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Grabenstätter Gemeindeanzeiger
Ausgabe 8/2026
Kirchliche Nachrichten
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Pfarrverband Hl. Franz von Assisi - Bergen, Erlstätt, Grabenstätt, Vachendorf

Noch sehr lange in Erinnerung bleiben, nachklingen und nachwirken wird das Passionssingen in der Grabenstätter Pfarrkirche St. Maximilian. Erstmals stellte der hiesige Mundartdichter Gustl Lex im Chiemgau seine bairische Passion „Mei Liab zu Euch geht bis zum Tod“ vor. Für die einprägsamen Klänge und Melodien sorgten der Männerchor Grabenstätt und der Chor der Pfarrei St. Maximilian, der sogenannte „MaxChor“, jeweils unter der Leitung von Martin Lex sowie das Zitherduo Lex mit Martin Lex und dessen Sohn Andreas Lex.

Einmal mehr haben es die beteiligten Gruppen um Chorleiter Martin Lex verstanden, auf eindrucksvolle Weise Text, Gesang und Musik zu einer verschmelzenden Einheit zu verbinden. In der voll besetzten Grabenstätter Pfarrkirche St. Maximilian zeigten sich der Männerchor Grabenstätt und der Chor der Pfarrei St. Maximilian, der sogenannte „MaxChor", jeweils unter der Leitung von Martin Lex als homogene Klangkörper von ihrer besten Seite. An der Orgel beeindruckte die Kirchenmusikerin Roswitha Kuttig durch ihr virtuoses und gefühlvolles Spiel. Das Zitherduo Lex mit Chorleiter Martin Lex und dessen Sohn Andreas Lex steuerte in klarer, angenehmer Tongebung besinnliche Stücke bei. Dabei entstand eine berührende geistliche Abendandacht. In seiner erstmals im Chiemgau vorgetragenen bairischen Passion „Mei Lieb zu Euch geht bis zum Tod" schilderte Gustl Lex die Ereignisse vom Abendmahl bis zum Grab. In gereimter Form, mit bewusst kurz gewähltem Metrum, klaren Hebungen und eindringlicher Bildsprache ergab sich dabei eine ergreifende Darstellung der Leidensgeschichte Christi. Der Autor selbst brillierte in den Abschnitten als versierter Erzähler.

Zu Beginn erklang ein Orgelpräludium von Johann Sebastian Bach in e-moll von der Empore, ehe der Männerchor mit dem Passionslied „Wacht auf, wacht auf, ihr Sünder" und einem Abendmahllied von Cesar Bresgen die Zuhörer auf die folgende Leidensgeschichte einstimmte. Vom Vermächtnis des letzten Abendmahles und von der von Jesus geforderten Nächstenliebe handelte der erste Teil, bevor es verstärkt durch das bekannte Kirchenlied „Beim letzten Abendmahle" von Melchior Vulpis durch das Stadttor Jerusalems hinauf in den Garten Gethsemane ging. Eindringlich trug der MaxChor das Lied „In jener letzten der Nächte" von Anton Bruckner vor, bevor am Ölberg die Todesangst Jesu vollends zu Tage trat. Die Verzweiflung und Not wurden durch den Chor mit „Bei stiller Nacht zur ersten Wacht" zum Ausdruck gebracht. Immer wieder gelang es dem Autor auch das Publikum mit Betrachtungen und Fragen an die eigene Person, in die Handlung und die jeweilige Situation mit einzubinden.

In den Kapiteln „Gefangennahme", „Vorm Hohenrat" und „Vor Pilatus" war das sich anbahnende schreckliche Schicksal Jesu bereits klar erkennbar. Mit der Motette „Tristis est anima mea" und dem Lied „Schattn klagn" wurde die Handlung musikalisch durch den Männerchor treffend umgesetzt. Mit einem „Rigaudon", einem frischen französischen Tanzstück, verstärkte Organistin Kuttig die beißend, sarkastisch anmutende bösartige Verspottung Jesu durch die Schergen des Kajaphas. Mitfühlend folgte das Publikum dem Treuebruch des Simon Petrus, ehe Pilatus beim Urteil seine Hände in Unschuld wusch. Bachs bekannter Choral „O Haupt voll Blut und Wunden", vorgetragen vom MaxChor, und noch einmal in Instrumentalfassung an der Orgel, beschlossen diesen Abschnitt. Das Lied „Für mich nahmst du das Kreuz auf dich" überschrieb den folgenden längeren Textteil „S’Kreuz" über die einzelnen Kreuzwegstationen hin bis zur Kreuzigung und dem Tod des Heilands. „I hobs vollbracht," sagt er am Ende – „Sterbn is hoamgeh, dahoam bist drent!", endete der Vers, ehe ergreifend „Schau hin nach Golgatha" von Friedrich Silcher durch den MaxChor intoniert wurde. Gespannte Stille erfüllte den Kirchenraum. Das Schlussbild zeichnete Verfasser Gustl Lex im Teil „s‘Grab". Die angelehnte Leiter am leeren Kreuz und das verlassene Golghata im Abendschein der leuchtenden Sterne beschrieben anschaulich die Stimmung derer, die diese Geschichte mitverfolgt haben. Mit „Still o Himmel, still o Erde" von Bresgen beschloss der Männerchor das emotionale Passionssingen in Grabenstätt. Es wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben, nachklingen und nachwirken. Die eingegangenen Spenden der Besucher werden – wie im Voraus angekündigt – für die Brasilienhilfe Grabenstätt gespendet.

 

 

Bericht und Bild vom örtlichen Presseberichterstatter Markus Müller.