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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 18/2025
Das Rathaus berichtet
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Postzustellungen nach wie vor problematisch

Ökomodell Achental verfasste Schreiben an die Post AG

Falsch eingeworfene Briefe, nicht zustellte Postsendungen oder langes Warten auf die Post, das kennen die Achentaler Bürger nur zu gut, Deshalb schickten die neun Bürgermeister der Ökomodellgemeinden gemeinsam an die Post AG einen Brief, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Ein Schreiben mit der Forderung zur Einhaltung der gesetzlich geregelten Brieflaufzeiten, unterzeichnet von den neun Bürgermeistern des Ökomodells Achental, wurde an die Post AG verfasst und auf die problematische Zustellung verwiesen. Gerade auch im Hinblick auf die nächsten Wahlen sollten diese Probleme der verzögerten Zustellung endlich abgestellt werden. Bürgermeister Stefan Kattari aus Grassau nahm sich dem Problem an und fasste im Brief die Unzulänglichkeiten zusammen. Er verwies auf die seit mehreren Wochen massiv gestörte Postzustellung in den Gemeinden des Achentals und in Reit im Winkl. Bürger würden berichten, dass teilweise nur einmal wöchentlich die Briefzustellung erfolge, was gerade bei Terminschreiben ein großes Problem darstellen kann. Zudem hätten die Gemeindeverwaltungen im Zuge der Briefwahlversands und -rücklaufs massive Zeitverzögerungen dokumentiert. Wie ausdrücklich formuliert, handle es sich nicht um Einzelfälle, sondern um Unregelmäßigkeiten systematischer Natur. Unerklärlich ist, warum Unterlagen für langjährige Einwohner als unzustellbar zurückgeschickt wurden. Teils dauerte die Zustellung bis zu acht Tage, oder aber Personen im gleichen Haushalt erhielten ihre Wahlunterlagen teils bis zu vier Tagen zeitversetzt. Bei einigen Bürgern wurden die Briefwahlunterlagen gar nicht zugestellt, so wurde im Schreiben bemängelt. In einzelnen Ortsteilen war die Zustellung zudem auffallend unzuverlässig. Betont wurde zudem, dass die Wahlunterlagen von den Gemeinden bewusst in Versandhüllen mit dem Aufdruck „Amtliche Wahlunterlagen“ verschickt werden, damit diese auch zuverlässig zugestellt und zeitlich priorisiert zugestellt werden. Dies habe bei den vergangenen Wahlen nicht funktioniert.

Letztlich fordern die Bürgermeister gemeinschaftlich auf, dass die gesetzlich geregelten Brieflaufzeiten für die Gemeinden des Achentals und Reit im Winkl eingehalten werden. Laut Auskunft von Bürgermeister Stefan Kattari gab es von Seiten der Post AG auf dieses Schreiben noch keine Resonanz.

Auffällig ist, dass die Post durch Flugblätter verstärkt nach Personal sucht, mit guten Konditionen und Prämien lockt. Unverständlich ist, dass die Zustellung in einigen Ortsteilen funktioniert, in anderen wieder nicht. So haben Bürger im Oberdorf Grassau selten Probleme, andere wiederum in der Bahnhofstraße warten oft tagelang auf wichtige Terminschreiben. In Grassau vermeiden bereits Ärzte, wichtige Unterlagen an ihre Patienten mit der Post zu versenden. Da scheint es sicherer, diese direkt in der Praxis abzuholen.

Selbstversuch eines Rottauer Ehepaars

Ein Ehepaar aus Rottau, deren Namen nicht genannt werden sollen, da sie befürchten, weitere Unannehmlichkeiten mit der Postzustellung zu erhalten, machten den Selbstversuch und schickten sich von Prien und von Übersee jeweils eine Postkarte zu. Diese beiden Karten waren dann acht Tage unterwegs. Da kommt dann die Urlaubskarte weit nach dem Urlaub bei den Lieben an. Die Rottauer vermuten, dass diese lange Zustellung daran liegt, dass die Post in Grassau ihren Zustellstützpunkt verlegt hat. Genaue Informationen sind nicht bekannt. Die unzulängliche Zustellung ist, so sind sich viele sicher, ein logistisches Problem der Post und nicht der Zusteller, die in weiten Teilen sehr gute Arbeit leisten, freundlich und zuvorkommend sind. Vor allem dann, wenn es sich um langjährige Postangestellte handelt. tb