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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 15/2026
Das Rathaus berichtet
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Wind in Grassau für Windräder nicht ausreichend

Der Messpunkt auf der Lichtanlage am Sportplatz war der höchste Punkt. Aber auch hier konnte kein ausreichender Wind gemessen werden

Ergebnis des Arbeitskreises Erneuerbare Energien vorgestellt

 

Kleinwindanlagen, die antragsfrei aufgestellt werden können, rentieren sich im Grassauer Gemeindegebiet nicht. Sebastian Noichl und Horst Pölloth vom Agenda-Arbeitskreis Erneuerbare Energien stellten ihre Ergebnisse der Windmessung dem Marktgemeinderat vor.

Bereits 2023 beschäftigte sich der Agenda Arbeitskreis mit der Frage, wie die Gemeinde energieautark werden kann und bot im Zuge dieser Analyse eine Windmessung an, um zu eruieren, ob Kleinwindanlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Bürgermeister Stefan Kattari erinnerte, dass der Marktgemeinderat der Anschaffung von fünf Windmessanlagen, kleinen Windrädern mit entsprechender Technik, zugestimmt habe, die der Agenda-Arbeitskreis aufgestellt, beobachtet und die Messungen nun ausgewertet hat. Laut Horst Pölloth wurden die Messanlagen an fünf Plätzen, die das Gemeindegebiet abdecken, installiert. Sie lieferten Daten von der Gänsbachstraße, dem Kirchenweg, dem Fünfeichenweg, vom Katekdach und vom Sportplatzgelände. Besonders das Windrad am Sportplatz hatte ideale Bedingungen, da war der Messpunkt auf einem Lichtmast auf über 15 Metern Höhe montiert. Anhand von vielen Folien und Daten unterbreitete Pölloth das Ergebnis. Die Windmenge und Häufigkeit, die notwendig ist, um ein kleines Windrad zu betreiben, stehen im Grassauer Tal nicht zur Verfügung. Selbst am idealen Punkt am Sportplatz liege die Windgeschwindigkeit mit 2,8 m/s weit weg von den notwendigen 3,5 m/s. Im Beobachtungszeitraum von zwei Jahren zeigte sich, dass in den Wintermonaten kaum Wind messbar war. Maximal an 40 Stunden pro Monat könne Strom gewonnen werden. Windböen bringen nur einen kleinen Beitrag. „Wind wäre eine günstige Ergänzung für die Zeit, in der die Sonne nicht scheint. Leider nicht bei uns“, bedauerte Pölloth. Bei einem angenommenen Strompreis von 25 Cent rechnet sich die Investition in ein Windrad nicht. „Den Wind fühlen wir nur als stark“, ergänzte er. Diese Messungen und Ergebnisse gelten nur für Kleinwindanlagen. Auf 100 Metern Höhe könnte der Wind anders sein, aber, so sind sich beide Agenda Mitstreiter sicher, nicht berauschend. „Der Achental-Wind ist nur ein Bauchgefühl“, bedauerte Noichl, der sich zugleich für die Unterstützung beim Aufstellen der Messanlagen bedankte. Das Ergebnis sei ernüchternd, so Bürgermeister Kattari. Es mache einen Unterschied, in welchen Luftschichten gemessen werde, doch bis 25 Meter über Boden werden auch keine anderen Winde wehen. Tom Hagl erkundigte sich, was nun mit den Messanlagen passiert. Dies sind Wetterstationen und im Besitz der Gemeinde. Eventuell können andere Gemeinden diese Messanlagen gebrauchen. Ein Energiemix aus Sonne und Wind hätte Tom Göls gefallen. Er fragt, ob in Richtung Wasserkraft etwas geplant sei. Hierzu ergänzte Kattari, dass ein Flusswasserwerk beim Ökomodell Achental angeregt wurde, der Verein das nicht machen wolle. Er sehe es als Aufgabe an, an dieser Energiegewinnungsmöglichkeit dranzubleiben. Geprüft werde noch, ob eine Turbine zur Stromgewinnung in die Trinkwasserleitung eingebracht werde.

An das Aufschlagwasserprojekt Klaushäusl erinnerte sich Josef Grießenböck und fragte, ob es Ergebnisse gibt. Auch dies konnte Kattari beantworten. Eine Prüfung habe ergeben, dass es nicht möglich sei, ein Wasserkraftwerk einzubauen. Dem Grießenbach würde so viel Wasser entnommen werden, dass dies ökologische Auswirkungen gehabt hätte. Dies war, so Kattari, das ausschlaggebende Argument. Zudem habe der Forst erklärt, dass die Leitung mindestens einen Meter Überdeckung benötigen würde. „Dann wären wir bereits im Felsen und im unrentablen Bereich“, so der Rathauschef.

Respekt und Anerkennung zollten die Räte, allen voran Richard Schreiner und Bürgermeister Kattari, dem ehrenamtlich tätigen Arbeitskreis. tb