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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 1/2024
Das Rathaus berichtet
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Turnhalle, Gemeinschaftsunterkunft, Schule waren die Themen 2023

Bürgermeister Stefan Kattari blickte zurück

In der Jahresabschlusssitzung des Marktgemeinderats blickte Bürgermeister Stefan Kattari auf das vergangene Jahr zurück, ohne, wie er betonte, eine Nabelschau der Krisen zu demonstrieren, sondern vielmehr mit dem Wissen, trotz der Krisen gute Lösungen gefunden zu haben.

Im Januar 2023 sei die Sorge vor einem Blackout groß gewesen. Ziemlich sicher können ein paar Tage überwunden werden, die Wasserversorgung aufrecht gehalten und auch ein Wärmeraum zur Verfügung gestellt werden. Was ihm jedoch nach wie vor Sorge bereite, ist, wie die Polizei eine geordnete, zugeteilte Versorgung mit Treibstoff an den vier Tankstellen des Achentals mit der dünnen Personaldecke bewerkstelligen möchte. „Wie das funktionieren soll, kann mir bis heute keiner sagen“, bedauerte Kattari. Er verwies auf die Auflösung der Polizeidienststelle in Reit im Winkl und die Übernahme der Aufgaben dieser Dienststelle durch die Grassauer Inspektion, ohne hier das Personal aufzustocken. Gleichwohl wurde im Januar der Feuerwehrbedarf ausgearbeitet und abgestimmt. Für den Waldkindergarten Rottau wurde am Nußbankerl ein Platz gefunden. Im Februar wurde die Bauleitplanung Reifing Süd mit den Grundstückseigentümern diskutiert und im März folgte die Einweihung des Pfarrheimanbaus in Rottau.

Das Thema Turnhalle beschäftigte den Marktgemeinderat auch im letzten Jahr mehrfach. Die neue Turnhalle, die aufgrund von Rissen in den Leimbindern immer noch gesperrt ist, wurde von einer Gerichtsgutachterin im März beurteilt. Bis zum Gutachten vergingen viele Monate, bis dieses im Oktober fertig gestellt war. Die mündliche Verhandlung ist für April 2024 vorgesehen. „Es ist nur schwer erträglich, dass dieses Verfahren so lange dauert und die Turnhalle weder den Schülern noch den Vereinen zur Verfügung steht“, sagte der Rathauschef. Er vermutet, dass es sich hinzieht, da es sich nicht um eine Produktionshalle, in der gearbeitet und Geld verdient wird, handelt. „Das hat schon einen bitteren Beigeschmack“, so Kattari. Positiv sei, dass die Topothek, das Online-Bilderarchiv, freigegeben wurde und dank der vielen Arbeit von Olaf Gruß und weiteren Mitarbeitern mittlerweile über 8000 Bilder abgerufen werden können. Gesellschaftliche Höhepunkte, wie das Aufstellen des Mietenkamer Maibaums, die Eröffnung der Sonderausstellung im Museum Klaushäusl und die Verleihung des Volksmusikpreises Habernspitz wie auch die erste Bürgerbeteiligung zum Flächennutzungsplan standen im Mai im Mittelpunkt. Gefeiert wurde auch im Juni, und zwar das 20-jährige Bestehen des Vereins Birn-Pub e.v. mit einem großen Festprogramm wie auch die 60-jährige Gemeindepartnerschaft zu Tscherms mit einem Festwochenende. Klar betonte Kattari, dass sich Grassau trotz einer Beschwerde das Feiern nicht nehmen lässt. Zehn Tage im Jahr könne eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden und dies werde er auch weiterhin in Anspruch nehmen und Feste zulassen. „Wenn sich Vereine finanziell ins Risiko begeben und Feste anbieten, dann muss das auch wertgeschätzt werden“, erklärte er. In den Juli falle der letzte Kontakt zu den Investoren des Gewerbeparks, die hier eine Gemeinschaftsunterkunft realisieren wollten. Plausibel konnte die Marktgemeinde darlegen, dass die bereits seit über 30 Jahren bestehende Asylbewerberunterkunft mit 160 Plätzen von der Bevölkerung gut angenommen werde und Grassau ihr Soll im Bereich Unterkunft erfüllt habe. Kattari dankte ausdrücklich dem Landrat Walch, der sich sehr für Grassau eingesetzt habe. Das gesellschaftliche Leben wurde bei der Langen Nacht wie auch beim Dorffest der Feuerwehr gepflegt. An der Radltour nach Tscherms beteiligten sich über 30 Grassauer Bürger. Im September konnte die Kindertagesstätte am Gänsbach bezogen werden.

Seit Oktober wird in der Outdoorgalerie unter der Linde am Heftergelände ein neues Kunstwerk „Die Himmigucker“ von Monika Stein präsentiert. Zudem konnte das erste E-Fahrzeug des mit dem Ökomodell gemeinsam gestarteten Car-Sharing Projekts in Betrieb gestellt werden. Auch die ersten pflegefreien Rosengräber wurden errichtet. Einen erneuten Schulleiterwechsel gab es an der Grund- und Mittelschule Grassau. „Die Bilanz ist nicht so erfreulich und Manfred Duschl ist in meiner Amtszeit bereits der vierte Schulleiter“, informierte der Rathauschef mit der großen Hoffnung, dass der kommissarische Schulleiter nun auch bleiben möge.

Sein persönlicher Höhepunkt im November sei das Festkonzert zum 100. Geburtstag von Professor Wolfgang Sawallisch mit einer besonders schönen Leistungsschau der Musikschule Grassau gewesen. Letztlich verwies Kattari noch auf die Weihnachtsmärkte in Mietenkam, Rottau und schließlich den Grassauer Advent und informierte, dass der Probebetrieb des Biomasseheizwerks in Rottau nun angelaufen sei und auch die Feuerwehr Rottau kurz vor dem Jahreswechsel ins neue Feuerwehrgerätehaus eingezogen ist.

An den Bauleitplanungen erkenne man, dass die Bautätigkeit zurückgeht. Waren es im vergangenen Jahr 50 Bauanträge, wurden ein Jahr zuvor noch doppelt so viele gezählt.

Auch erinnerte Kattari an die größten Baumaßnahmen. So wird der erste Bauanschnitt der Sanierung der Schule Mitte dieses Jahres beendet und das Schulgebäude kann bezogen werden. Die Baustelle Kindertagesstätte Gänsbach habe die Gemeinde in Atem gehalten und die Fernwärme Rottau sei eine gewaltige Maßnahme gewesen, zumal die Rohre durch die engen Straßen verlegt werden mussten. „Eine große Herausforderung und eine große Leistung, eine Rohrstruktur aufzubauen“, so Kattari. Gleichzeitig wurden Leerrohre für die Glasfaserstruktur mit verlegt. „Der Glasfaserausbau für das gesamte Achental kommt“, versprach der Rathauschef, auch weil Grassau sein Gewicht in die Waagschale warf. „So funktioniert Solidarität zwischen den Gemeinden“, hob er hervor. Gearbeitet wird auch am Verkehrskonzept. Eine Querungshilfe könnte in Kucheln realisiert werden und an der Drechslerstraße der ruhende Verkehr mit Parkbuchten markiert werden. Des Weiteren verwies Kattari auf Anschaffungen für die Kinderspielplätze, den Bauhof, den Reifinger Badesee und auf eine neue Web-Seite, die in Vorbereitung ist. Tb