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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 2/2026
Das Rathaus berichtet
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Feuerwehrkommandanten vom Marktgemeinderat bestätigt

v.l. In der Marktgemeinderatssitzung standen sie Bürgermeister Stefan Kattari Rede und Antwort: Die Kommandanten Konrad Nagele und Michael Haslinger

Mehr Anerkennung und weniger Bürokratie gefordert

In der Dienstversammlung wurden sie von den Kameraden gewählt und nun in der Marktgemeinderatssitzung vom Gremium bestätigt, die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Grassau Konrad Nagele mit den beiden Vertretern Michael Haslinger und Patrick Rieperdinger. Bürgermeister Stefan Kattari sprach den Kommandanten seine Anerkennung für den geleisteten Dienst aus und Konrad Nagele informierte über Mannschaft und Gerät.

Alle drei Kommandanten wurden für die nächsten sechs Jahre wiedergewählt. Hierzu beglückwünschte der Rathauschef die drei und nutzte die Gelegenheit, den bestens funktionierenden Feuerwehren Grassau und Rottau zu danken. Die Arbeit und das Verantwortungsbewusstsein verdienen höchsten Respekt. Entscheidungen müssen von den Kommandanten präzise und schnell getroffen werden und auch die Mannschaft werde sehr gut vertreten. Dies mache es leicht, auch größere Summen in die Feuerwehrarbeit zu investieren. Kattari betonte, dass die Feuerwehren dabei immer nur das fordern, was auch benötigt wird und nie taktisch verhandeln. Kattari wörtlich: „Ihr engagiert euch, gebt eure Zeit, um Menschen aus Gefahren zu retten, das kann nicht hoch genug geschätzt werden“. So sei der Feuerwehr auch der Respekt und die Wertschätzung der überwiegenden Bevölkerung sicher. Es irritiere, wenn die Feuerwehr beschimpft und bedroht werde und dies sei nicht tragbar, so Kattari.

Vor sechs Jahren wurde Kommandant Konrad Nagele in sein Amt gewählt und löste dabei Alfred Mayer ab. Damals, so Nagele, zählte die Wehr 62 Aktive. Nun seien es 71 Aktive, vier Rentner und 18 Jugendfeuerwehrler. Die aktive Mannschaft ist um zehn Personen angewachsen, darunter konnten fünf aus der Jugendfeuerwehr übernommen werden und auch Quereinsteiger ergänzen das Team. Rückblickend berichtete er, dass er 2020 mit großem Elan die Feuerwehr in gutem Zustand übernehmen konnte und dann sei aufgrund der Pandemie schnell alles eingeschlafen. Man habe sich dennoch schnell zurechtgefunden, doch dass die Kameradschaft nicht gepflegt werden konnte, sei ein großes Handicap gewesen. Gut funktioniert habe die Umstellung auf digitale Alarmierung. Der Fahrzeugbestand blieb gleich und diverse An- und Abschaffungen waren in der Zeit notwendig. Nagele meinte, dass die Feuerwehr die größte kommunale Abteilung einer Gemeinde sei und Geld in eine gute Ausrüstung zu investieren auch wichtig ist, um die Feuerwehr attraktiv zu halten. In den vergangenen sechs Jahren wurden 1700 Termine wahrgenommen und 30.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. 616 Einsätze wurden geleistet und es waren, so Nagele, ganz normale Feuerwehrjahre. Die Feuerwehr reagiert pragmatisch, schnell und zielorientiert. Kritisiert wurde von Nagele die zunehmende Bürokratisierung, das Anwachsen von Regelvorschriften, die gegen ein schnelles, unkompliziertes Handeln stehen. Auch merke er, dass die Mannschaft nicht mehr so belastbar sei. Es fehle nicht an der Dankbarkeit der Gemeinde, das Problem, so Nagele, liege tiefer. Er appellierte an das Gremium, sich Gedanken zu machen, wie Ehrenamtliche besser motiviert werden können. „Nur rote glänzende Autos reichen da nicht mehr aus“. Er forderte weniger Bürokratie und mehr Motivation fürs Ehrenamt, damit auch wieder mehr Ehrenamtliche Verantwortung und eine Führungsrolle übernehmen wollen. Stolz sei die Wehr auf ihre Jugendfeuerwehr, die zwischen 18 und 20 Leute zusammenhält. Nagele lobte die Jugendfeuerwehrleiter für ihre Arbeit und dankte dem Sachgebietsleiter im Rathaus Thomas Hainz und dem Feuerwehrreferenten Thomas Göls. tb