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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 10/2026
Das Rathaus berichtet
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Was lange währt, wird endlich gut

Mit einem gemalten Bild vom Kindergarten überraschten die Kinder Bürgermeister Stefan Kattari

v.l. Als Geschenke zur Eröffnung brachte Bürgermeister Stefan Kattari Beerensträucher mit, die er mit Architektin Kathi Schmuck, der Kindergartenleiterin Heike Neumann-Kuß und Regionalleiterin Diakonie Ulrike Blank pflanzte.

Neuer Kindergarten in Grassau feierlich eingeweiht

Nach langer und schwieriger Bauphase wurde der neue Kindergarten „Haus für Kinder am Gänsbach“ in Grassau nun offiziell eingeweiht. Das 4,9 Millionen Euro teure Holzbauwerk ist ein besonderes Haus, das speziell für die Bedürfnisse der Kinder konzipiert wurde.

Der Kindergarten „Haus für Kinder am Gänsbach“, errichtet von der Marktgemeinde Grassau und geleitet von der Diakonie Rosenheim, konnte nun offiziell übergeben und eingeweiht werden. Bürgermeister Stefan Kattari erinnerte bei der Einweihung an die schwierige Bauphase und die damit verbundenen Zeitverzögerungen. Mit den Worten „was lange währt wird endlich gut“ freute er sich über ein besonderes Bauwerk, das speziell für Kinder konzipiert wurde. Er hieß viele Ehrengäste, aber auch die Kinder und Eltern willkommen.

Ein Rückblick auf eine herausfordernde Bauphase

In seiner Rede blickte Bürgermeister Kattari auf die ersten Überlegungen und Planungen zurück, die weit in die Vergangenheit reichen. Altbürgermeister Rudi Jantke sicherte damals das Grundstück, und vor sechs Jahren wurden erste Gespräche mit dem Träger geführt sowie die Trägerschaft übergeben. „Für die offene Zusammenarbeit mit der Diakonie bin ich zutiefst dankbar“, so Kattari. Gemeinsam sei es gelungen, trotz aller Herausforderungen die besten Lösungen zu finden. Der Rathauschef verwies auf die Aufstellung des Bebauungsplans, die Planung und Gestaltung des Gebäudes, bei der Architektin Katharina Schmuck maßgeblich beteiligt war. Man entschied sich für ein Holzbauwerk. Bereits kurz nach der Planung nahm der Kindergarten, noch ohne eigenes Gebäude, seinen Betrieb im alten Pfarrhof auf. Die Bauarbeiten selbst erfolgten, so Kattari, unter schwierigen Rahmenbedingungen. Zuerst verzögerte die Coronakrise die Arbeiten und verteuerte Materialien, dann folgten der Ukrainekrieg und die Energiekrise. Zeitweise konnten keine Dämmmaterialien, Fenster oder Dachschindeln beschafft werden, beschrieb Kattari die Herausforderungen. Er betonte: „Für alles wurden Lösungen gefunden.“ Im Herbst 2024 konnten die beiden Kindergartengruppen endlich umziehen. Das Haus war bis auf die Metallarbeiten fertig. Auch der Garten konnte erst nach Abschluss dieser Arbeiten in Angriff genommen werden. Ein Rechtsstreit mit der Metallbaufirma habe viele Nerven gekostet, doch nun sei alles gut. „Jetzt blicken wir auf ein beeindruckendes Gebäude, ein Haus für Kinder“, sagte Kattari. Es seien nur natürliche Materialien verwendet und die Räume ungewöhnlich gestaltet worden. Auch für eine Erweiterung sei alles vorbereitet.

Nachhaltiges Konzept und durchdachte Architektur

Insgesamt kostete der Kindergarten 4,9 Millionen Euro, wobei 1,3 Millionen Euro an Förderung erzielt werden konnten. Die Gemeinde trägt einen Eigenanteil von 3,6 Millionen Euro. Doch wichtiger als Zahlen sei, dass sich die Kinder, die Familien und die Betreuerinnen gut aufgehoben und wohlfühlen, betonte er. „Was endlich gut geworden ist, möge lange währen“, so Kattari.

Planerin Kathi Schmuck sprach von der Machbarkeitsstudie über die Vorgaben und informierte über die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die die nötige Energie für das Haus liefert, den Sonnenschutz und die Dachfenster, die viel Tageslicht bringen. Das Grundkonzept sah vor, möglichst ohne Leim zu bauen. Daher kam der Holzständerbau zum Einsatz, und es wurden keine verleimten Balken verwendet. Selbst die Möbel wurden für den Kindergarten entworfen und regional gebaut. Die Räume seien auch nicht rechtwinklig, was für den Schallschutz sehr gut sei, da keine gegenüberliegenden Wände den Schall reflektieren. Durch die Baumaterialien ergebe sich zudem ein gesundes Raumklima.

 

Ein Ort, an dem Kinder wachsen dürfen

„Heute ist endlich der Tag, an dem man offiziell ja sagen darf, ja zum Kindergarten“, sagte Ulrike Blank von der Diakonie. Seit September 2024 seien die Kinder bereits im „Haus für Kinder“. Heute erstrahle das Bauwerk in vollem Glanz. Doch das Haus sei nur so gut wie die Menschen, die es mit Leben füllen, betonte sie und dankte dem gesamten Team sowie der Marktgemeinde. Sie sprach zudem von Besprechungen auf Augenhöhe. Geschaffen wurde ein Ort, an dem Kinder Kinder sein dürfen, Erfahrungen sammeln, entdecken und erleben dürfen. Sie wünschte eine bereichernde Zeit des Aufwachsens. Sehr emotional zeigte sich die Kindergartenleiterin Heike Neumann-Kuß, die ihr Team mit Blumen überraschte und auch dem Elternbeirat dankte.

Kirchlicher Segen und fröhliche Feier

Den kirchlichen Segen für alle, die in dem Haus ein- und ausgehen, spendeten die Vertreter der beiden christlichen Kirchen. Die evangelische Pfarrerin Claudia Buchner spürte die gute Stimmung und Pfarrer Andreas Horn erinnerte an die Worte Jesu: „Lasset die Kinder zu mir kommen“, und die damit verbundene Offenheit, Zuwendung und den Segen.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Einweihungsfeier pflanzte Bürgermeister Stefan Kattari mit Hilfe von Kindergartenleiterin Heike Neumann-Kuß und Ulrike Blank noch Beerensträucher, an denen die Kinder naschen dürfen.

Danach waren die Kinder am Zug, die für ihren Gesang während der Feststunde mit Spielstationen belohnt wurden, Edelsteine im Sandkasten suchen und ausgelassen spielen durften. Die Gäste wurden derweil bestens mit Kuchen und Getränken versorgt.