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Grabenstätter Gemeindeanzeiger
Ausgabe 2/2026
Tourist-Information
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Tourist-Information

Bis in den November hinein konnte man mit dem zertifizierten Gästeführer der „Römerregion Chiemsee“ Christian Fellner alias „Bellicus“ spannende Zeitreisen in die Welt der Kelten und Römer unternehmen, die bei uns im Chiemgau vor 2000 Jahren lebten. Das Bild entstand bei einer seiner Schauspielführungen im Rahmen des Chiemgauer Wanderherbsts.

Schloss Herrenchiemsee im Winter

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag

09:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Donnerstag zusätzlich

14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

24.12., 25., 26. und 31.12. geschlossen, ebenso am 01.01. und 06.01. geschlossen

Römermuseum und Museum zum Chiemgau Impakt

Die Museen sind zu den Öffnungszeiten der Tourist-Information zu besichtigen

  • www.grabenstaett.de / Kultur erleben – Museen
  • www.roemerregion-chiemsee.de
  • https://museum.chiemgau-impakt.de/

Als im Chiemgau die Kelten zu Römern wurden:

Mit dem romanisierten Kelten „Bellicus“ haben 2025 rund 70 Personen spannende Zeitreisen in die Antike absolviert

Als romanisierter Kelte „Bellicus“ hat der zertifizierte Gästeführer der „Römerregion Chiemsee“ Christian Fellner 2025 bei neun Schauspielführungen – drei gemeindliche und sechs im Rahmen des Chiemgauer-Wanderherbstes – rund 70 Personen in die Antike entführt. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad tauchten sie mit ihm in die Zeit der Kelten und Römer ein, die vor gut 2000 Jahren bei uns im Chiemgau gelebt hatten. Auf den damaligen römischen Gutshöfen (Villae rusticae), wie jenen von Erlstätt, habe man einst nicht nur erfolgreich Ackerbau und Viehzucht betrieben, sondern auch einen ziemlich luxuriösen Lebensstil mit Bädern, Hypokaustanlagen, Mosaiken, Fensterglas und gutem Essen gepflegt, so “Bellicus“, der selbst einst als einfacher Schmied auf einem solchen gearbeitet hatte. Tatsächlich waren die Römer damals ihrer Zeit weit voraus. Fließendes Wasser in Gebäuden gab es auf dem Land erst vor rund 100 Jahren wieder und eine Zentralheizung oder gar ein beheizter Fußboden wurden ebenso wie ein Bad mit warmen Wasser erst in der Nachkriegszeit langsam zum Standard. Schon lange vor der römischen Okkupation um 15 vor Christus hätten die hiesigen Kelten gute Handelsbeziehungen zu den Römern unterhalten, so Fellner. Ihr weithin geschätztes keltisches Gold (Salz) und ihr besonders hartes und deswegen sehr wertvolles Eisen (Ferrum Noricum) verschaffte ihnen bei den Römern Respekt und Ansehen und sich selbst Selbstbewusstein, Macht und Einfluss. So verwundert es nicht, dass das keltische Königreich Noricum, das einen großen Teil des heutigen Österreich und den südöstlichen Teil Bayerns bis zum Inn umfasste, um Christi Geburt dem römischem Imperium friedlich einverleibt wurde, während andernorts im Keltenland blutige Kämpfe tobten. Während die römischen Neubürger einst keltische Lokalgottheiten wie den Chiemsee-Wassergott Bedaius übernahmen und die keltischen Handwerkskünste schätzten, fanden die Kelten Gefallen an der römischen Lebensweise, was sich auch in der Kulinarik niederschlug. Die Römer brachten nämlich auf ihren gut ausgebauten Straßen nicht nur Wein über die Alpen, sondern auch Oliven, Feigen, Datteln und andere Köstlichkeiten. Man vermischte sich und profitierte in diversen Bereichen voneinander. Die ursprüngliche keltische Ernährung sei Fellner zufolge „sehr fleischlastig“ gewesen. Als Haus- und Nutztiere habe man Hunde, Katzen, Hühner, Ziegen, Schafe, Schweine, Kühe und Ochsen besessen, wobei letztere als Zugtiere unverzichtbar gewesen seien. Die Kelten seien auch sehr gute Jäger gewesen. Das Trinken und Verarbeiten von Kuhmilch schauten sich die eingewanderten Römer von ihnen ab. Als Süßstoff verwendete man mangels Zucker in erster Linie Honig. Imkerei gab es schon in den alten Hochkulturen. Eine Römerin habe zwar nach entsprechender Heirat das Bürgerrecht erlangen können, im Allgemeinen hätten die Frauen bei den Kelten „aber mehr Rechte genossen“, so Fellner. Von den einst 16 keltischen Sprachen existierten heute nur noch Irisch, Manx, Schottisch-Gälisch, Bretonisch, Kornisch und Walisisch. „Bellicus“ Fellner besuchte mit seinen Gruppen historische Orte und machte das kelto-romanische Leben auch anhand von rekonstruierten Fundstücken (be-)geifbar. So präsentierte er unter anderem ein Öllämpchen, eine Fibel, ein Wachstäfelchen, Hygieneartikel, Astragale und das Spiel Rundmühle. Sein Grabstein sei im Portal der Grabenstätter Johanneskirche verbaut, verriet der historisch gekleidete „Bellicus“, dem die Annehmlichkeiten der Neuzeit nicht verborgen geblieben sind. Immer wieder zog er Vergleiche mit seinem einst harten und entbehrungsreichen Leben. Die bekannteste keltische Siedlung in der Region sei ihm zufolge jene von Stöffling (bei Truchtlaching) gewesen. Deren Bewohner zog es später ans nördliche Chiemseeufer, wo dann im 1. Jahrhundert nach Christus der, an der antiken Fernstraße Salzburg-Augsburg gelegene, Römerort Bedaum – das heutige Seebruck – entstand. Den passenden Abschluss bildete eine römische Verkostung in der SK Confiserie und Weinbar „Am Platzl“, wo Sebastian Knuppertz den Zeitreisenden feine römische Spezialitäten servierte.

Bericht und Bild vom örtlichen Presseberichterstatter Markus Müller.

Start ins Messejahr auf der CMT Stuttgart

Chiemsee-Alpenland Tourismus wirbt für die Region

Stadt/Landkreis Rosenheim (Januar 2026) – Zum Jahresstart präsentiert der heimische Tourismusverband Chiemsee-Alpenland (CAT) derzeit auf der Urlaubsmesse CMT (Caravan – Motor – Touristik) in Stuttgart die Region als Urlaubsdestination und stellt neue Produkte und Angebote vor. Großes Interesse weckt die Aufnahme von Schloss Herrenchiemsee in das UNESCO-Welterbe „Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee“ im Juli 2025. Bei einer Pressekonferenz zum Thema UNESCO-Welterbe mit etwa dreißig Journalisten aus dem DACH-Raum stellte CAT-Mitarbeiterin Dagmar Mayer das Schloss Herrenchiemsee als Ganzjahresziel und die Angebote von Chiemsee-Alpenland vor.

Zeitgleich zur CMT findet in Berlin die Grüne Woche statt. Auch dort stößt die Auszeichnung auf Begeisterung. Besonders die Gelegenheit, sich am Stand des CAT einmal wie der Märchenkönig zu fühlen, nutzen viele Besucher.

Weiter Informationen finden Sie unter www.chiemsee-alpenland.de.