Titel Logo
Grabenstätter Gemeindeanzeiger
Ausgabe 17/2026
Nachrichten anderer Stellen und Behörden
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Chiemgau GmbH

Ventilator oder Klimaanlage – was kühlt effizienter?

Energie-Expertin klärt über Kosten auf

Mit steigenden Temperaturen wächst auch das Bedürfnis nach Abkühlung in den eigenen vier Wänden. Doch was ist besser für Geldbeutel und Umwelt: Klimaanlage oder Ventilator? Die Verbraucherzentrale Bayern erklärt den Unterschied.

Klimaanlagen sorgen für spürbar kühle Raumluft, sind jedoch wahre Stromfresser. Deutlich sparsamer ist ein Ventilator: Er kühlt die Luft zwar nicht, bringt sie aber in Bewegung und erzeugt so ein erfrischendes Gefühl – und das bei bis zu 90 Prozent geringerem Energieverbrauch. Für den Alltag ist er deshalb meist die kostengünstigere Option.

In besonders aufgeheizten Dachgeschosswohnungen kann eine Klimaanlage dennoch sinnvoll sein – vorausgesetzt, sie ist energieeffizient (mindestens Klasse A). Um unnötige Stromkosten zu vermeiden, sollte sie nur bei geschlossenen Fenstern laufen, idealerweise mit Zeitschaltuhr. Eine regelmäßige Wartung sorgt zusätzlich für einen geringen Energieverbrauch und eine lange Lebensdauer.

Wer zusätzliche Energie sparen möchte, sollte morgens lüften, anschließend die Fenster schließen und die Räume abdunkeln. So bleibt die Hitze draußen und man kühlt effektiv, energiesparend und umweltbewusst.

Albtraum Stromausfall: Kann die eigene Solaranlage trotzdem Energie liefern?

Welche Möglichkeiten Not- und Ersatzstrom bieten

Viele Haushalte setzen auf Photovoltaik, um unabhängiger von ihrem Stromversorger zu werden. Doch was passiert, wenn das öffentliche Netz ausfällt? Die Chiemgau GmbH und die Verbraucherzentrale Bayern erklären, wann eine PV-Anlage während eines Stromausfalls Strom liefern kann und welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind.

Unabhängig werden – aber mit Grenzen

Photovoltaikanlagen können einen Teil des eigenen Strombedarfs decken. Dadurch sinkt die Abhängigkeit vom Strommarkt und von steigenden Preisen. Vollständig unabhängig vom Stromnetz sind jedoch nur wenige Haushalte. „Die Stromproduktion schwankt je nach Tages- und Jahreszeit deutlich, deshalb bleibt der Anschluss an das Stromnetz fast immer notwendig“, sagt Bettina Mühlbauer, Energieexpertin der Chiemgau GmbH.

Warum PV-Anlagen bei Stromausfall meist abschalten

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher glauben, dass ihre Solaranlage bei einem Blackout automatisch weiter Strom liefert. Das stimmt in den meisten Fällen jedoch nicht. Standard-PV-Anlagen sind mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Fällt das Netz aus, schalten sie sich automatisch ab.

Not- und Ersatzstrom: Diese Lösungen gibt es

Wer seine Stromversorgung auch bei einem Netzausfall sichern möchte, benötigt eine entsprechend ausgestattete Anlage. Entscheidend ist die Kombination aus Photovoltaikanlage, einem speziellen Wechselrichter, der ohne das öffentliche Stromnetz funktioniert, gegebenenfalls einer Umschalteinrichtung und möglichst einem Batteriespeicher.

Die Möglichkeiten im Überblick:

Notstromfunktion (Backup-Steckdose): Sie versorgt einzelne Geräte über eine separate Steckdose am Wechselrichter. Die Leistung ist begrenzt, reicht aber etwa für Beleuchtung oder zum Laden mobiler Geräte. Bei vielen modernen Anlagen gehört diese Funktion inzwischen zur Standardausstattung.

Ersatzstromversorgung: Sie versorgt bei einem Stromausfall größere Teile des Haushalts automatisch weiter. Dafür braucht es eine entsprechend ausgelegte Anlage mit Umschalttechnik. Hier muss mit Mehrkosten gerechnet werden.

„Nicht jede PV-Anlage kann bei einem Stromausfall selbständig wieder starten oder das Haus unabhängig vom öffentlichen Netz mit Strom versorgen“, so Mühlbauer. Wer diese Funktionen nutzen möchte, sollte sie bereits bei der Planung berücksichtigen oder prüfen lassen, ob sich die Anlage nachrüsten lässt.

Kontakt

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können bei der kostenlosen, unabhängigen Energieberatung der Chiemgau GmbH informieren. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 0861 988231-89 oder per E-Mail an energieberatung@chiemgau.bayern. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Die Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Die Beratungstermine im Landkreis Traunstein (nur nach Terminvereinbarung):

Traunstein: jeden 2. und 4. Montag im Monat von 13:30 bis 18 Uhr

Grassau: jeden 3. Dienstag im Monat von 14 bis 17 Uhr