v.l. Mit der goldenen Ehrennadel für ehrenamtliches Engagement wurden die Marktgemeinderäte Dr. Ernst Wendel, Tobi Beck, Achim Stümpfl, Kathi Schmuck und Richard Schreiner von Bürgermeister Stefan Kattari ausgezeichnet.
Ein besonderes Jahr, geprägt von Festlichkeiten zur 60jährigen Markterhebung und zum 900jährigen Bestehen der Gemeinde ist vorbei. Einen persönlichen Jahresrückblick, in dem die großen Ereignisse nur kurz erwähnt wurden, teilte Rathauschef Stefan Kattari mit Marktgemeinderäten und Verwaltungsangestellten in der Jahresabschlusssitzung. Ein kleiner Höhepunkt war die Verleihung der Ehrennadeln für ehrenamtliches Engagement.
In dieser Wahlperiode sei es erst die vierte Jahresabschlusssitzung, denn zwei mussten Coronabedingt 2020 und 2021 entfallen und doch ist es die letzte in dieser Wahlperiode und in dieser Konstellation. In der Kommunalpolitik, so Kattari brauche es einen langen Atem und Zeit, um kommunale Entscheidungen sichtbar zu machen. Hierfür diene der jährliche Rückblick. Er betonte, dass künftig noch mehr auf den Erhalt der bestehenden Infrastruktur geblickt werden müsse. „Wenn Wasserleitung und Brücken erneuert, Schulhaus saniert, Flächennutzungsplan neu aufgestellt ist, schaffen wir wieder moderne Zustände, aber im Grunde nichts neues“, erklärte er. Wir werden schauen müssen, dass wir das erhalten können, was schon einmal erreicht worden ist“, erklärte er. In einigen Bereichen sei die Gemeinde nicht so schnell vorangekommen. So warten die Mietenkamer immer noch auf eine Entscheidung hinsichtlich Fernwärme und auch beim Edeka in der Ortsmitte gebe es keine Bewegung. Auch die Gespräche mit den Rosenheimer Investoren in Sachen Entwicklung Gewerbepark liegen auf Eis. Es wurde aber auch viel erreicht und auf den Weg gebracht. Die Meilensteine fasste Kattari kurz zusammen: Wir haben gefeiert, die Generationenaufgabe Flächennutzungsplan ist fertig, der zweite Bauabschnitt der Schulhausanierung läuft und der dritte Bauabschnitt mit dem Neubau eines Schultrakts hat begonnen und auch die Fernwärmeerschließung Rottau ist weitgehend abgeschlossen.
Chronologisch ließ Kattari das Jahr 2025 Revue passieren. Im Januar kündigte das Gericht eine Entscheidung zum Turnhallendach an. Die Gemeinde hat die Kosten der Sanierung der Leimbinder vorgestreckt und möchte die Kosten einklagen. Trotz mehrfacher Nachfrage gab es bis jetzt keine Nachricht vom Gericht. Für ihn wichtig war auch, dass Albert Strehhuber neuer Sprecher des Kontaktkomitees Grassau-Tscherms ist. Im Februar fand der Spatenstich zum Glasfaserausbau mit Avacomm statt. „Gelernt habe ich, dass Mietenkam jetzt Übersee Süd ist“, sagte Kattari leicht amüsiert auf die Gebietsbezeichnung der Firma. Die Bundestagswahl und Landratswahl prägten das Ortsbild und ein runder Tisch zur ärztlichen Versorgung des Achentals wurde erstmals durchgeführt. Ein besonderer Höhepunkt war das Gaudi Turnier in der Sporthalle zur Wiedereröffnung der Halle. Geplant sei eine Neuauflage am Faschingsfreitag. Im März schloss die Polizeiinspektion Grassau und die Grenzpolizei übernahm. Erstmals seit langen gab es ein Starkbierfest mit lustiger Fastenpredigt. Die Gewächshäuser an der Mietenkamer Straße konnten für den gemeindlichen Bauhof erworben werden. In den Bürgerversammlungen im April wurde informiert. Der Volksmusikpreis „Habernspitz“ wurde verliehen und der Georgi-Markt durchgeführt. Die Friedhofssatzung wurde an das neue Friedhofskonzept angeglichen. Im April wurde auch die Messkampagne zur Kanalhydraulik vorgestellt. Grund hierfür sind mangelnde Abflüsse bei Starkregenereignissen. Aufgrund des regenreichen Jahres liegen nun auch ausreichend Daten vor, die im kommenden Jahr vorgestellt werden. Der Mai konnte gleich mit einem neuen Maibaum in Rottau gefeiert werden. Auch der Waldkindergarten in Rottau wurde eingeweiht und die Sonderausstellung „Grassau in Bildern“ im Museum Klaushäus, dass zudem sein 30jähriges Bestehen feierte, wurde eröffnet. Der Juni war vom Kulturfest geprägt. „Wir haben 900 Jahre Grassau und Rottau gefeiert mit einem großen Fest und dieses schwingt immer noch nach“, so Kattari begeistert. Prägende Entscheidung im Juli war das Festhalten am Einzelhandelskonzept aber auch der Beschluss zur Sanierung der Sportheime in Brandstätt. Ein nächtlicher Starkregen ließ den Tennbodenbach anschwellen, aber nicht übergehen und lieferte damit weitere wertvolle Daten für die Messungen. Im August stand das gesellschaftliche Leben im Vordergrund mit langer Nacht, Dorffest, Mostfest und 90Jahre Trachtenverein Rottau. Die Schlesierstraße wurde dann im September saniert und noch gut konnte sich Kattari an das Konzert zum 30.Todestag von Dr. Franz Zech erinnern. Im Oktober unternahm der Marktgemeinderat eine Abschlussfahrt nach Wien. Zudem wurde ein gemeinsamer Jahrtag der Vereine und erstmals ein Ehrenabend für Mandatsträger organisiert. An diesem Abend wurden ehemalige und amtierende Gemeinderäte für ihren ehrenamtliche Einsatz mit einer Ehrennadel ausgezeichnet. Die Pestsäule in Rottau wurde eingeweiht und 50 Jahre Musikschule gefeiert. Eine Wohnraumanalyse stellt eine Entscheidungsgrundlage für künftige Entwicklungen dar. Im November wurde in Rekordzeit die Pumptrack-Anlage in Rottau erbaut und eingeweiht. Die Terminabsprache mit den Vereinen zeigte, dass 2026 etwas ruhiger sein wird. Erfreulich sei, so Kattari, dass im Dezember der Rufbus Traudl den Kreisausschuss positiv passierte. Die Freiwillige Feuerwehr habe ihr Löschfahrzeug aufbereitet zurückerhalten und in Sachen Verkehrsplanung habe ein Kreisverkehr in Viehhausen oberste Priorität. Die Digitalisierung der Bauakten konnten abgeschlossen werden und gefeiert wurde bei den Christkindlmärkten und beim Grassauer Advent. Erst vor wenigen Tagen wurde der Hans-Josef Crump Förderpreis beim Stefanikonzert an Easy Brass verliehen. Ein würdiger Abschluss der Feierlichkeiten 900 Jahre Grassau und Rottau war die große Silversterparty mit Theatereinlage im Hefter-Kultursaal.
Bauleitplanung
Nach wie vor blieben die Bautätigkeiten auf niedrigem Niveau. Wichtigste Entscheidung war der Abschluss des Flächennutzungsplans, der nun als Grundlage für die Entwicklung der Bebauungspläne dient. Zudem gebe es acht laufende Verfahren für Bebauungspläne. „Hier wartet noch viel Arbeit auf uns“, sagte er.
Schwere Zeiten für Bürgermeister und Gemeinderat
Die Diskussionen um das Thema Optiker im Ärztehaus haben Spuren hinterlassen, aber nicht nur negative. Er, Kattari, habe sich nicht vorstellen können, welche Wendungen das Thema nehme. Positiv jedoch war die Unterstützung des Marktgemeinderats und das Rückgrat, das die Räte bewiesen haben. „Ich finde das außergewöhnlich und es hilft uns allen zusammen, den Markt Grassau gemeinsam zu stützen.
Wie wichtig das Ehrenamt ist, beweisen die 20 Mandatsträger mit ihren Entscheidungen für ein lebendige Grassau. Ehemalige und amtierende Gemeinderäte wurde beim Ehrenamtsabend ausgezeichnet. Die Auszeichnung mit der goldenen Ehrennadel holte Kattari nun noch bei Tobi Beck, Kathi Schmuck, Richard Schreiner, Achim Stümpfl und Dr. Ernst Weindel, die am Ehrenamtsabend verhindert waren, nach. tb