v.l.: Geschäftsleiter Peter Enzmann, Autorin Uta Grabmüller, Bürgermeister Stefan Kattari
„Die zwölfbändige Grassauer Ortschronik ist abgeschlossen, steht als Werk für sich und dennoch gibt es so noch viel zur Veröffentlichung würdiges Material“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari bei der Vorstellung des zweiten Themenhefts zur Grassauer Ortsgeschichte.
Dieses Heft, das auch vom Layout den Chronikbänden angepasst ist, befasst sich mit der Ortsgeschichte, dem Entstehen, den Hofgeschichten und den Menschen des Ortsteils „Viehhausen“. Uta Grabmüller verfasste das Heft, recherchierte dabei in Familienarchiven und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen. Die Autorin überreichte das Heft nun offiziell an Bürgermeister Stefan Kattari.
Die Chronik wie auch die Hefte zur Chronik sind Projekte der Gemeinde, um die Geschichte der Gemeinde lebendig zu erhalten. In zwölf Bänden wurde bislang die Geschichte der Gemeinde, erschienen zwischen 2007 und 2020, mit unterschiedlichen Themenbereichen festgehalten. Damit ist das große Projekt abgeschlossen. „Eine Fortsetzung ist von uns wie vom Kulturbeauftragten und Leiter des Chronikprojekts Dr. Hans Grabmüller gewünscht, jedoch nicht im Ausmaß eines Buches, sondern in Form von Themenheften mit geringerem Umfang, aber nicht minder fundiert“, so informierte der Rathauschef.
Diese Hefte werden nicht nummeriert. Im ersten Heft wurde von Dr. Robert Darga „Die Entstehung der Grassauer Landschaft“ geschildert. Nun liegt das zweite Heft von Uta Grabmüller über Viehhausen, die Entstehung, aber auch die Politik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte dieses Ortsteils, vor. Uta Grabmüller, die bereits an der Chronik mit vielen Publikationen und Büchern mitgewirkt hat, berichtete, warum sie gerade den Ortsteil Viehhausen wählte. Zum einen liege Viehhausen mitten im Ort an der Bundesstraße, zum anderen sehe man bereits von der Bahnhofstraße aus das Ensemble von vier historischen Bauernhöfen, die bereits seit dem 16. Jahrhundert nebeneinander stehen. Außerdem wohne sie sehr gerne in Viehhausen, kenne die Zusammenhänge, habe gute Kontakte zur Nachbarschaft und erhielt dadurch auch Einblick in die Familienarchive. Als Quelle diente zudem das Häuserbuch, der erste Band der Chronik. Ihr sei es wichtig gewesen, die Ortsentwicklung fundiert und historisch belegbar niederzuschreiben.
Grabmüller zeigt auch die Sozialgeschichte, die Veränderungen in der Landwirtschaft anhand von drei Familien. „Die Materialfülle war so groß. Plötzlich stand wieder eine Kiste mit Material vor der Tür“, erinnert sie sich. Exemplarisch sei hier die Familie Noichl, Hausname Wieser, genannt, die das landwirtschaftliche Anwesen nun in siebter Generation bewirtschaftet. Grabmüller beschreibt, wie der erste Noichl auf den Hof kam, dieser an die nachfolgenden Generationen immer zu Lebzeiten übergeben und wie die Hofnachfolge geregelt wurde. Des Weiteren beschreibt sie die Kriegszeit mit einem französischen Kriegsgefangenen, der zu den Wiesers viele Jahre nach seiner Rückkehr in die Heimat Kontakt hielt. Sie lässt Zeitzeugen berichten, die den Wandel in der Landwirtschaft beschreiben und garniert das 85 Seiten umfassende Heft mit vielen historischen Fotos.
Auch, wie sie auf den Titel „Wer zum Viehhauser Festl kimmt…“ kam, verriet sie. Das Fest gibt es bereits seit 30 Jahren und wird traditionell am 14. August gefeiert. Der Titel gehe auf ein Zitat zurück. Wer zum Fest kam und kommt, gehört zur Gemeinschaft dazu. Das Heft über den Ortsteil Viehhausen damals und heute, kann in der Gemeindeverwaltung und der Tourist-Information gegen einen Unkostenbeitrag von 9 € erworben werden. tb