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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 10/2026
Das Rathaus berichtet
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Referenten informierten über ihre Arbeit

Im Stillen agieren die Referenten im Marktgemeinderat in ihren zugewiesenen Fachbereichen, sei es Sport, Feuerwehr oder Behinderten- und Seniorenarbeit. In der letzten Marktgemeinderatssitzung gewährten die Referenten einen Einblick in ihr ehrenamtliches Engagement.

Gute Tradition sei es, so Bürgermeister Stefan Kattari, dem Marktgemeinderat die Arbeit der Referenten aufzuzeigen. Den Anfang machte Marina Gasteiger, die bereits seit 12 Jahren als Sportreferentin die Sportvereine unterstützt. Sie erklärte, dass sie als Bindeglied zwischen den Sportvereinen (davon gebe es einige) und der Gemeinde fungiere. In dieser Zeit besuchte sie eine Fülle von Jahreshauptversammlungen und es sei immer wieder spannend zu sehen und hören, wie viele sich ehrenamtlich vor Ort engagieren. „Es ist toll, was wir für Leute haben, wie diese auch Corona mit besonderen Angeboten überbrücken konnten und wie es vielen Vereinen auch in schwierigen Situationen immer wieder gelang, personell doch wieder anzupacken“, hob die Sportreferentin hervor. Eingebunden sei sie auch in Planungen zur Neugestaltung der Sportanlagen. Sie hob einige Highlights hervor, darunter die Preisverleihung beim Gauditurnier und die Preisverleihung beim Aufstieg der Tennisherren in Rottau sowie die Begrüßung eines deutschen Fußball-Bundesligisten in Grassau. Es wurden die Sportlerehrungen ausgebaut, um die Talente auch in ihrer Heimatgemeinde sichtbar zu machen. Für dieses Engagement dankte Kattari und der Rat zeigte mit Beifall seine Anerkennung.

Die Meinung des Feuerwehrreferenten Tom Göls ist gefragt, wenn es um alle Angelegenheiten der beiden Feuerwehren geht. Er blickte auf sechs ereignisreiche Jahre zurück. In diese Zeit fallen unter anderem einige größere Anschaffungen und Investitionen, wie der Bau des Rottauer Feuerwehrhauses, die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für Rottau, die Restaurierung des Tanklöschfahrzeugs Grassau und die Atemschutzfüllanlage. Der traurigste Termin sei die Beerdigung von Kommandant Karl Huber gewesen, ein Schicksalsschlag für die Rottauer Wehr, so Göls, die dennoch gut zusammengehalten habe. Göls sei zudem Bindeglied zur Feuerwehr Tscherms gewesen. Bürgermeister Kattari erklärte, dass er dankbar für die offene Kommunikation mit Göls war. Von Vorteil war dabei, dass Göls als Feuerwehrler die Anliegen der Wehr bestens kennt. So konnten Entscheidungen leichter getroffen werden.

Die Ausführungen des Energie- und Umweltreferenten Thomas Hofmann übernahm vertretungsweise Bürgermeister Kattari. Hofmann habe sich ausführlich mit dem Thema Fließwasserkraftwerk beschäftigt, das es bis zum Ökomodell gebracht habe, leider bislang ergebnislos blieb. Was aber weiterhin verfolgt und geprüft werde, sei der Einbau einer Turbine zur Stromgewinnung in die Trinkwasserleitung.

Ein teils erschreckendes Bild verarmter Senioren malte der Senioren- und Behindertenreferent Franz Heuberger. Als Behindertenreferent sei er in die Interessenvertretung im Landratsamt involviert und Delegierter im Landesseniorenrat. „Leider ist die Landesregierung beratungsresistent“, bedauerte Heuberger. „Wir wohnen in einem Umfeld, in dem man glaubt, allen geht es gut“, so Heuberger. Aber er kennt die Probleme von wöchentlichen Anrufen. Ein Problem sei, dass nun die Generation von Männern stirbt, deren Frauen nie beitragspflichtig in die Rentenkasse eingezahlt haben und nach dem Tod der Männer mit 51 Prozent der Rente auskommen müssen. Das reiche oft nicht einmal, um die Miete zu bezahlen. Ein Antrag auf Sozialleistung zeige dann, dass die Wohnung zu teuer ist und für eine Einzelperson maximal 502 Euro für eine Wohnung möglich sei. „Aber wo gibt es diese Wohnungen?“, so Heuberger. Ein anderes Problem, mit dem er konfrontiert werde, sei ein Pflegeplatz. Wenn einer zur Verfügung steht, dann kann dieser bis zu 5500 Euro pro Monat kosten. Die Pflegeversicherung zahlt davon maximal 2500 Euro und es bleibt eine Differenz von 3000 Euro. Wenn Vermögen vorhanden ist, wird dieses gnadenlos in Rechnung gestellt. Sollte das Häuschen bereits übergeben worden sein, kann dies bis zu zehn Jahren zurückgefordert werden oder die Angehörigen zahlen 3000 Euro. Er kenne Beispiele, wo die Leute relativ verzweifelt sind. Gut sei der Pflegestützpunkt im Landkreis mit Außenstelle in Grassau. Probleme gebe es zudem beim Ausfüllen von Anträgen. Schwierigkeiten haben einige steuerpflichtige Rentner auch bei der Erstellung der Steuererklärung über Elster. Heuberger erklärte zudem, dass beim Pflegegrad eingespart werde und dieser meist erst nach einem Widerspruch genehmigt werde. Abschließend riet er allen zu einer Pflege- und Betreuungsvollmacht. Die vergangenen sechs Jahren waren interessant, so Heuberger und er konnte viel hinzulernen. tb