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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 14/2024
Das Rathaus berichtet
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Das Rathaus berichtet

Markt Grassau überlegt sozialen Wohnungsbau

Selbst auf vergünstigtem Einheimischengrund wird es aufgrund der Richtlinien und der gestiegenen Baukosten für Einheimische immer schwieriger, ein Eigenheim zu verwirklichen. Besonders bei einer Bauparzelle im Baugebiet Kaiserblickstraße scheint eine Vergabe fast aussichtlos. In der jüngsten Sitzung überlegte nun das Gremium, ob die Gemeinde als Bauherr auftritt und die Doppelhaushälfte, die gebaut werden könnte, vermietet. Mit zwei Gegenstimmen votierte der Rat dafür, zunächst die Kosten und mögliche Förderungen zu ermitteln.

Die Bauparzelle, so Bürgermeister Stefan Kattari, wurde mehrfach ausgeschrieben und es gab auch zuletzt 14 Bewerbungen hierfür. Alle Bewerber haben ihre Bewerbungen wieder zurückgezogen. „Wir stellen fest, dass im Moment das Bauen mit den Kriterien, die das Einheimischenmodell vorgibt, schwierig ist. Wer die Kriterien des Modells erfüllt, kann sich das Bauen nicht leisten“, so Kattari weiter. Das Grundstück auf dem freien Markt anzubieten, gehe ebenfalls nicht, da dieses zum Sonderpreis von der Gemeinde erworben wurde. Die Verwaltung schlage vor, zu prüfen, ob die Gemeinde das Grundstück bebauen kann und dann vermietet. Um Baukosten zu sparen, soll auf einen Keller verzichtet werden. Wie Kattari hinzufügte, werde der soziale Wohnungsbau mit 30 Prozent gefördert. Laut Geschäftsführer Peter Enzmann müsse sich das Vorhaben so rechnen, dass Zins und Tilgung über die Miete erwirtschaftet werden können und dies müsse berechnet werden. Thomas Hofmann sprach die Finanzlage der Gemeinde an, befürchtet zudem immense Kostensteigerungen in den nächsten Jahren. Auch gab er zu bedenken, dass das gemeindliche Bauamt mit vielen Baumaßnahmen ausgelastet sei. Er sehe in den nächsten drei bis fünf Jahren aus finanzieller Sicht keine Möglichkeit, ein derartiges Bauvorhaben zu realisieren. „Wir wissen gar nicht, ob wir es uns leisten können“, betonte Kattari und fügte hinzu, dass die Grundlagen hierfür ermittelt werden sollten. Den Aufwand für eine Kalkulation hält Enzmann für überschaubar. Manfred Huber meinte, dass er die Kosten für einen Standardbau gerne prüfen würde. Dr. Winfried Drost erkundigte sich nach den Gründen der Bewerber für die Ablehnung. Enzmann informierte, dass diese sehr unterschiedlich waren. Genannt wurden finanzielle Aspekte aber auch Zuschnitt und Lage des Grundstücks. Laut Drost solle zudem über Erbpacht nachgedacht werden. Eine Erbpacht hielt Kattari als mögliche Variante fest. Weitere Beratungen folgen, wenn die Kosten für den Bau vorliegen. tb