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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 16/2026
Das Rathaus berichtet
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Neues Wohnbauprojekt für erschwingliche Wohnungen in Grassau

Wohnungsbau GmbH des Landkreises Traunstein wird 24 Wohnungen bauen

 

 

Ein Projekt ganz nach dem Gusto des gesamten Marktgemeinderats ist das Mietwohnbauprojekt der Wohnungsbau GmbH des Landkreises Traunstein mit Bau von zwei großen Mietshäusern an der Kaiserblickstraße, vorgestellt in der jüngsten Sitzung. Entstehen werden voraussichtlich bis Ende 2029 insgesamt 24 Zwei- und Dreizimmerwohnungen.

Vor geraumer Zeit wurde an der Kaiserblickstraße Bauland unter anderem für das Seniorenheim ausgewiesen und viele Parzellen sind bereits bebaut. Der Markt Grassau habe sich das Baurecht für zwei Mehrfamilienhäuser behalten, wollte dort einst selbst aktiv werden und günstigen Wohnraum schaffen. Mit dem seit 2021 laufenden Schulhausprojekt, das die Gemeinde finanziell fordert, sei es nicht mehr möglich, ein Wohnbauprojekt aus eigener Kraft umzusetzen, so erklärte der Rathauschef. „Das ist ein Zustand, der uns stets schmerzt“. Der Wunsch nach Wohnraumschaffung wurde an die Wohnungsbau GmbH herangetragen und mit Konsistenz an diesem Projekt gearbeitet. Die erste Machbarkeitsstudie für den Bau von Wohnungen durch die Gesellschaft an der Kaiserblickstraße arbeitete das Architekturbüro Romstätter/Hoffmann aus.

Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH Marcus Dieplinger stellte die Gesellschaft als eigenständiges, dennoch dem Landratsamt zugehöriges, seit vielen Jahren agierendes Unternehmen, das bereits hunderte von Wohnungen zum günstigen Mietzins im Landkreis aber auch Gewerbeeinheiten realisierte, vor. Wichtig sei der Gesellschaft eine kostengünstige Bauweise, um neben der Kaltmiete auch die Nebenkosten gering zu halten, was unter anderem durch Eigenstromnutzung der mitprojektierten PV-Anlagen möglich wird.

Das Bauprojekt stellten Architekt Hans Romstätter und Bauingenieur Erik Hoffmann vor, begrüßten die schöne und günstig gelegene Lage des Grundstücks. Im Bebauungsplan sind an dieser Stelle bereits zwei Mehrfamilienhäuser eingeplant. Romstätter würde beide Gebäude an den Straßenverlauf anpassen, so dass im hinteren Bereich ein Nutzungsgebäude erstellt würde und Grünflächen bleiben. Aufgrund der Grundwassersituation sollte auf einen Kellerbau, der zudem den Bau verteuert, verzichtet werden. Geplant werden zunächst pro Geschossfläche und Haus zwei Zweizimmerwohnungen zwischen 60 und 70 Quadratmetern sowie zwei Dreizimmerwohnungen mit einer Größe bis zu 80 Quadratmeter. Je Gebäude können so zwölf Einheiten, also insgesamt 24 neue Wohnungen, geschaffen werden. Laut Romstätter seien die Wohnungsgrößen gängig und förderfähig. Die Gebäude werden dreigeschossig geplant. Auch sind bei den Gebäuden Giebel zur besseren Belichtung vorgesehen. Im Aussehen fügen sich die Gebäude in die umgebende Bebauung mit Seniorenheim sehr gut ein. Pro Wohnung bis 70qm sind 1,5 Stellplätze und für Wohnungen größer als 70 Quadratmeter zwei Stellplätze nötig. Insgesamt können die 41 nach Stellplatzverordnung geforderten Stellplätze nachgewiesen werden.

Zur Bauzeit erläuterte Dieplinger, dass mit Baubeginn des Großprojekts voraussichtlich im Herbst 2028 gerechnet werden könne. Vorher müssen Beschlüsse eingeholt werden. 2027 werde dann das Planungsjahr und im Herbst/Winter 2029 bis 2030 wären die Gebäude bezugsfertig.

Grundstückseigner ist der Markt Grassau, so informierte Kattari, wobei das Grundstück an die Gesellschaft zu einem günstigen Preis veräußert werden würde. Nachdem die Gesellschaft nicht im geförderten Bereich bauen möchte, ist die Vergabe der Wohnungen auch nicht an Berechtigungsscheine gebunden. Für Grassau bedeute dies, so Kattari, dass die Gemeinde eine Warteliste potenzieller Mieter aus dem Gemeindebereich, ausgewählt nach bestimmten Kriterien, führen dürfe. Damit könne die einheimische Bevölkerung vorrangig bedient werden. Vermietet werden die Wohnungen über die Gesellschaft, die Gemeinde gibt hierzu Vorschläge. „Wir sind froh, jemanden, der nicht auf Gewinnmaximierung bedacht ist, an unserer Seite zu haben“, so Kattari. Neben dem Mitspracherecht bei der Belegung könne die Gemeinde zudem Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf erzielen.

Als derzeit realistischen Mietzins für den Neubau nannte Dieplinger 13 Euro je Quadratmeter an Kaltmiete. Durch Bauweise und Eigenstromnutzung sollen die Nebenkosten gering gehalten werden. „Die Wohnungen werden nicht billig, aber es handelt sich um einen Neubau mit gutem Ausstattungsniveau“, so Dieplinger. Ein Anschluss an die kommunale Wärmeversorgung ist vorgesehen.

Tom Hagl wie auch Dr. Ulrich Warweg gefiel die Planung und sie fragten nach den Zielgruppen und der Möglichkeit, Wohnraum auch für größere Familien zu schaffen. Hier erinnerte Bürgermeister Kattari an die Wohnraumanalyse, wobei vorrangig Wohnungen für Singles, Senioren und Paare benötigt werde. Tom Göls meinte, dass dennoch vielleicht versucht werde, zwei größere Wohnungen entstehen zu lassen. Als Glücksfall bezeichnete Franz Heuberger das Interesse der Wohnungsbaugesellschaft. Er meinte, dass kleine Wohnungen für Senioren gut seien, zumal diese dann ihre großen Wohnungen gegen diese kleineren tauschen könnten. Nach den Kriterien der Warteliste fragte Sepp Grießenböck. Laut Kattari werde daran gearbeitet. Ein Anliegen von Susanne Speckbacher war, dass die Wohnungen barrierefrei gestaltet werden. Dies wurde einhellig bejaht.

Ohne Widerspruch stimmte der Rat dem Wohnungsbauprojekt zu. Nun werden Verträge ausgehandelt. Erst wenn die Vorarbeiten wie Kaufverträge erledigt sind, kann in die Planungsphase eingetreten werden. tb