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Grassauer Gemeindezeitung
Ausgabe 20/2024
Das Rathaus berichtet
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Aus dem Marktgemeinderat

Myopie-Zentrum im Ärztehaus zugestimmt

Ein Brillengeschäft wird es auch künftig nicht im neuen Ärztehaus in Gewerbegebiet Eichelreuth geben. Nach einstimmigem Beschluss des Bauausschusses und Genehmigung des Tekturantrags kann aber der Grassauer Optiker sein Myopie-Zentrum und damit einen Betrieb zur Herstellung, Anpassung und Verkauf von Kontaktlinsen im Ärztehaus eröffnen. Das Landratsamt hat den verhängten Baustopp bereits aufgehoben. Auch das Café darf eröffnet werden.

Schon seit geraumer Zeit möchte der Grassauer Optiker seinen Betrieb in das Ärztehaus verlagern, was ihm aber nicht genehmigt wurde, weil im Gewerbegebiet das Einzelhandelskonzept einen Verkauf von Brillen ausschließt. Das Konzept wurde vor vielen Jahren beschlossen, um ein Abwandern ortskernrelevanter Sortimente zu verhindern. Dieses Einzelhandelskonzept ist auch Bestandteil des Bebauungsplans, in dessen Gültigkeitsbereich das Ärztehaus gebaut wurde.

Wie Bürgermeister Stefan Kattari in der Bauausschusssitzung informierte, habe das Landratsamt für das Ärztehaus Ende Juli eine Baueinstellung verfügt, nachdem es Abweichungen in gehörigem Umfang von den Vorgaben der Baugenehmigung erkannte. Diese Baueinstellung wurde für die bereits aktiven Arztpraxen rasch wieder aufgehoben, für den Optiker-Bereich und für das Café, das ebenfalls von dem Optiker betrieben werden sollte, allerdings bis zum Vorliegen einer Betriebsbeschreibung aufrecht erhalten. Grund für die Baueinstellung war, dass keine weiteren Fakten geschaffen werden sollten. Über die Baueinstellung wurde die Gemeinde lediglich in Kenntnis gesetzt. Wie Kattari weiter ausführte, betonte das Landratsamt auf Nachfrage, dass eine Genehmigung möglich sei und der Baustopp aufgehoben werden könne, sobald die Firma den geplanten Betrieb beschreibt. Dann könne auch festgestellt werden, ob der Betrieb den Festsetzungen im Bebauungsplan zuwiderlaufe. Auch die Marktgemeinde hatte diese Betriebsbeschreibung schon mehrfach angefordert. Am 2. September lag sie nun dem Landratsamt vor, das bereits einen Tag später die Baueinstellung für das Café wieder aufhob.

Die Betriebsbeschreibung lag nun auch dem Bauausschuss vor. Wie dem Marktgemeinderat bei einem Besuch der Räume vor einiger Zeit mündlich vorgestellt wurde, sei ein Myopie-Zentrum geplant, in dem Kontaktlinsen gegen und zur Vermeidung von Kurzsichtigkeit hergestellt und an die Patienten, meist Kinder, angepasst werden. Mit dieser Beschreibung handelt es sich somit nicht um ein Brillengeschäft. Vielmehr erklärte der Optikerbetrieb, dass das Brillengeschäft im Ortszentrum vorläufig bestehen bleibe. Franz Pletschacher meinte, dass er unter diesen Umständen dem Bauantrag zustimmen könne. Dem schloss sich Thomas Göls an, nachdem sichergestellt sei, dass im Gewerbegebiet kein Brillengeschäft entstehen werde. Nachdem Kontaktlinsen auch wenig zur Schaufenstergestaltung beitragen könnten, anders als Brillen, und hier die Dienstleistung im Vordergrund stehe, könne dem Vorhaben auch zugestimmt werden, so fügte Kattari hinzu.

Unter diesen Voraussetzungen und nachdem sichergestellt ist, dass kein Brillengeschäft entstehen wird, konnte der Bauausschuss dem Bauantrag stattgeben und votierte einstimmig für den Bauantrag.

tb