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Grabenstätter Gemeindeanzeiger
Ausgabe 2/2026
Aus der Gemeindeverwaltung
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Projekt „Naturkundestation Hirschauer Bucht“

Die alte Fischerhütte in der Hirschauer Bucht wurde ca. 1950 errichtet und diente der Unterbringung von Gerätschaften der Berufsfischer in der Hirschauer Bucht. Grabenstätt war einst eines der größten Fischerdörfer am Chiemsee. Nun soll die einsturzgefährdete Hütte abgerissen und im nächsten Winter durch eine neue Naturkundestation ersetzt werden.

Schon seit längerer Zeit trägt die Gemeinde den Gedanken, an der Stelle der alten Fischerhütte in der Hirschauer Bucht eine Naturkundestation zu errichten. Zu diesem Zweck wurde bereits im Frühjahr 2023 eine Machbarkeitsstudie erstellt. Im Rahmen der Konzeptentwicklung wurden verschiedene Interessengruppen einbezogen, auf deren spezifisches Fachwissen zurückgegriffen werden kann. Unterstützt wird die Gemeinde dabei von der Fischereigenossenschaft Chiemsee, der örtlichen AGENDA-Gruppe, vom Gebietsbetreuer Chiemsee, den Bayerischen Staatsforsten als Grundstückseigentümerin sowie von weiteren Institutionen und Akteuren.

Mit der geplanten Naturerlebnishütte sollen die Themen Fischerei, Auenwälder sowie die Verlandung der Hirschauer Bucht und ihr historischer Verlauf anschaulich und fachlich fundiert aufbereitet und der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden. Besondere Bedeutung soll der Fischerei zukommen, die über Jahrhunderte das Leben am Chiemsee in besonderer Weise geprägt hat. Darüber hinaus sollen die naturschutzfachliche Bedeutung des Gebiets sowie die Bemühungen um die Reinhaltung des Sees hervorgehoben werden.

Der Bayerische Landtag unterstützt das Vorhaben und stellt der Gemeinde über eine Fraktionsinitiative eine großzügige Förderung in Aussicht. Angestoßen hat diese unser Gemeinderatsmitglied und Landtagsabgeordneter Herr Dr. Martin Brunnhuber. Erst mit dieser Förderung wird es der Gemeinde ermöglicht, das Projekt auch in die Tat umzusetzen.

Im Herbst des vergangenen Jahres vergab der Gemeinderat die ersten Planungsaufträge. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Entwurfsplanung zügig vorangetrieben werden. Die Durchführung der Neubaumaßnahme ist zwar erst für den nächsten Winter vorgesehen, zur Vorbereitung des Standortes soll jedoch noch in diesem Februar die alte Fischerhütte zurückgebaut, das unmittelbar angrenzende Gehölz entfernt und an gleicher Stelle in einer Geländemulde eine Auflastschüttung aufgebracht werden. Die vorübergehend um ca. 1m erhöhte Auflastschüttung aus Kies trägt bis zum Spätherbst dazu bei, dass das Baufeld verdichtet und eine ausreichende Tragschicht für die spätere Naturkundestation geschaffen wird. Ursprünglich war eine Pfahlgründung für den Neubau vorgesehen, welche allerdings aus Kostengründen nicht weiterverfolgt werden konnte.

Bevor die eigentliche Baumaßnahme beginnt, wird die Auflastschüttung im kommenden Herbst dann wieder abgetragen. Alle Arbeiten haben grundsätzlich außerhalb der Vogelbrutzeit, also zwischen dem 01.10. und 28.02., zu erfolgen. Aufgrund dieses begrenzten Zeitfensters wird das Projekt in zwei Abschnitte aufgeteilt.

Die alte Fischerhütte liegt im Naturschutzgebiet „Mündung der Tiroler Achen“ und damit in einem äußerst sensiblen Bereich. Den geplanten Vorbereitungsmaßnahmen gingen deshalb mehrere Untersuchungen und Abstimmungen mit den Fachbehörden aus den Bereichen Naturschutz, Wasserrecht- und Bodenschutz sowie der Bauaufsichtsbehörde voraus. Zweifellos stellen die genannten Vorbereitungen zunächst einen besonderen Eingriff in das Naturschutzgebiet dar, welche allerdings durch entsprechende Kompensationsmaßnahmen wieder ausgeglichen werden. Mit der Maßnahme geht der Abbruch der baufälligen Fischerhütte einher, in der sich über Jahre hinweg leider diverser Unrat ansammelte. Diese Situation steht im klaren Widerspruch zum Charakter eines Naturschutzgebiets, weshalb es die Gemeinde für unabdingbar hält, den Rückbau nicht länger aufzuschieben. Durch die nahtlose Durchführung der Rückbauarbeiten und der Auflastschüttung werden die Fahrzeugbewegungen zeitlich konzentriert und damit so gering wie möglich gehalten. Während der Arbeiten kann der Parkplatz in der Hirschauer Bucht nicht angefahren werden, wofür schon jetzt um Verständnis gebeten wird. Eine entsprechende Beschilderung wird in der einschlägigen Zeit erfolgen.

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 02.02.2026 wird die Eingabeplanung für den Neubau der Naturkundestation vorgestellt. Nach Anerkennung des Plantentwurfs und der Kostenberechnung kann die Gemeinde den finalen Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern einreichen.