weil viele rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen waren, musste die Gemeinde als Bauherr etliche Gespräche führen, unter anderem mit der Regierung von Oberbayern (Städtebauförderung), dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt Traunstein (Denkmalschutz). Im Herbst 2021 ist dann mit der Fertigstellung der Entwurfsplanung zur Sanierung und Revitalisierung des Gebäudes und der Anerkennung durch den Gemeinderat wieder ein wichtiger Schritt getan worden. Ende 2021 konnte schließlich der Bauantrag eingereicht werden. „Die vielen Entscheidungen forderten uns alle, bis im Oktober 2022 der Ostflügel abgerissen und schließlich im Februar 2023 die Sanierungsarbeiten starteten“, so Wirnshofer. Ein Sonderlob verteilte er an das Planungsbüro Lechner Lechner Architekten, das die Umsetzung vollumfänglich im Griff gehabt habe, bestens unterstützt von den Fachplanern und Handwerkern. Dasselbe gelte ihm zufolge für den Umgriff des Alten Schulhauses einschließlich der Aufwertung der Ortsmitte durch das Planungsbüro BEGS.

Als größte Einzelmaßnahme im Rahmen der Städtebauförderung im Sanierungsgebiet Erlstätt ist die Sanierung des alten Schulhauses dann 2025 abgeschlossen worden. Einschließlich des umgestalteten Umgriffs der Grabenstätter Straße, der zusammen mit den Außenanlagen des geschichtsträchtigen Gebäudes in Angriff genommen wurde, schlägt die Gesamtmaßnahme mit etwa 6,6 Millionen Euro zubuche. Während sich die Kosten für das sanierte Gebäude auf rund 5,4 Millionen Euro belaufen, werden die Außenanlagen mit Investitionskosten von gut 1,2 Millionen Euro beziffert. Für alle Maßnahmen wurden von der Gemeinde insgesamt rund 2,9 Millionen Euro an Fremd- und Fördermitteln veranschlagt. An diesem Freitag, 1. Mai steht in Erlstätt schon der nächste Höhepunkt an, denn dann wird am neuen Dorfplatz vor der sanierten alten Schule erstmals ein Maibaum aufgestellt. Auch hier werden viele Besucher erwartet. 

 

 

  

 

 

Bericht und Bilder vom örtlichen Presseberichterstatter Markus Müller.