Ein lebendiger Austausch zwischen den Partnergemeinden Tscherms in Südtirol und der Marktgemeinde Grassau wird nun bereits seit 60 Jahren gepflegt. Was damals von Dr. Franz Zech als musikalischer Austausch angeregt wurde, feiert nunmehr am Samstag, 1. Juli und Sonntag, 2. Juli seine „Diamantene Hochzeit“. Beginnen wird das Fest am 1. Juli ab 11 Uhr mit einem Weinfest im Hefterstadel, musikalisch umrahmt von den Musikkapellen Tscherms und Grassau. Speisen und Getränke sind frei. Am Abend, ab 19 Uhr sind alle zu einem gemeinsamen Abend mit Musik in den Gasthof Sperrer eingeladen. Am Sonntag, 2. Juli wird das Jubiläum ab 9.40 Uhr mit einem Kirchenzug, anschließendem Gottesdienst und Festzug durch den Ort gefeiert. Zum Abschluss des Festes wird es noch einen Frühschoppen im Gasthof Sperrer geben.
Wie alles begann
Vor mehr als 60 Jahren stellte der Grassauer Landarzt, Gönner und Musikliebhaber Dr. Franz Zech den Kontakt zu der Gemeinde her. Während eines Südtirol-Urlaubs lernte er die Tschermser Musikkapelle kennen und war begeistert. Damals Vorsitzender des Musik- und Gesangvereins Grassau, lud Zech die Kapelle nach Grassau ein und der erste Kontakt war hergestellt. Dr. Zech gelang es, die Gemeinde für diese Partnerschaft gewinnen zu können und so unterzeichneten vor 60 Jahren Grassauer Bürgermeister Hans Steiner und der Tschermser Bürgermeister Karl Innerhofer die Partnerschaftsurkunde und besiegelten diese Freundschaft, die von den Grassauer Bürgermeistern Konrad Strehhuber, Raimund Schupfner, Rudi Jantke und nun Stefan Kattari gepflegt wird. Gegenseitige Besuche, nicht nur mit dem Auto, auch mit dem Rad folgten in den vielen Jahren. Aus dieser Freundschaft erwuchs eine Partnerschaft, die vor allem durch den seit 1970 alle zwei Jahre stattfindenden Skivergleichskampf und die Musikkapellen gepflegt wird. Als äußerliches Zeichen dieser Verbundenheit wurden im Ortszentrum von Grassau im Rondell des Kreisverkehrs auch die großen Partnerschaftssteine aufgestellt und stehen sinnbildlich für ewige Verbundenheit. Natürlich wurde der südtiroler Gemeinde auch eine Straße in Grassau gewidmet, die Tschermser Straße. Gern gesehene Gäste sind die Tschermser jedes Jahr beim Grassauer Adventsmarkt und bieten dort Südtiroler Spezialitäten an. Auch zu besonderen Festen und Einweihungsfeiern beteiligen sich die Freunde aus Südtirol gerne.
Historische Verbundenheit
Dass die Verbundenheit mit Tscherms auch einen historischen Hintergrund haben könnte, fiel vor mehr als 25 Jahren dem damaligen Ortsheimatpfleger Pfarrer Johannes Hausladen auf, der entdeckte, dass ein Nachfahre des Grafengeschlechts der Herren von Fuchs, die 400 Jahre die Burg Lebenberg in Tscherms besaßen, an der Grassauer Kirche beerdigt wurde. Vor über 400 Jahren zog Hans Sigmund Fuchs von Fuchsberg zu Jaufenburg und Lebenberg aus, um Herr auf Schloss Niedernfels zu werden. In der Grassauer Pfarrkirche wurde er 1591 bestattet und seither ist auch das Wappen, der springende Fuchs von Fuchsberg, das heute noch im Gemeindewappen von Tscherms zu finden ist, in Grassau auf einem Grabstein gemeißelt.
Vor zehn Jahren wurde groß gefeiert
Besonders schön gefeiert wurde das 50jährige Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen, darunter einem großen Festabend mit einer Aufführung, wobei die beiden historischen Figuren Hans Sigmund Fuchs und Rosina von Niedernfels in historischen Gewänden die Zeit damals nachspielten, sowie einem Weißwurstessen und natürlich mit einem Festgottesdienst und großem Festzug. Auch eine Bilderausstellung zum Thema „Unsere Heimat“ mit Werken von Schülern der Grassauer und der Tschermser Schulen wurde ausgestellt.
Aber nicht nur in Grassau wird nun die 60jährige Partnerschaft gefeiert. So sind die Grassauer zum Musikfest in Tscherms, 5. August, eingeladen. Ein Bus wird die Interessierten, die sich bis zum 14. Juli im Rathaus, Tel. 08641/400812 anmelden können, dorthin fahren. tb