Ein besonderes Fest sollte die 900 Jahr Feier werden. Dafür setzten sich neben dem 15köpfigen Festkomitee auch viele Vereine, Verbände und Institutionen ein. Und es wurde ein besonderes Fest, ein Fest mit Überraschungen, das die schöpferische und kreative Ader der Gemeinde offen zeigte, ein Fest, das zum Mitwirken einlud, ein Fest für alle Sinne, farbenfroh, bunt, kreativ und offen, so wie sich der Markt Grassau sieht.
An etwa 60 Plätzen und Stationen wurde Kunst, Kultur, Musik, Tanz und Kulinarik geboten. Der Markt Grassau präsentierte sich von seiner besten Seite, zeigte die Verbundenheit mit seiner Grund- und Mittelschule, aber auch, wie sehr die Vereine in das lebendige Ortsleben eingebunden sind. Das Rote Kreuz stellte seinen Fuhrpark aus und die Bergwacht bot mit dem Flying Fox, einer Seilbahn, die bis ins Dachgeschoss des BRK Gebäude reichte, ein Erlebnis. Eine Fotoausstellung von bekannten Grassauern, die schriftlich ihre Wünsche preisgaben und in den Fenstern des Rathauses zu sehen waren, zeigte der Verein Integer, der zudem mit hausgemachten Kuchen lockte. Mit der kuriosen Erfindung einer Maibaumradelmaschine begeisterten die Mietenkamer Maibaumfreunde. Nur wer kräftig in die Pedale eines umgewandelten Fahrrads trat, konnte so über einen Seilzug den zwölf Meter langen Maibaum aufstellen. Bürgermeister Stefan Kattari prüfte als erster das Gerät. Ein Jubiläumsbier bot die CSU Grassau an ihrem Stand an. Der Frauen- und Mütterverein holte die Gäste mit Angeboten und mit ihren Outfits in die späten 60er Jahre zurück. Während die einen sich die Kasspatzen der Bauernbühne schmecken ließen, schickten sich andere an, die Süßigkeiten der Bücherei zu testen und nebenbei das Gewicht der Bücherkiste zu schätzen. Gleich gegenüber wurde die literarische Kultur in den Mittelpunkt gestellt. Sieben Autoren nutzten die 900-Jahr-Feier für ein Buch mit 14 Kapiteln, das Krieg und Liebe in den vergangenen 900 Jahren behandelte. Das Buch „Von Krieg und Liebe und einem Gerichtstag in Grassau“ ist unter der ISBN 978-3-946280-79-8 gelistet. Auch ein Jubiläums-Taler „900 Jahre Grassau“ wurde geprägt und zeigt auf der Vorderseite die Gemeinde und auf der Rückseite die Silhouette von König Ludwig. Der Taler ist bei der Solidus Münzmanufaktur zu haben. Im Kurpark Grassau bot die Rottauer Feuerwehr Wasserspiele und einen Biergarten. Der Museumsverein Torfbahnhof überraschte mit einer Feldbahnfahrt. Hierzu wurde eine Gleisanlage im Kurpark verlegt. Viel zu sehen gab es bei den Bildhauern Monika Stein, Valentin Diem, Christian Dögerl und Linda Blüml, die an ihren Werken arbeiteten und sich hierbei über die Schultern schauen ließen. Beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der die Künstler an ihren Werken arbeiteten, lockten die schönen Töne von Teachers Groove, sich der Kurparkbühne zu nähern. Die Geschichte der Gemeinde recherchierte Dr. Hans Grabmüller. Ihm sind die Geschichtstafeln im Kurpark zu verdanken. An der Bahnhofstraße ging es mit den Erlebnissen weiter. Der Kunstkreis offerierte eine weiße Leinwand, die gemeinsam mit den Künstlern gestaltet wurde. Zudem wurden an die 60 Kunstwerke der Agenda Kunstkreis-Mitglieder in 25 Grassauer Schaufenstern ausgestellt. Diese sind auch kommende Woche noch zu sehen. Wer hoch hinaus wollte, konnte am Kletterturm des Alpenvereins sein Geschick unter Beweis stellen. Musikalische Unterhaltung wurde im Kurpark aber auch bei Bühnen vor der Kirche und am Rathaus, im Sperrer-Garten und bei den vier Wanderbühnen geboten. Dort tanzten auch die Trachtenkinder von Grassau und Rottau und zeigten traditionelle Kultur und bayrisches Brauchtum. In traditionellem Gewand mit weit schwingenden Röcken traten die Tänzerinnen der Folkloregruppe „Ruban de Provence Rognonas“ auf. Zur letzten Darbietung trafen sich die drei tanzenden Vereine am Kreisverkehr zum gemeinsamen Tanz im Kreis. Ab 19.00 Uhr heizte die Band Brandig vor dem Grassauer Rathaus – umgewandelt in „Klein-Mietenkam“ in Anlehnung an das Mietenkamer Dorffest – den vielen Gästen ein. Bis spät in die laue Sommernacht wurde gemeinsam gefeiert, getanzt und gelacht. Zudem boten die Mietenkamer Vereine mit einer Weißbier- und Aperolbar sowie diversen Brotzeiten alles für das leibliche Wohl an. Dieser Kulturtag wurde zu später Stunde vom Birnpub Verein in der Bar im Heftergewölbe weitergeführt. tb