Der Kindergarten wurde vor 27 Jahren gebaut und seither sicherte sich Nachbargemeinde zehn Plätze für ihre Kinder. Ab 2027 werden nun keine neuen Kinder aus Staudach-Egerndach dort aufgenommen
Der Bedarf an Kindergartenplätzen wächst weiter und wird in den kommenden Jahren nicht geringer. Am Bau des Kindergartens in Reifing vor über 25 Jahren beteiligte sich die Nachbargemeinde Staudach-Egerndach mit einem Investitionskostenzuschuss und sicherte sich damit 10 Plätze für ihre Kinder. Nun entschied der Marktgemeinderat, den Vertrag zu kündigen. Die Kündigung wird erst zum August 2027 wirksam und betrifft damit nicht die aktuell im Kindergarten betreuten Kinder.
Als der Kindergarten in Reifing 1996 gebaut wurde, konnten der Nachbargemeinde die zehn Plätze für die Dauer von mindestens 25 Jahren zugesichert werden. Im Gegenzug beteiligte sich Staudach-Egerndach an den Investitionskosten mit neun Prozent. Vertraglich wurde fixiert, so führte Bürgermeister Stefan Kattari aus, dass dieser Investitionskostenzuschuss anteilig zurückgezahlt werden muss, sollte vor Ablauf der 25 Jahre der Vertrag gekündigt werden. Nachdem der Kindergarten bereits 27 Jahre in Betrieb ist, müsse nichts mehr zurückgezahlt werden „Nach wie vor steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen“, sagte der Rathauschef. Somit werden diese Plätze auch für den eigenen innenörtlichen Bedarf benötigt. Er betonte, dass bereits Gespräche mit der Nachbargemeinde geführt wurden. Es gelte eine zweijährige Kündigungsfrist. Um der Nachbargemeinde Zeit zum Reagieren zu bieten, sollte die Kündigung erst zum August 2027 wirksam werden. Ab diesem Zeitpunkt werden keine neuen Kinder mehr aus der Nachbargemeinde aufgenommen. Aus pädagogischen Gründen dürfen die Kinder aus der Nachbargemeinde, die bereits im Kindergarten betreut werden, diesen bis zum Ablauf der Kindergartenzeit weiter besuchen. Sollten Plätze frei sein, spreche nichts dagegen, weiterhin Kinder aus der Nachbargemeinde zu betreuen, so Kattari. Tom Hagl rechnete nach und meinte, dass dann bis 2029 Kinder der Nachbargemeinde betreut werden. Dem pflichtete Kattari zu, betonte zugleich, dass man nicht wisse, wie sich der Bedarf an Betreuungsplätzen bis dahin entwickle. Es könnte theoretisch auch bereits in diesem Jahr gekündigt werden und dann die Kündigung 2026 greifen. Doch die Gemeinde Staudach-Egerndach habe erklärt, dass sie die Bereitstellung von Betreuungsplätzen innerhalb von zwei Jahren nicht schaffe.
Einstimmig votierte der Rat für die Kündigung der Betreuungsplätze. Tb