Gefahr für unsere Seen: Die Quagga-Muschel belagert nicht nur Bojen. Als Larven verstecken sie sich auch in Badeutensilien. So verteilt sich die invasive Art rasend schnell. Mit einfachen Maßnahmen kann jeder mithelfen, das zu verhindern.
Die See-Gemeinden schlagen Alarm: Die Quagga-Muschel - eine Gefahr breitet sich im Chiemsee aus. Auch die ökologisch besonders wertvollen Eiszeitseen der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte sowie die Seeoner Seen sind in Gefahr. Es sind nicht nur die Boote, mit denen die Muschel in die Seen kommen. Jeder Badegast ist ein potentieller Überträger. Die winzigen, mit dem Auge nicht erkennbare Larven der Muscheln setzen sich in Schwimmflügel, Badeklamotten, Spielsachen, Tauch- und Angelausrüstung oder an SUP-Boards fest und werden so in den Gewässern verbreitet.
Deshalb kommt es jetzt auf jeden Einzelnen an. Mit ganz einfachen Maßnahmen kann jeder Badegast aktiv dazu beitragen, die Ausbreitung der Quagga-Muschel zu verhindern.
Bitte folgendes beachten:
Es wird eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger sowie an Gäste unserer Region appelliert: Helfen Sie mit, unsere Seen zu schützen. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, diese wertvollen Lebensräume für kommende Generationen zu bewahren. Jede einzelne dieser Maßnahmen kann entscheidend sein. Denn was einmal im See ist, lässt sich nicht mehr entfernen.
Die ursprünglich aus den Zuflüssen des Schwarzen Meeres stammende und eingeschleppte Muschelart hat das Potenzial, die heimischen Ökosysteme nachhaltig zu verändern und wirtschaftliche Schäden zu verursachen. Die Quagga-Muschel hat eine enorme Vermehrungsrate und gehört zu den invasiven Arten. Eine einzige weibliche Muschel produziert bis zu eine Million Eier pro Jahr. Die daraus entstehenden Larven sind winzig – nur ein Zehntel Millimeter groß – und für das menschliche Auge unsichtbar. So können sie unbemerkt von Gewässer zu Gewässer gelangen. Die Muschel entzieht dem Ökosystem wertvolles Plankton. Dieses Plankton fehlt dann einheimischen Arten wie Fischen und heimischen Muscheln als Nahrungsgrundlage. Für Berufsfischer kann sie so zur existenziellen Bedrohung werden. Aber auch für die Gemeinde – und damit für jeden einzelnen Bürger – kann sie finanzielle Folgen haben. Sie besiedelt Wasserrohre, Hafenanlagen und Stege und muss teuer entfernt werden.